Читать книгу Der leiseste Verdacht - Schweden-Krimi - Helena Brink - Страница 7
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ОглавлениеDienstag, 25. April
Als das Telefon klingelte, schaltete Katharina den Staubsauger aus, den sie in einem plötzlichen Anfall von Tatendrang hervorgeholt hatte.
»Hallo, hier ist Roffe.«
»Das ist aber eine Überraschung. Wir haben ja lange nichts von dir gehört. Wo hast du gesteckt?«
»Na ja, so lange war’s auch wieder nicht. Ihr wart doch erst neulich zum Abendessen bei mir, wann war das noch gleich ...?«
»Das war Mitte Februar, und seitdem haben wir mehrmals vergeblich versucht, dich hierher zu kriegen, wie du eigentlich wissen solltest. Also entweder hast du eine Frau kennen gelernt, die deinen Erwartungen entspricht, oder du bist völlig abgestumpft und hockst nur noch vor der Glotze.«
Roffe seufzte unüberhörbar. »Okay, ich habe wirklich eine Frau kennen gelernt, und Gott sei Dank entspricht sie nicht meinen Erwartungen. Sie ist viel aufregender. Aber mehr sage ich dazu nicht, schließlich haben wir uns erst zweimal gesehen. Für irgendwelche voreiligen Schlüsse ist es viel zu früh.«
Katharina unterdrückte mit Mühe ihre Neugier.
»Welche voreiligen Schlüsse? Du hörst dich wirklich wie ein Polizist an. Aber vielleicht kannst du uns ja sagen, ob wir uns Hoffnungen machen dürfen, sie irgendwann mal kennen zu lernen.«
»Nein, kann ich nicht.«
»Wann sehen wir dich?«
»Wenn ich hier aus dem Gröbsten raus bin, komme ich euch besuchen. Im Moment ertrinke ich in Arbeit.«
»Das war noch nie anders bei dir. Leitest du eigentlich die Ermittlungen im Fall der Leiche, die in der Jauchegrube gefunden wurde?«
»Ja, natürlich, wer sonst? Alles wird auf meinen Schultern abgeladen ... Du, ich hab’s eilig. Ich wollte nur schnell ein paar Sachen mit PM besprechen. Ist er zu Hause?«
»Wäre er zu Hause, würde er wahrscheinlich schlafen, aber er ist gestern Abend nach Stockholm gefahren.«
»Er ist in Stockholm? Was tut er da?«
»Ich weiß nicht genau. Hoffentlich verdient er ein bisschen Geld.«
»Geht es um eine neue Ausstellung?«
»Nein, so rosig sieht’s leider nicht aus. Er hätte auch gar nicht genügend Bilder dafür. Ich glaube, es geht eher um alte Geschäfte. Du weißt schon, diese Katastrophe mit Axel Hemberg.«
»Herrgott, hat er die Sache immer noch nicht aufgegeben? Axel ist doch nicht plötzlich wieder aufgetaucht?«
»Nein, aber Patrik hat Kontakt zu einem Typen aufgenommen, der ihm vielleicht helfen kann, an einen Teil des Geldes ranzukommen. Frag mich nicht, wie. Patrik hat kein Wort verraten, ehe er losfuhr. Vermutlich will er nicht, dass ich mir allzu große Hoffnungen mache. Jedenfalls kommt er morgen nach Hause. Er will heute Abend den Nachtzug nehmen.«
»Dann wird er also morgen früh da sein? Du arbeitest doch sicher, oder?«
»Ja, er bleibt einfach in der Stadt, bis ich fertig bin. Dann fahren wir gemeinsam nach Hause.«
»Das passt doch ausgezeichnet. Sag ihm bitte, dass er bei mir auf dem Präsidium vorbeischauen soll. Ich muss etwas Wichtiges mit ihm besprechen. So um elf herum wäre am besten.«
Katharina hätte ihn gern gefragt, um was es ging, aber sein geschäftiger Ton hielt sie davon ab.
»Ich werde es ihm sagen. Und du kommst uns bald besuchen, versprochen?«
»Versprochen.«
Mit einem mulmigen Gefühl nahm sie den Staubsauger wieder in Betrieb.