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Kapitel 5
Margritte und ihr Schönheitsdoc

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Vom kunterbunten Sunset Boulevard fuhr Margritte ihre Freundinnen nach dem Essen dann zum Haus ihres Schönheitsdocs aus der Gründerzeit – das Haus, nicht der Studienfreund – ins reiche Beverly Hills, wo ansonsten nur die Stars in abgeschiedenen Villen residierten, als wollten sie mit dem wuselnden L. A. nichts zu tun haben. „Dabei sind sie doch immer stolz wie Oskar, wenn sie die Ehre bekommen, Hand- und Fußabdrücke auf einem eigenen Stern des Walk of Fame hinterlassen zu dürfen“, sagte Julie spöttisch. „Gehört dein Doktor auch dazu?“

„Non, non“, wehrte Margritte kichernd ab, „der ist nur reich wie Oskar, weil bekannt wie ein bunter Hund unter den Stars und Sternchen!“

„Im Übrigen, wenn ich das so sagen darf“, erklärte Eleni, „wäre die Stadt der Engel auch nichts für uns: Wir sind zu klein und ohne fahrbaren Untersatz einfach zu langsam. Die Dimensionen verändern sich: Zwischen Hochhäusern schrumpfen die Menschen zu belanglosen Partikeln zusammen.“

„So habe ich das heute Abend auch gesehen“, ergänzte Marie, „die ersehnte Infrastruktur für Fußgänger wie zum Beispiel kleine Shops, einladende Cafés, Bänke zum Ausruhen – weit und breit nichts davon zu sehen.“

„Eben“, pflichtete ihr Julie eifrig bei, „du siehst ja nicht mal einen Radfahrer!“

„Na ja“, erklärte Margritte, „L. A. ist, wie gesagt, eine reine Autostadt. Bis zu zwanzig Millionen Vehikel fließen täglich durch die Metropole. Der Gigant ist um das Automobil herum entstanden, ist nach ihm konzipiert. Alles richtet sich nach dem Autoprinzip.“

„Ich verstehe“, sagte Marie, „die Philosophie lautet: Drive, don’t walk!“ Die anderen grinsten. „Lacht ihr nur“, kündigte sie jedoch an, „trotzdem werde ich an irgendeinem Tag zum Rodeo Drive gelangen – und wenn es per Pedes sein muss –, jener marmorglatten Mode-Meile, wo es die schicksten Klamotten und teuersten Schuhe gibt, die ihr je gesehen habt, und wo schon ‚Pretty Woman‘ shoppte!“

„Haha“, konnte Eleni sich nicht verkneifen, „typisch Modepüppchen – Schuhe nicht unter fünftausendvierhundert Dollar! Ich hingegen bin in erster Linie an dem Wahrzeichen von Hollywood interessiert; denn der Schriftzug gehört zu den bekanntesten der Welt. Seit 1923 prangen die fünfzehn Meter hohen Buchstaben am Mount Lee. Die möchte ich gerne mal – pardon Marie – in natura sehen und nicht nur im Kintopp.“

Margritte fuhr mit Schwung in die Einfahrt der „Schönheitsvilla“ aus der Gründerzeit, eines romantischen Gebäudes mit spitzen Türmen, Erkern – zum Teil mit Butzenscheiben – und Veranden mit Laubsägeverzierungen inmitten eines paradiesischen Gartens. Sandwege schlängelten sich hinunter zum Meer, das in der Abendsonne wie echtes Gold schimmerte, und als der Wagen zum Stehen kam, sagte sie lachend: „Kann man sich gar nicht vorstellen, dass die mittlerweile berühmten Buchstaben damals nur eine Werbeidee von Maklern war, um den Verkauf von Häusern anzukurbeln, wo doch heute mittlerweile jedes Plätzchen bebaut ist!“

Sie öffnete die Tür zur oberen Etage.

„Wow“, sagte Julie bewundernd, „fin de siècle“.

In der hochräumigen Wohnung von Margrittes erster Etage hatte sich offensichtlich seit der Gründerzeit auch nicht viel verändert. Nur die riesige Sitzgruppe schien neueren Datums zu sein. Eine weinrote lederne Insel mit unzähligen weichen Kissen bestückt zwischen echten Antiquitäten – auch aus der Zeit –, die ihre Großeltern mütterlicherseits daheim in Frankreich zusammengetragen hatten. An den Wänden hingen alte Gemälde, dazwischen auch je ein Portrait von Großmutter und Großvater in Öl.

„Quel truc“, sagte Marie und lief durch die gesamte Wohnung, „was für ein Fundus für Filmschaffende! Ein Schauplatz für einen Stoff, der um die Jahrhundertwende spielt, wie zum Beispiel ‚die Buddenbrooks‘ von Thomas Mann, für die er 1929 den Literaturnobelpreis bekam; ein Gesellschaftsroman von Weltgeltung in deutscher Sprache …“

„Du hast recht“, erwiderte Margritte, „schließlich war er auch unter anderem hier in Kalifornien für einige Zeit im Exil, so wie viele Intellektuelle, die vor dem Nationalsozialismus aus Deutschland flüchten mussten. ‚Das Exil im Paradies‘ nannte man das. Sie hatten Glück im Unglück und waren doch vom Unglück im Glück erfüllt.“

Wir werden uns in den nächsten Tagen die Häuser ansehen, in denen sie damals lebten und arbeiteten, doch jetzt sollten wir langsam mal nach unten gehen. Le docteur und sein Freund werden uns schon erwarten.“

„Muss das sein?“, fragte Julie ungnädig und sank träge in aufgetürmte Kissen auf der Wohnlandschaft. „Mir steckt die Zeitumstellung noch gehörig in jedem Knochen!“

„Das muss sein“, sagte Cécile energisch und zog die Freundin wieder aus der Horizontale in die Vertikale, „das gebietet schon der Anstand. Wir sind netter Besuch, wenn auch ein sehr müder, aber wir haben Charakter, n’est-ce pas?

Très bien. Aber du wirst es nicht glauben, es gibt mittlerweile Situationen, für die mein Luxuskörper einfach nicht mehr jung genug ist“, stöhnte die Freundin, folgte aber gehorsam den anderen die Treppe hinunter ins Erdgeschoss.

Die Wohnung des Doktors eröffnete überraschenderweise einen Blick in die sogenannte neue Sachlichkeit des Walter Gropius. Klare Strukturen, verglaste Fensterfront zum Garten hin, bei den Möbeln Verzicht auf Buntheit zugunsten von Schwarz, Weiß und Chrom, freischwingende Sessel, jedoch in der Mitte eine gemütliche schwarze Lederwohnlandschaft, dazu Originale von großen Künstlern an den Wänden, unter anderem von Gropius’ Weggenossen wie Paul Klee und Wassily Kandinsky. Und alles fügte sich nahtlos in das alte Gründerhaus ein. Bevor eine der Golden Girls etwas Bedeutungsvolles sagen konnte, trat ihnen der Hausherr mit ausgestreckten Armen entgegen. Nachlässige jeansblaue Kombination auf einem sonnengebräunten Körper. Und ein erstaunlich guter Kopf. Sein Begrüßungslächeln war so dezent, dass es sogar wirkungsvoll auf das Ausspielen seiner Jacketkronen verzichtete.

„’Allo“, sagte Margrittes Freund.

„Hallo“, gaben die Mädels geistreich zurück.

„Bienvenues!“ Er kreuzte aufmerksame Blicke mit den Damen, raffte sich zu einer beinahe konventionellen Vorstellung auf. „Das sind Margrittes Freundinnen aus der Provence, Cécile, Marie, Julie und Eleni.“ Ein vergnügliches Grinsen über das Erstaunen der Golden Girls. „Ich kenne Sie alle durch unzählige Fotos und amüsante Erzählungen unserer gemeinsamen Freundin.“ Er deutete erst auf seine Studienkollegin und dann auf den großen, schlanken Mann im dunkelblauen Blazer, der neben ihn getreten war und an dem Marie besonders das kräftige weiße Haar auffiel. „Und das ist Chris, mein Besuch und Freund aus Jugendtagen, als wir uns während der Zeit kurz vor der Matura als Austauschschüler den Blödsinn des jeweils anderen immer zu Eigen machten. Das verbindet ein Leben lang. Er ist Architekt und interessiert sich besonders für historische Bauten in den Vereinigten Staaten. Übrigens, Marie, er ist ein Landsmann von Ihnen und kommt aus Berlin.“

„Vielleicht darf ich in Zukunft für mich selbst sprechen“, sagte Chris vorwurfsvoll in Antoines Richtung. Dann gab er allen mit einem freundlichen Lächeln die Hand, wobei er Maries länger, als zu einer Vorstellung nötig war, festhielt und ihr ein spontanes Strahlen schenkte, dessen Ausläufer noch für Cécile, Julie, Eleni und Margritte reichte.

Antoine lachte überlegen und bat seinen Besuch dann zuvorkommend in den riesigen Wohnraum, in dem sich alle auf die Designer-Möbel verteilten.

Es gab zur Begrüßung Champagner, Blinis und echten Stör-Kaviar.

„Ce n’est pas possible!“, flüsterte Marie entsetzt der neben ihr auf schwarzem Leder sitzenden Cécile zu, „Schampus schön und gut, aber mit Kaviar kannst du mich jagen, selbst mit echtem in Schwarz.“

Die Freundin versuchte ernst zu bleiben. „So schmackhaft wie Austern und Schnecken, n’est-ce pas, chérie? Man sollte meinen, dass du deine deutschen Essgewohnheiten nach so langer Zeit in der Provence abgelegt hast und endlich auch die französischen Genüsse zu schätzen weißt!“

Die letzten Worte hatte Chris mitbekommen. Er lächelte Marie zu. „Wir Deutschen sind im Gegensatz zu den Franzosen eben keine Allesesser: lebendige Austern schlürfen, Schnecken mit spitzen Gabeln aus ihren Häuschen pulen und Fischeier im Mund zerplatzen lassen grenzt auch für mich an Barbarei.“ Und er fügte lachend hinzu: „Fast hätte ich es geschafft, dieser sogenannten Schlemmerei zu entgehen, da mein Flug ins Wasser gefallen war und ich erst Stunden später in eine Ersatzmaschine umsteigen konnte.“

Marie hatte Chris aufmerksam zugehört, nahm noch einen Schluck Schampus und bemerkte dann dramatisch: „Und wir hätten beinahe nie mehr irgendetwas essen oder trinken können. Ich habe ja noch gar nichts von unserem verräucherten Flug über Nizza erzählt.“

Cécile stieß sie unsanft mit dem Ellenbogen in die Seite. „Vergiss es, das interessiert doch hier niemanden. Denk an die Reaktion deines Sohnes!“

„Mich schon, erzählen Sie bitte weiter“, forderte Chris Marie auf und lächelte sie aufmunternd an. Marie lächelte glücklich zurück. Endlich hatte sie jemanden gefunden, der ihrem Flugerlebnis die rechte Aufmerksamkeit schenkte.

„Alors, es dauerte ewig, bis wir vom Boden abheben konnten. Irgendjemand hatte Rauch in der Pilotenkabine gesichtet, und es fand noch einmal ein gründlicher Checkup statt. Danach hieß es, dass alles in Ordnung und die Maschine startbereit sei. Der Flieger setzte sich in Bewegung, rollte donnernd über die Startbahn und hob dann ab. Doch kaum waren wir in der Luft, ging in der Kabine der Passagiere weißer Nebel nieder …“

Chris setzte sein Champagnerglas abrupt auf den Glastisch ab und unterbrach Maries dramatisch vorgetragenen Bericht: „Wo haben Sie denn gesessen?“

„Wieso? Ist der Platz ausschlaggebend, wenn man abstürzt? Wir saßen ziemlich weit vorne.“

„Nein“, er lachte, „tot ist tot, ganz gleich auf welchem Sitz man unten auf der Erde zerschellt!“

„Ja, warum ist dann mein Sitzplatz so wichtig?“

„Weil ich in der gleichen Maschine gesessen habe … nur weiter hinten.“

Ce n’est pas possible! Sie kommen doch aus Berlin?!“

„Grundsätzlich schon, aber diesmal habe ich meine Tochter besucht, die bei meiner französischen Exfrau in Nizza lebt, bevor ich für längere Zeit in die USA fliege.“

„Quelle surprise!“ Marie konnte ihre Begeisterung kaum zügeln. Endlich ein echter Zeuge ihrer Nervenanspannung und Überlegungen in Todesangst während der endlosen halben Stunde des verräucherten Fluges und der riskanten Rückkehr zum Heimathafen Nizza!

Cécile, Julie, Eleni, Margritte und Antoine warteten noch das fromme Lied der alten Dame ab, die sich schon nah bei Gott sah, dann ging ihnen der Reiz des Abenteuers langsam verloren – „schließlich ist ja alles glatt gelaufen, n’est-ce pas, ma chère?“, sagte Cécile langsam genervt – und sie wandten sich anderen Themen zu wie zum Beispiel der „Lippenparty“, zu der alle übermorgen bei einer prominenten Patientin des Schönheitsdocs eingeladen waren.

Marie und Chris hingegen waren mit ihrem Gedankenaustausch noch nicht am Ende. „Aber eines verstehe ich nicht.“ Marie schaute Chris fragend an. „Wenn Sie in der gleichen Maschine und dann auch im Ersatzflieger saßen, wieso sind Sie erst Stunden nach uns in Los Angeles gelandet?“

Antoines Freund lächelte verlegen. „Sie werden es mir sicher nicht glauben. Meine knapp siebzehnjährige Tochter ist ein Riesenfan der Sitcom ‚Golden Girls‘. Dieser Serien-Klassiker aus den Achtzigerjahren wird seit Kurzem auf einem französischen Privatkanal Folge für Folge jeden Sonntagabend gesendet.“

„Na und?“ Cécile war mit einem Ohr doch neugierig der Unterhaltung der beiden gefolgt.

„Ich verstehe es ja auch kaum“, antwortete Chris leicht irritiert, „nun hat sie gehört, dass in Manhattan ein Café zu Ehren der Damen eröffnet wurde …“

„Sag ich doch“, triumphierte Marie.

D’accord, und weil das Kind unbedingt ein Souvenir aus dem Rue la Rue haben wollte, habe ich in New York Zwischenstation gemacht und dort Tinnef-Schmuck, Fotos und die DVDs mit allen Folgen für sie besorgt.“

Die provençalischen goldenen Girls einschließlich Margritte und ihres Doktors hatten Mühe, ernst zu bleiben. Chris grinste daraufhin fröhlich in die Runde und Marie dachte: Er ist so gar kein Machotyp. Er riskiert es, sich vor seinen Freunden zu blamieren, nur um seiner Teenager-Tochter eine Freude zu bereiten, und lacht sogar darüber. Sie war hin und weg. Dieser Mann wurde ihr immer sympathischer.

Chris schaute verstohlen auf seine Armbanduhr. Es war schon fast vier Uhr früh. Er erhob sich. „Ich muss dringend in die Federn“, sagte er lächelnd, „ich habe morgen einen unaufschiebbaren Termin.“ Dann wandte er sich an Marie: „Es war schön, Sie kennenzulernen. Nun waren wir schon per Zufall im selben Flieger, schwebten gemeinsam in Lebensgefahr und wären uns um ein Haar im Rue La Rue wiederbegegnet. Wer weiß, vielleicht läuft uns der Zufall bald erneut über den Weg. Ich würde mich sehr freuen!“ Er verabschiedete sich noch von Margritte, Cécile, Julie und Eleni, nickte Antoine kurz zu und verschwand Richtung Gästezimmer, das ihm sein Freund für die Zeit seines Aufenthaltes in Kalifornien zur Verfügung gestellt hatte.

Marie sah ihm nach und dachte: Was für ein Jammer, ich hätte ihn so gerne noch näher kennengelernt.

Antoine schloss sich seinem Freund an. „Ich gehöre auch ins Bett. Morgen früh habe ich eine Gesichtsstraffung, eine Nasenkorrektur, einmal Schlupflider anheben und drei verlängerte Hinterteile aufpolstern.“

„Pardon?“ Cécile fiel fast die Kinnlade herunter.

Der Doktor lachte. „Alors, seitdem die Damen des Kardashian-Clans besonders mit ihren ausladenden Gesäßen so erfolgreich sind, will jedes zweite Sternchen anstatt mit Apfelbäckchen lieber mit verlängerten Kürbis-Hinterteilen Karriere machen.“

„Oh, là, là!“ Marie grinste. „Gedrängter OP-Tag sozusagen“.

„C’est vrais.“

„Dann vergessen Sie nur nicht, sich hinterher die Hände zu waschen!“

Julie gähnte herzhaft hinter der ihren. „Auch ich kann kaum noch die Augen offenhalten.“ Sie wischte sich ein paar Tränchen von der Wange. „Kommt ihr mit nach oben, Margritte, Eleni, Julie, Cécile und Marie? Bonne nuit allerseits.“ Sie erhob sich stöhnend, und die anderen Mädels folgten ihr gehorsam.

Auf dem Weg in Margrittes Etage kam Marie noch einmal auf Chris zu sprechen: „Ein richtig netter Typ, n’est-ce pas? Wie alt mag er wohl sein?“

„Schwer zu sagen“, meinte Cécile, „so Mitte fünfzig, schätze ich.“

„Mitte sechzig“, mischte sich Margritte da ins Gespräch.

„Das hätte ich nicht gedacht!“

Mais oui. Er trägt aber auch viel dazu bei: joggt jeden Morgen einmal rund um den Berliner Müggelsee – den großen, nicht den kleinen –, spielt Tennis und Golf, hat einen Fitnessraum im Kellergeschoss seines Hauses mit Heimtrainer und lässt alle Dickmacher auf dem Teller liegen …“ Und während Margritte die Türe zu ihrem Gründerzeitzuhause öffnete, wandte sie sich speziell an Marie und fuhr mit ihrer Erklärung fort. „Früher war er mal ein sehr gefragter Star-Architekt – fragt mich bloß nicht, wo und bei welchen Bauten, dazu kenne ich ihn nicht gut genug. Ich weiß nur, dass er vor ungefähr zwei Jahren einen kompletten Zusammenbruch mit allen Schikanen wie Burn-out und Herzinfarkt hatte. Danach gab er seinen stressigen Beruf auf und reist nun in der Weltgeschichte herum, um sich an historischen Bauten und deren Geschichte zu erfreuen.“

Mon Dieu, das nennt man Glück im Unglück“, sagte Marie geschockt. „Aber sag mal, warum erzählst du das alles ausgerechnet mir?

„Na ja, ich hatte den Eindruck, als würde es dich interessieren. Ich bilde mir nämlich ein, dass du ihm nachgeschaut hast, als würde es dir leidtun, dass er sich so bald zurückzog.“

„Na hör mal, der ist doch viel zu jung für mich!“ Marie tat empört und die anderen lachten.

Nur Cécile bemerkte beiläufig: „Schade, ich finde, ihr hättet so ein schönes Paar abgegeben!“

Als dann alle zu Bett gingen, nahm Marie ein leises Bedauern mit in den Schlaf. Dieser Chris aus Berlin! Margritte war im Recht, es hatte ihr wirklich leidgetan, als er die Runde verließ. Seit Ewigkeiten endlich mal ein Mann, der ihr aufrichtig gefiel. Zwei Zufälle und ein Beinahe-Treffen. „Wer weiß, vielleicht laufen wir uns bald mal wieder über den Weg“ – so etwas Ähnliches hatte er zum Abschied gesagt. Sie seufzte tief. Na ja, so oft wird der Zufall das Zufallen sicher nicht mehr strapazieren. Es wurde höchste Zeit, mit dem Sichabfinden zu beginnen.

Die Lavendelgang III

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