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Demut

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Mit dem Begriff der Demut haben viele von Euch Mühe, weil dieser Begriff schon mehrfach zurechtgebogen wurde. Die häufigste Verdrehung des Begriffes wurde zu Kadavergehorsam, also jener Form von Gehorsam, welche unabdingbar, absolut ist. Dies ist falsch verstandene Demut, weil sie den freien Willen eines Menschen zu umgehen versucht. Dies darf und kann aber niemand.

Demut heisst in seiner Grundbedeutung, seinen Platz im grossen Ganzen erkennen und einnehmen, seine Hilfsmittel annehmen und gebrauchen - dann erfüllt Ihr demütig Eure Aufgabe.

Jeder Mensch hat seine Aufgabe und hat dafür einen Platz zugeordnet bekommen. Eigentlich ist dies falsch ausgedrückt. Ihr habt Euch nämlich Euren Platz vor Eurer Inkarnation selbst ausgesucht; Ihr habt selbst bestimmt, welche Aufgabenbereiche Ihr in dieser Inkarnation angehen wollt - nur habt Ihr dies bei der Geburt wieder "vergessen".

In Eurer Denkart, welche sehr stark von Bewertungen geprägt ist, von höher und tiefer, von besser und schlechter, erscheinen nun die Plätze, welche die einzelnen Menschen einnehmen, plötzlich als mehr oder weniger wert. Nun beginnt sich bei vielen das Ego, also die rein persönliche Seite des Seins zu regen und vergleicht die eigene Position mit der der anderen. Es bleibt nicht nur beim Vergleich, es wird bewertet. Sehr schnell erkennt Ihr dann, dass ein anderer eine Position innehat, bei der das Leben auf den ersten Blick viel einfacher und schöner erscheint. Nun wird versucht, diese andere Position einzunehmen.

Um dies zu erreichen sind zwei Dinge nötig: einerseits müsst Ihr Euren eigenen Platz verlassen und andererseits stört Ihr den anderen. Wenn Ihr aber Euren Platz verlasst, erfüllt Ihr die Aufgabe, die Ihr Euch gestellt habt nicht - Ihr vergeudet also Eure Zeit und Eure Energie, weil Ihr einer falschen Sache nachrennt, weil Ihr das Ganze aus den Augen verloren habt. Zudem erschwert Ihr einem Mitmenschen seine Arbeit, indem Ihr ihn behindert, weil Ihr auf seinen Platz, auf seine Aufgabe aus seid. Dies geschieht leider in der heutigen Zeit auf der Erde sehr viel.

Der Gedanke, dass alles machbar ist, dass jeder jede Aufgabe erfüllen kann, der ist falsch, sogar widersinnig. Jeder soll seine Aufgabe erfüllen, dazu ist er da. Ob nun diese Aufgabe in der gegenwertigen Gesellschaft als angenehm, also ehrenvoll oder sogar ruhmreich betrachtet wird, ist im Endeffekt egal. Ihr fragt warum - ganz einfach, weil dies Eure Bewertungen sind, nicht unsere. Wir bewerten die erfüllten Aufgaben nach ganz anderen Kriterien. Daher sollte Euer Trachten nicht der weltliche Ruhm und die Anerkennung der Massen sein, sondern die Anerkennung der geistigen Welt. Hier solltet Ihr Euch Achtung erwerben.

Wie erwerbt Ihr Euch die Achtung der geistigen Welt? Indem Ihr in Demut lebt und handelt. Also indem Ihr Eure Aufgabe an Eurem Platz erfüllt und Euch nicht durch Bewertungen der Gesellschaft verunsichern lasst. Auch wenn Eure Umgebung den Kopf schüttelt, weil Ihr im materiellen Bereich nicht die grosse Priorität seht - Ihr lasst Euch davon nicht beirren. Ihr steht zu Euren Aufgaben und Ihr steht an Eurem Platz, das heisst, Ihr steht zu Euch selbst.

Oft wird sehr viel über geistige Werte gesprochen und diskutiert. Noch öfter aber bleibt es beim Diskutieren. Sobald dann die nötigen Handlungen erfolgen sollten, haben viele Menschen immense Ausreden, weil sie Angst haben, sich in ihrer Umgebung offen zu diesem oder jenem zu bekennen. Diese Menschen leben nicht in Demut, denn sie stehen nicht zu sich selbst und zu ihren Aufgaben, welche sie sich selbst gestellt haben. Sie verleugnen sich selbst. Dies kann auf die Dauer nicht gut gehen, denn sie verstricken sich immer tiefer in ein Gebilde von Ausreden und von Weltbildkorrekturen.

Lebt Ihr aber in Demut, das heisst, kennt Ihr Euren Platz innerhalb des Ganzen und habt Ihr erkannt, dass jeder ein Rad ist - nicht das grösste Rad, nicht das kleinste Rad, sondern eben DAS Rad - dann läuft die Maschine wie geschmiert. Will aber ein Rad an den Platz eines anderen Rades, dann läuft die Maschine nur noch stockend, zum Schluss überhaupt nicht mehr.

Ihr habt gesehen, dass Demut nicht eine Qualität ist, wo man sich verkriechen muss, wo man seine Fähigkeiten verleugnen soll und wo man ja nichts fordern soll. Nein, im Gegenteil, Demut ist etwas sehr Aktives, etwas, das vorwärts schreitet - aber jeder an seinem Platz. Dann funktioniert die grosse Weltenmaschine wieder wie geölt, dann können Prozesse, welche uns im Moment Mühe bereiten, wieder ungehindert geschehen. Dann ist es auch möglich, dass Ihr wieder ganz in Eurer Mitte steht. Denn nur wenn Ihr Eure Aufgabe und Euren Platz kennt und einnehmt, könnt Ihr in Eurer Mitte stehen.

Also, geht in Demut Euren Weg, ergründet, wo Eure Aufgabe liegt und wenn Ihr sie gefunden habt, geht diesen Euren Weg zielstrebig, denn es ist Euer Weg. Wir begleiten Euch gerne und helfen Euch, wo wir nur können.

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