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Spiritualität und Autofahren
ОглавлениеAutofahren hat nun wirklich nichts mit Spiritualität zu tun - meint Ihr. Wir sind da anderer Ansicht und möchten Euch anhand von Beispielen aufzeigen, was am Autofahren spirituell sein soll. Wir möchten bei diesen Beispielen keine Wertung abgeben, was richtig und was falsch ist, was Ihr machen müsstet und was nicht. Nein, es geht uns darum aufzuzeigen, welche Mechanismen in solchen Situationen spielen. Daher enden die Beispiele abrupt - wir überlassen es Euch weiterzudenken....
Ihr fahrt in Eurem Auto. Am Ziel angekommen sucht Ihr einen Parkplatz. Da diese langsam knapp werden, wird es ein Problem. Aber plötzlich entdeckt Ihr eine Parklücke und fahrt darauf los. Aber ein anderer Automobilist hat diesen freien Parkplatz ebenfalls entdeckt und versucht auch, sein Auto dort zu parkieren. Wie verhaltet Ihr Euch? Oft enden solche Situationen in Emotionen, gar Aggressionen (ob sie nun auf den anderen Lenker gerichtet sind oder nicht, sei dahingestellt). Seht Ihr, genau hier setzt die Spiritualität ein, in Eurem Verhalten. Ob es nun um die Parkplatzsuche oder um eine Meditation geht, spielt keine Rolle. Wichtig ist, wie Ihr Euch in einer Situation verhaltet, welche Qualitäten Ihr lebt, zu was Ihr Euch hinreissen lasst - das ist Spiritualität.
Ein weiteres Beispiel aus dem schier unerschöpflichen Fundus des Strassenverkehrs. Stellt Euch vor, Ihr steht mit Eurem Auto im Stau. Vor Euch Autos, hinter Euch Autos - es sind einfach zu viele Autos da. Da kommt doch die Idee auf, dass viele dieser Autofahrer völlig unnütz unterwegs sind; viele könnten zu Hause bleiben oder mit der Bahn fahren. Wenn dies alle begreifen würden, dann hätte es nämlich genügend Platz und Ihr könntet endlich ohne Behinderung weiterfahren. Es ist schon mühsam, dass die anderen dies nicht endlich einsehen.
Kommen wir noch einmal auf das Parkplatzproblem zurück. Da fährt eine Person zu einem spirituellen Seminar. Man weiss, dass die Parkplätze sehr knapp bemessen sind. Also fährt sie eine halbe Stunde früher los und kommt so vor den anderen an. Sie belegt einen Parkplatz, die andern sollen selber schauen, Hauptsache sie hat einen (für die tägliche Pflege im Bereich Reinigung und Schutz hat es nicht mehr gereicht, weil sie keine Zeit dazu hatte).
Eine andere Person besucht die gleiche Veranstaltung. Auch sie hat das Problem mit dem Parkieren. Da entdeckt sie doch noch freie Plätze. Gut, sie sind mit reserviert angeschrieben; aber es merkt ja keiner, wenn nur ein "falsches" Auto dasteht. Zudem ist ja dieses Auto in der Gegend nicht bekannt und morgen ist es ja nicht mehr hier - also hinstellen und schnell weglaufen. Nach dem Seminar fährt die Person nach Hause. Sie freut sich auf den erholsamen Abend. Als sie auf ihren Garagenplatz einbiegt, steht da ein fremdes Auto. Welche Schweinerei, dass sich jemand getraut, einfach sein Auto auf den eigenen, angeschrieben Platz zu stellen.
Ihr fahrt auf der Landstrasse und habt es sehr eilig. Vor Euch ist ein Auto, das genau mit der vorgeschriebenen Höchstgeschwindigkeit fährt. Ihr habt es aber wirklich eilig, Ihr wollt ja zu diesem spirituellen Seminar. Nun steigen die Emotionen langsam (beweg Dich doch Du .....). Nachdem keine Reaktionen des vordern Autos auf das Drängen erfolgen, wird die Sache deutlicher (Lichthupe, Fingerzeichen). Plötzlich tut sich eine Lücke im Gegenverkehr auf. Es ist zwar knapp, aber es könnte reichen. Also wird der "Schleicher" riskant überholt. Das Überholmanöver ist eng und Ihr müsst knapp vor dem überholten Auto auf die eigene Fahrbahn zurück - so knapp, dass es bremsen muss. "Nun erfrecht sich dieser Schleicher auch noch, mich mit Lichthupen zu nerven, nur weil ich ihm ein wenig knapp vor die Stossstange gefahren bin."
Habt aber nicht das Gefühl, dass solche Situationen nur beim Autofahren entstehen. Dann könntet Ihr ja einfach selber nicht mehr fahren und das Problem wäre gelöst. Nein, solche Situationen ergeben sich in Eurem Alltag sehr oft. Es sind die wirklich alltäglichen Dinge im Leben, welche Euch fordern. Wir möchten einige aufzählen, Ihr könnt die Liste weiterführen:
1 beim Einkaufen
2 beim Anstehen
3 in einem Gespräch
4 bei einer Sportveranstaltung
5 wenn jemand anderer Meinung ist
6 beim Einhalten von Regeln
7 beim Nichteinhalten von Regeln
8 beim Kartenspiel
9 beim Zusammenarbeiten
10 überall
11 und so weiter