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Die atemberaubende Höhle

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Min starrte verzweifelt vor sich hin. ‚So war das nicht geplant!‘, dachte er. Sie befanden sich am Ufer. Er und der Herzog hatten sich schon vor längerer Zeit aus dem Wasser gerettet. Sie lagen auf einer Anhöhe hinter einem Gebüsch versteckt.

„Wir müssen weiter!“, drängte der Herzog, doch Min wollte die Hoffnung nicht aufgeben. Er starrte noch immer auf den Fluss.

‚Auch wenn Sem Tod ist, sein lebloser Körper hätte an uns vorbeischwimmen müssen!‘, dachte er und die Tatsache, dass dies noch nicht geschehen war, schenkte im Zuversicht.

„Wir verschwenden wertvolle Zeit!“, warf der Herzog ihm vor, da er an ihre Verfolger dachte.

„Ich will Gewissheit!“, fuhr Min den Mann an und fügte hinzu: „Sie können ruhig weitermarschieren! Mal sehen wie weit Sie ohne mich kommen!“

Der Herzog verzog wütend sein Gesicht und hörte auf zu drängen. Doch was war mit Sem geschehen?

Es gab einen Grund, warum sein Leichnam noch nicht bei ihnen vorbeigeschwommen ist: Sem lebte noch!

Er hatte lange gegen den Sog angekämpft, doch nach einer Zeit hatte ihn die Kraft verlassen. Sem hatte mit seinem Leben abgeschlossen, während er von der Strömung in die Tiefe gezogen wurde. Je weiter er nach unten kam, desto weniger Licht drang zu ihm. Plötzlich hatte ihn die Dunkelheit eingehüllt. Dies war das schlimmste für Sem. Mit letzter Kraft kämpfte er gegen den Drang des Einatmens an.

Er konnte sich nur noch verschwommen daran erinnern, wie er umher geschleudert worden war. Wie durch ein Wunder schoss er unerwartete Weise mit dem Kopf durch die Wasseroberfläche. Gierig sog er die Luft ein und öffnete die Augen.

Anfangs nahm er seine Umgebung nur verschwommen war, doch nach und nach konnte er mehr erkennen. Erstaunt stellte er fest, dass er sich in einer Höhle befand. Am oberen Rand des Gesteins befand sich ein kleines Loch, durch das wenige Sonnenstrahlen fielen und die Höhle erhellten.

Links von ihm ragten Felsen aus dem Gewässer. Er schwamm zu der Stelle und zog seinen Körper aus dem unterirdischen See, in dem er sich befand. Erschöpft blieb er auf dem kalten, rauen Stein liegen und atmete mehrmals tief durch. Neugierig blickte er sich um und erkannte, dass ein Gang von hier nach oben führte. Sem hoffte, dass er auf diesem Weg die Höhle verlassen konnte, er wollte nicht mehr zurück ins Wasser.

Langsam erhob er sich und folgte dem Pfad, der auf eine Art Empore führte. Als er sie betrat, kam er aus dem Staunen nicht mehr heraus. Unter ihm ersteckte sich eine große Höhle in der sich unglaubliches befand.

‚Wer hat das erschaffen?‘, wunderte er sich, während er seinen Blick darüber gleiten ließ.

In der Mitte befand sich eine runde Schale in der eine seltsame Flüssigkeit brodelte. Sie sah silbern aus, wirkte sehr dickflüssig und bewegte sich wie von Geisterhand. Am Boden erkannte Sem einen kleinen und einen großen Ring aus Eisen darum. Diese waren mit verzierten Eisenstangen in einer X-Form mit der Schale verbunden. Rundherum erkannte er neun Statuen, die mindestens dreimal so groß wie er selbst waren. Sie stellten alle einen Menschen mit Stierkopf dar. In den Händen hielten sie ebenfalls Schalen, auf denen hohe, silberne Flammen loderten, die die Halle erhellten.

Die Wände waren mit Malereien überseht. Bei genauerer Betrachtung erkannte er Schiffe und eine brennende Stadt, auf die eine Monsterwelle zu schwappte und diese unter sich begraben würde.

Links und rechts führte eine geschwungene Treppe von der Empore weg, über die er nach unten gelangte. Je weiter er seinen Weg nach unten fortsetzte, desto imposanter und ehrerbietender wirkten die Stierstatuen auf ihn. Ihm kam es vor, als würden die Stieraugen ihn verfolgen, egal in welche Richtung er sich wendete. Sem fühlte sich klein und Unbehagen, doch er wollte diese eigenartige Flüssigkeit genauer betrachten.

Nachdenklich stand er vor der Schale und überlegte, was das sein könnte, doch er hatte keinen blassen Schimmer. Aus den Augenwinkeln erkannte er auf der anderen Seite einen weiteren Tunnel im Gestein. Erfreut schlich er diesen entlang und stellte zufrieden fest, dass er im Freien ankam. Der Eingang zu dem Tunnel war sehr gut versteckt. Hätte er nicht gewusst, dass sich ein solches Geheimnis in der Felswand befand, hätte er es nie im Leben für möglich gehalten, noch den Eingang gefunden.

Doch wozu diente diese Höhle und warum wurde sie erschaffen?

Sem hatte keine Zeit sich darüber den Kopf zu zerbrechen, er wollte schnellstens Min finden. Der Gedanke, nochmals in den Fluss zu steigen, gefiel ihm nicht. Aber er wusste keinen anderen Weg, wie er seinen Freund sonst aufspüren konnte.

Mao und das Vermächtnis von Atlantis

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