Читать книгу Mao und das Vermächtnis von Atlantis - Mario Klotz - Страница 29
Der blutrünstige Angriff
ОглавлениеDie Krieger aus dem Reich der Schlange hatten sich nach der erfolgreichen Schlacht eine kurze Pause gegönnt. Sie hatten die Hütte aufgebrochen und sich darin ausgeruht. Darauf waren sie auf die Jagt gegangen und haben sich gestärkt.
Einer von ihnen hielt jedoch immer Ausschau nach ihren Feinden. Min war sich sicher, dass es keine weiteren Verfolger gab, wollte aber dennoch Vorsicht walten lassen.
Am nächsten Tag waren sie bald aufgebrochen. Der Herzog durfte ein Pferd für sich in Anspruch nehmen, mit dem anderen war Min auf einen Hügel geritten und hat sich dort an den Berggruppen, die sie umgaben, orientiert. Als er zurückkam äußerte er: „Gute Neuigkeiten. Ich habe eine Festung der Feinde im Westen erblickt, diese scheint jedoch aufgelassen worden zu sein. Zudem haben wir nur noch einen halben Tag Fußmarsch vor uns. Dann müssten wir ins Reich des keltischen Waldes gelangen. Dort sind wir dann in Sicherheit und können zurück ins Königreich reisen. Sie können in ihr Land zurückkehren.“ und blickte den Herzog an.
Dieser sagte vor Freude: „Zum Glück, wir haben es geschafft!“
Min bremste jedoch seine Vorfreude: „Noch nicht, ein Stück haben wir schon noch vor uns!“
„Ach! Was soll den jetzt noch passieren! Sind Sie doch ein Angsthase, wie!?!“, machte sich der Herzog über Min lustig.
Ihr Anführer tat, als hätte er dies nicht gehört. Seine Männer hielten sich ebenfalls zurück. Sie waren sich stillschweigend einig, dass den Herzog keiner vermissen würde.
„Aber wenn sie wollen, reite ich mal voran und halte Ausschau nach Gefahren. Ich kann Sie dann rechtzeitig warnen!“, äußerte er spöttisch und sein Pferd lief voraus.
„Nicht! Bleiben Sie hier!“, brüllte Min ihm nach, doch der Herzog war übermütig und lachte höhnisch.
Min hetzte mit seinem Pferd nach. Der Herzog hatte jedoch einen großen Vorsprung. Er drehte sich um und lachte, da er dachte, dass Min ihm nicht nachkommen würde.
Plötzlich schoss ein Bär hinter einigen Bäumen hervor und stürzte sich auf den Herzog. Sein Pferd wurde von den Beinen gerissen und der Mann flog in hohen Bogen zu Boden.
Die Krieger hatten damit nicht gerechnet und verfolgten das tragische Geschehen, bis der Hauptmann rief: „Los, helft ihm!“
Alle zogen ihre Waffen hervor und stürmten los. Der Herzog stand schon wieder auf den Beinen und wollte die Flucht ergreifen, doch der Bär war schneller als er gedacht hatte. Wild brüllend raste das Tier auf ihn zu. Mit seinen mächtigen Pranken schlug er auf den Herzog ein. Dieser wurde wieder zu Boden gerissen.
Min gelangte als erster zu dem Tier, zog ein Schwert hervor und versuchte den Bär tödlich zu treffen. Der monströse Angreifer ließ nicht vom Herzog ab. Mit voller Wucht sprang er auf dessen Brust und biss in seinen Arm. Drei Pfeile auf einmal durchbohrten das Fell des Bären. Diese brüllte vor Schmerzen und schlug ein weiteres Mal auf den Herzog ein.
Min nütze die Gelegenheit und stach mit seinem Schwert tief in das Tier ein. Wieder wurde ein ohrenbetäubendes Gebrüll hörbar. Der Bär wandte sich um und ging auf Min los. Auch die anderen Krieger waren nun bei ihnen und stachen mit ihren Speeren auf den Angreifer ein.
Auch die Bogenschützen feuerten weitere Pfeile auf den Bären ab. Geschwächt versuchte der Bär seinen Kampf fortzusetzen, doch er hatte keine Chance mehr. Ein letzter Versuch, Min mit der Prange zur Strecke zu bringen, blieb erfolglos. Der Hauptmann konnte gerade noch ausweichen und ein weiteres Mal das Eisen in die Brust des Bären rammen, das darin stecken blieb.
Das Tier fauchte und geriet ins Wanken. Erneut wurde es von den Pfeilen und einem Speer getroffen. Kraftlos stürzte der Bär zu Boden und blieb liegen.
Zwei Männer zogen den Herzog ein Stück von dem Angreifer weg. Dieser war blutüberströmt und am ganzen Körper zerschunden Sein Gesicht war nach der Attacke kaum noch zu erkennen.
Fassungslos sahen die Krieger, wie Min sich über ihn beugte und ihm die Hand hielt. Der Herzog versuchte etwas zu äußern, doch es kam nur noch ein Keuchen und Blubbern aus seinem Mund.
Mit letzter Kraft führte der Herzog seine Hand unter seine Kleidung und zog ein Amulett hervor, das sich auf seiner Halskette befand. Er wollte es abreißen und Min übergeben, doch er war zu schwach dafür. Deshalb übernahm der Hauptmann dies für ihn. „Für mich?“, erkundigte sich Min, als er das Amulett in den Händen hielt.
Der Herzog nickte und blickte Min ein letztes Mal in die Augen. Darauf spürte dieser, wie die Kraft den Mann verließ und nur noch der dessen Körper vor ihm lag.
„Ist er … Tod?“, erkundigte sich Ewi.
Min blickte traurig und bestürzt durch die Runde. Dies reichte als Antwort.