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Das Buch der schwarzen Magie

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Tekk befanden sich im Schatzraum der Schätze. Er lauschte den weisen Worten des Fürsten über Wissen und dessen Macht. Seine Gedanken schweiften jedoch ab und er überlegte: ‚Hinter welchem Geheimnis ist mein Meister her? Und was hat er mit seinem Experiment nach so langer Zeit in Erfahrung gebrach?‘

Nachdem der Fürst seinen leidenschaftlichen Redeschwall beendet hatte, erklärte dem Jungen: „Ich hab noch etwas Arbeit vor mir, aber wenn du mich nicht störst, darfst du auch in dem Wissen schmökern. Aber du musst sehr vorsichtig sein. Viele dieser Werke sind schon uralt und sehr porös! Vielleicht findest du etwas, das dein Interesse erweckt!“

Genau bei diesem Wort bekam Tekk einen Stich in seiner Stirn und seine Gedanken kreisten um das Buch der schwarzen Magie. ‚Ob ich hier etwas darüber erfahre?‘, überlegte der Junge: ‚Sicher nicht, schließlich handelte es sich hierbei um ein Druidengeheimnis. Obwohl der Fürst davon sprach, dass hier viele Geheimnisse liegen. Vielleicht entdecke ich eine Spur. Ein Versuch ist es allemal wert! Aber wie sollte ich nur bei dieser Auswahl etwas finden?‘

Nun strömte ein warmes Gefühl durch seinen Körper und ihm wurde klar, wie er etwas auffinden würde. Mit geschlossenen Augen begann er sich das Buch vorzustellen. Nur von seinen Sinnen geleitet schritt er durch die Halle, an verschiedenen Regalen vorbei und blieb vor einem mächtigen stehen.

Er öffnete die Augen und sein Blick ruhte auf einem kleinen grauen Umschlag, der auf dem obersten Fach zwischen zwei Papyrusrollen steckte.

Konnte es tatsächlich sein, dass sich darin Informationen zu dem Buch der schwarzen Magie befanden?

Hastig holte er eine der fahrbaren Leitern, die hier überall umher standen und kletterte nach oben. Vorsichtig zog er den Umschlag heraus und schwang sich wieder von der Leiter. Er eilte zu einem Tisch und fischte einen alten, ausgebleichtes Pergament, das sich darin befand, hervor.

Mit zittrigen Händen, da er spürte, dass er etwas Wichtiges in den Fingern hielt, überflog er die schwer entzifferbaren Zeilen:

Es ist unglaublich! ICH habe das Buch in den Händen gehalten. Es steckt mehr Wissen darin, als wir uns vorstellen konnten. Das Buch ist wahrlich faszinierend, doch darf es niemals in die falschen Hände gelangen, sonst ist die Menschheit gefährdet. Es steckt ein Hauch fesselnde negative Energie darin, die mich fast in ihren Bann gezogen hat. Ohne dass ich mich dagegen wehren konnte. Hätte mich nicht ein anderer Druide gerettet, wäre ich verloren und dem Bösen ausgesetzt gewesen.

Vor allem ein Druide darf von dessen Existenz niemals erfahren. Du weißt wen ich meine!

Bitte pass auf dich und deinen Wiggo auf. Ich habe das Gefühl, als ob er nochmals eine große Rolle in der Welt der Druiden spielen wird!“

Unterzeichnet war der Brief mit dem Stempel vom Fürst der Druiden, den Namen, der darüber signiert worden war, konnte er jedoch nicht entziffern. Es handelte sich jedoch nicht um Anuks Unterschrift, die hatte er schon mehrmals gesehen. Es musste sich somit um einen seiner vielen Vorgänger handeln. Aber das tat nichts zur Sache.

Tekk konnte es nicht fassen. In dem Schreiben handelte es sich offenbar um das Buch der schwarzen Magie. Und wenn ihn nicht alles täuschte, sagte ihm sein Gefühl, dass es sich bei demjenigen, der umschrieben wurde, um Ford-Noxx handelte.

Nun bemerkte der Wiggo, dass sich eine weitere zusammengedrückte Pergamentrolle im Umschlag befand.

Er blickte zu seinem Meister und beobachtete, dass dieser in seine Unterlagen vertieft war. Schnell fischte er das zweite Stück heraus, das genau so alt zu sein schien wie der erste. Das Siegel war gebrochen und so konnte er die Rolle ohne weiteres auseinanderfalten.

Schon auf den ersten Bick bemerkte Tekk, dass es sich um das Antwortschreiben von der ersten Nachricht handelte. Schnell überflog er die Zeilen:

Mein treuer Weggefährte Ikok,

ich spüre ebenfalls was du meinst. Deshalb hab ich meinen Schüler in das Haus des Lebens gebracht, um ihn unter den anderen Druiden in Sicherheit zu bringen.

Das Gerücht um das Buch, hat sich allerdings rasant verbreitet. Ich befürchte, dass es für den Versuch es zu verheimlichen bereits zu spät ist. Noxx weiß sicher bereits darüber Bescheid. Ich hoffe nur, dass wir ihn bald finden und die Sache ein für allemal klären können. Wir hätten dies schon vor langer Zeit hinter uns bringen sollen. Hoffentlich müssen wir für diesen Fehler nicht eines Tages büßen.

Ich habe vorhin die Gerüchte von der Grenze gehört und kann nur hoffen, dass sie nicht stimmen. Sonst müssen wir rasch handeln und bald in den Krieg ziehen.

Noxx muss jedoch zuvor unsere oberste Priorität sein. Ich hoffe, dass dieses Gerücht nicht der Wahrheit entspricht, auch wenn meine Gefühle mir etwas Schreckliches vorhersagen!

Am besten wäre es, wenn wir das Buch noch heute an einen sicheren Ort bringen würden! Wie lautet deine Meinung?

Zur Sicherheit solltest du bei dem morgigen Treffen, das ansteht, den Ring mitnehmen. Du weißt, nur mit ihm können wir an den Ort gelangen!

Mit besten Wünschen, “

Den Namen konnte Tekk leider nicht lesen. Dafür wusste er nun, dass der einstige Fürst, dem diese Zeilen bestimmt waren, Ikok hieß. Doch der andere Name erweckte sein Interesse noch viel mehr. Als er Noxx las, bekam er eine Gänsehaut. Seine Vermutung war tatsächlich richtig gewesen!

Nun überlegte er, welchen Ring der Schreiber gemeint haben könnte? Er hat noch nie etwas von einem druidischen Ring gehört!

Er versuchte wieder, seine Gedanken an den Ring zu lenken und hoffte, sein Gefühl würde ihn wieder zu einem Brief oder Manuskript leiten, das ihm dieses Geheimnis preisgab.

Als er seinem Gefühl nachging, verschwammen seine Gedanken und er dachte nochmals an das eben Gelesene zurück. ‚Der Fürst und Mix haben davon gesprochen, dass das Buch versteckt sei und es jemand suchen könnte. Kann das bedeuten, dass das Buch damals vor dem Krieg versteckt wurde und bis heute unentdeckt blieb? Aber nach all den Jahren muss es doch jemand gefunden haben! Oder hat es niemand gewagt danach zu suchen?

Arpp hat mir doch erzählt, dass bei diesem Krieg soviel Druiden ums Leben kamen, vielleicht auch die beiden, die von dem Buch wussten. Der Fürst hat ja auch angedeutet, dass nur wenige von dessen Existenz wissen.‘

In seinen Gedanken versunken bemerkte der Junge nicht, wohin ihn seine Beine trugen. Er hastete um ein Regal und knallte gegen den Tisch, den der Fürst in Anspruch genommen hatte. Dabei fiel eine Papyrusrolle zu Boden. „Was machst du da!“, ertönte die brummige Stimme des Fürsten wütend und er eilte herbei. Der Junge wollte die Rolle vom Boden aufheben, doch er wurde zur Seite gedrängt und mit einem finsteren Blick verscheucht.

„Entschuldigung!“, schoss es aus Tekks Mund, doch so leise, dass es kaum hörbar war.

Dabei erhaschte er einen Blick auf der Papyrusrolle. „. . .dorum“ lautete die letzten Buchstaben der Überschrift.

„Nun machen wir uns auf den Weg!“, beschloss der Druide noch immer voll Zorn und Tekk war sauer auf sich: ‚Wie konnte mir das nur passieren!‘

Der Fürst verstaute seine Unterlagen wieder, steckte behutsam seine Notizen ein und sie verließen das Gebäude. In einem schnellen Galopp ritten sie aus der Stadt. Es war bereits dunkel geworden, als sie auf einen Weg abbogen, der sich entlang zwischen einigen Feldern schlängelte.

Tekk glaubte zuerst an einen Scherz und kam darauf aus dem Staunen nicht mehr heraus, als der Druide stolz erklärte: „Willkommen in meinem Reich, hier ist mein wohlgeliebtes Daheim!“

Zuerst sah Tekk auf dem waldbewachsenen, sanft ansteigenden Hügel, der sich vor ihm erstreckte. Aber er sah kein Haus!

Erst bei näherer Betrachtung fiel es ihm wie Schuppen von den Augen, als er eine große rote Kuppel ausmachte, die von Baumwurzeln und Kletterranken fast überwuchert war. Umringt wurde die rote Wölbung von mehreren übergroßen Pilzen, die sich wie Gebäude in einer Siedlung dich aneinanderreihten. Auf einem besonders großen Hut eines Pilzes, der sich rechts von dem Jungen befand, flossen viele, breite, flache Rinnsale, die wie kleine Wasserfälle von den Pilzen plätscherten und in einen kleinen See mündeten. Von dort schlängelte ein kleiner Bach weiter durch den restlichen Wald.

Das besondere an den Pflanzen war nicht nur die Größe, sondern auch die Luken die sich in allen Höhen befanden und zum Teil kreisrund oder viereckig und rechteckig waren und wie Fenster wirkten, da sie mit Holz umrunden und mit Glas verschlossen waren. All diese Pilze bildeten zusammen das einzigartige, große Domizil des Druidenfürsten.

Anuk hielt sein Pferd an einer großen, runden Ebene und sprang ab. Tekk tat es ihm gleich und bewunderte zwei symmetrische Treppen, die aus Wurzelstöcken und Steinen bestand. Geschwungen führten sie links und rechts von dem Jungen weg und traf sich etwas oberhalb vor einer großen, ovalen Holztür. Diese umschloss ein riesiger, strahlend weißmarmorierter Felsen, der sich unterhalb der Pilze befand. Der Wiggo kam aus dem Staunen nicht mehr heraus. Plötzlich hörte er hinter sich das Galoppieren von Pferden.

„Wir bekommen noch Besuch!“, stellte der Fürst überrascht fest, da er offensichtlich nicht mit Gäste gerechnet hatte. Neugierig hielt er nach den Ankömmlingen Ausschau. ‚Wer ist das?‘, wunderte er sich, da er die Personen aus der Ferne noch nicht erkannt hatte.

Mao und das Vermächtnis von Atlantis

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