Читать книгу Mao und das Vermächtnis von Atlantis - Mario Klotz - Страница 27
Umzingelt
ОглавлениеEine anstrengende Nacht mit nur wenig Schlaf lag hinter Min und Sem, die sich mit der Wache abgelöst hatten. Der Herzog hatte angeboten, auch eine Schicht zu übernehmen, doch die beiden lehnten dies ab.
Dem allem zum Trotz eilte der Hauptmann im Schnellschritt voraus, ihre Feinde waren ihnen näher, als den Kriegern lieb war. Plötzlich blieb er stehen, kletterte auf einen Felsen und sah sich hinter ihnen um. Er drehte sich wieder nach vorne und winkte mit beiden Händen.
„Was machen Sie da? Wollen Sie die Feinde auf uns aufmerksam machen?“, ärgerte sich der Herzog, der mit jedem Schritt aggressiver wurde.
Doch Min tat, als hätte er ihn nicht gehört. Dies versetzte den Mann in einen heftigen Wutanfall. Er packte Min, blickte ihm tief in die Augen und begann mit den Zähnen zu fletschen. „Ich habe Sie was gefragt!“, fuhr er ihn fuchsteufelswild an.
„Lassen Sie diesen Unsinn, wir müssen weiter!“, entgegnete Min und befreite sich ohne große Mühe aus dem Griff des Herzogs. Unbemerkt blickte er kurz zu Sem, lächelte, nickte und setzte den Weg fort.
Sem fiel ein Stein vom Herzen und eilte hinterher. Doch der Herzog blieb stehen.
„Schön langsam wird mir bewusst, wieso Ihre Männer Sie verlassen haben. Die wussten wohl, dass Sie nichts taugen!“, rief er ihm nach und da sie nicht stehen blieben, setzte er eines obendrauf: „Nur das kleine Bubi himmelt Sie an!“
Min blieb stehen, drehte sich um und eilte mit großen Schritten auf den Mann zu. Er packte ihn und sprach wütend: „Was haben Sie eigentlich für Probleme? Ohne Sem währen Sie schon längst tot!“
„Ich habe Ihnen vertraut, das ist mein Problem! Sie werden uns hier nie rausführen und somit bin ich ohnehin schon tot.“, grollte der Herzog, deutete in eine Richtung und brüllte außer sich: „Sehen Sie diese Hütte da vorne. Dort sind wir gestern schon vorbei gekommen! Wir sind seit gestern im Kreis gewandert!“
„Sie bringen es noch fertig und zerstören alles, ich wusste schon warum …!“, hauchte der Hauptmann zornig, warf den Herzog zu Boden und befahl: „Sie haben die Krieger des Roten Platzes auf unsere Spur geführt, diese werden uns gleich erreichen. Ich rate Ihnen dass Sie sich am Riemen reisen und rennen, ich werde Sie nicht noch einmal retten.“
Sem und der Hauptmann liefen so schnell sie konnten. Auch der Herzog sprang auf die Beine und rannte los. Aus weiter Entfernung konnte er das Getrampel von Pferden wahrnehmen.
Der Herzog behielt jedoch recht, sie liefen genau zu der Stelle am See, an der sie am Tag zuvor waren. Doch dieses Mal hatten sie keine Zeit, sich die Hütte auf der anderen Seite anzusehen, denn die Verfolger befanden sich dicht hinter ihnen.
Min und Sem befanden sich ein großes Stück vor dem Herzog und liefen einen Pfad entlang. Der Mann lief ihnen keuchend nach. Erst nun erinnerte er sich an das Gespräch, dass sie gestern geführt hatten. Der Hauptmann hatte ihm erklärt, dass dieser Pfad in einer Sackgasse enden würde und nun hatte er diesen eingeschlagen. Der Herzog wollte seine Vordermänner warnen, doch diese waren zu weit entfernt.
Deshalb wollte er seine eigene Haut retten und einen anderen Weg einschlagen, doch es gab keinen. Links befand sich der See und etwas weiter auf der anderen Seite eine hohe Felswand. Der Herzog wollte umdrehen doch da erkannte er die Feinde, die auf ihn zukamen und deshalb lief er so schnell wie möglich weiter.
Sem und Min waren vor dem Felsen angelangt, neben ihnen erstreckte sich der See. Es gab keinen Ausweg mehr. Sem versuchte noch die Felswand empor zu klettern doch schaffte es nicht schnell genug, deshalb stellte er sich neben den Hauptmann und zog ebenfalls seinen Speer, den er wie Min, in der Nacht geschnitzt hatte. Kampfbereit stellten sie sich ihren Feinden. Sie wollten nicht kampflos aufgeben, auch wenn es so aussah, als ob sie keine Chance hatten, lebend davon zu kommen.
Der Herzog lief so schnell er konnte den Pfad entlang, der sich durch einige Bäume entlang schlängelte und schließlich kam er bei ihnen an. Ängstlich stellte er sich hinter sie.
Langsam näherten sich die beiden Reiter. Hinter ihnen schritten fünf weitere Feinde, bis sie Auge in Auge gegenüberstanden.
„Sie haben sich wacker geschlagen, doch nun ist Ihre Flucht zu Ende, Herr Herzog!“, sprach einer der Reiter und die Nachhut kam noch näher.
„Noch ist es nicht vorbei!“, erwiderte Min, doch die Feinde lachten nur.
„Und wer soll uns aufhalten?“, erkundigte sich der Mann am Pferd uns sprach weiter: „Ihr denkt doch nicht, dass ihr zwei mit euren Zahnstochern uns aufhalten könntet!“ und die anderen lachten erneut.
„Wir nicht!“, stimmte Min zu und brüllte laut: „Jetzt!“
Was nun geschah, damit hatten weder die Feinde noch der Herzog gerechnet.