Читать книгу Teresa von Avila im Spiegel des Lebens und der Deutung Edith Steins - Mike Wogengletter - Страница 7

2.3 Studienzeit und Suche nach dem Wahren

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Während der Studienzeit in Breslau beschreibt Edith Stein, dass sie mit ihrer Schwester Erna und zwei anderen Freundinnen, Rose und Lilli, sehr eng steht. Sie lesen Kant und Fragen der Psychologie, aber auch Frauenfragen diskutieren sie „heiß“[34]. Hans Biberstein entpuppt sich hier als wahrer Verfechter der weiblichen Gleichstellung.[35]

Als sich Edith Stein in Breslau für die Fächer Psychologie, Geschichte, Germanistik „und nur nebenbei auch noch Philosophie“[36] einschreibt, muss sie einige Texte aus der Bibel aus dem Althochdeutschen übertragen. Sie selbst erkennt zu dieser Zeit noch nichts Sakrales in den Texten. Auf die Fächer Psychologie und Philosophie ist sie „am meisten gespannt“[37]. Durch Geschichte fühlt sich die junge Studentin immer mehr dem jungen deutschen Reich verpflichtet. Aus einem „starken sozialen Verantwortungsgefühl“[38] setzt sie sich immer wieder für das „Frauenstimmrecht“[39] ein, so sehr sogar, dass sie die nicht engagierten Studentinnen und Studenten verachtet. Hier wird ein starker Akzent auf die Suche nach innerweltlichen Problemstellungen offenbar.[40]

In den Studienjahren versteht sich Edith Stein zunächst als Jüdin ohne Glauben, da sie in den Jahren um 1906 ihren „Kinderglauben“[41] ablegt hat. Ihre Hoffnung legt sie in die Psychologie. Durch diese möchte Edith Stein mehr über die Tiefen der Seele erfahren. Wie sie später aber in „Endliches und Ewiges Sein“ festhält, hat die damalige Psychologie nicht nur das Problem, dass sie als Wissenschaft zu sehr in den „Kinderschuhen“[42] steckt, sondern auch, dass sie nicht mehr mit dem Begriff Seele operiert. Hierzu schreibt sie:

„Und denken wir schließlich an die wissenschaftliche Erforschung der »inneren Welt«, die sich diesem Seinsgebiet wie allen anderen zugewendet hat, so ist es ganz erstaunlich, was vom Reich der Seele übriggeblieben ist, seit die »Psychologie« in der Neuzeit begonnen hat, sich ganz unabhängig von allen religiösen und theologischen Betrachtungen der Seele ihren Weg zu bahnen: das Ergebnis war im 19. Jahrhundert eine »Psychologie ohne Seele«. Sowohl das »Wesen« der Seele als ihre »Kräfte« wurden als »mythologische Begriffe« ausgeschaltet, und man wollte sich nur noch mit den »psychologischen Phänomenen« beschäftigen.“[43]

Da Edith Stein ihr Studium nur mit dem Ziel Lehramt anstreben kann, etwas Anderes steht ihr als Frau in diesen Jahren nicht zu, setzt sie sich auch mit pädagogischen Problemstellungen auseinander. Diese werden an der Universität zu Breslau zwar theoretisch bearbeitet, die fachpraktischen Fragestellungen aber bleiben meist unbeantwortet, sodass sie sich mit einer Gruppe junger Pädagoginnen und Pädagogen zusammenfindet, um diese Fragestellungen zu bearbeiten. Dort lernt sie auch Dr. Moskiewicz kennen, der ihr den Weg zur Phänomenologie nach Göttingen empfiehlt.[44]

Während der Jahren ohne Glauben ist Edith Stein von einer Todessehnsucht geplagt, welche ihr selbst Angst bereitet. Sie beschreibt dabei eine Situation, in der das Gaslicht, das zur Nacht brennt, erloschen ist und so das Zimmer mit giftigem Gas füllt. Ihre Schwester Frieda erkennt am Morgen die Situation, [reißt] schnell das Fenster auf, dreht[] den Hahn ab und weckt[]“[45] die Schwestern Erna und Edith Stein. Edith Steins erster Gedanke ist: „Wie schade! Warum hat man mich nicht für immer in dieser tiefen Ruhe gelassen?“[46] Gleichzeitig ist sie jedoch schwer betroffen über diesen Gedanken, da sie selbst die Zeit um das Studium in Breslau als eine der glücklichsten ihres Lebens einschätzt. In der Edith-Stein-Biografie von Elisabeth Endres wird der Gedanke als eine Reaktion der Nerven auf die Lebenssituation gedeutet.[47] Diese Meinung wird hier jedoch nicht geteilt, da Edith Stein der bewusstseinstrübenden Wirkung des Gases unterliegt und somit nicht zurechnungsfähig ist, was auch in ihrem Erschrecken über den Gedanken widergespiegelt wird. Echt depressiv anmutende Gedanken tauchen allerdings laut Selbsteinschätzung in den folgenden Jahren um den Sommer 1912 auf. Sie wünscht sich, von Autos überfahren zu werden, oder, dass sie bei Spaziergängen tödlich verunglücke. Allein Bachs Orgelkonzerte vermögen sie aus dem Stimmungstief zu befreien.[48] Durch die Drangsal dieser Jahre mögen wahrscheinlich auch Worte aus der Autobiografie Teresa von Avilas Edith Steins Seele berührt haben. Diese lauten: „Seid überzeugt, dass ihr euch in tödliche Gefahr begebt, wenn ihr euch vom Gebet trennt. Bei mir jedenfalls war es so.“[49]

Edith Stein begibt sich in den Jahren des ersten Weltkriegs freiwillig in den Dienst beim Roten Kreuz. Ihre körperliche Konstitution scheint jedoch „nicht stabil genug für diese Aufgaben. Sie erkrankt[] an einem Bronchialkatarrh.“[50] Daraufhin muss sie wieder in das bürgerliche Leben zurück, aber sehnt sich nach ihren Studien in Göttingen. So legt sie zwischen dem 14. und 15. Januar 1915 ihre Staatsexamensprüfung mit einer sehr guten Note ab. Danach begibt sie sich zurück nach Breslau. Von dort aus meldet sie sich erneut beim Roten Kreuz und wird von dort aus nach Mährisch- Weißkirchen in ein Seuchenlazarett verwiesen.[51] In diesem Feldlazarett erlebt sie, wie Patienten an Typhus leiden und sich „durch einen schweren Kollaps, der einem Todeskampf glich, wieder erholten“[52]. Im September des Jahres 1915 fährt sie erneut nach Breslau, um sich hier zu erholen. Sie legt auch in Breslau ihr Examen für Krankenpflege ab, muss aber danach nicht mehr in das Lazarett zurück, da sich die Front verschoben hat und das Lazarett aufgelöst worden ist.[53]

Edith Stein widmet den Erfahrungen aus Mährisch-Weißkirchen ein eigenes Kapitel. Die junge Philosophin erweist sich dort als eine sehr tüchtige Krankenschwester. Besonders eindrückliche Schilderungen von übergriffigen Ärzten, genötigten Krankenschwestern und Patienten mit Lazaretterkrankungen werden in diesem Kapitel skizziert. Sie wehrt sich schon lange gegen den Genuss von Alkohol und wird durch das Verhalten der anderen Menschen darin nur noch bestärkt. Die Übergriffe durch Ärzte ihrer Person gegenüber stellt sie mutig zur Rede. Auch ist sie immer auf eine wütende Art über die Hygiene betroffen, die ihrer Ansicht nach besser ausgeführt werden müsste. Die Patienten danken ihr ihre Fürsorge sehr: Ein Patient, den sie in ihrer besonderen Pflege hat, schreibt ihr später noch Briefe. Sie berichtet von Fütterungen, frisch zu machenden Betten und Wundlagerungen, welche sie durchzuführen hatte. Als Literatur während dieser Zeit erwähnt sie Homer und Husserl.[54]

Um in den Göttinger Kreis der Phänomenologen gelangen zu können, folgt sie dem Rat Moskiewiczs, spricht bei Adolf Reinach vor und ist überrascht über das positive Gespräch. Darüber hinaus erfährt sie von Moskiewicz, der auch nach Göttingen gereist kommt, dass es ein wöchentliches Treffen der Göttinger Philosophen gibt, an denen sie bald rege teilnimmt. Ihr erstes Zusammentreffen mit dem Philosophen Husserl – er hatte sich, wie viele seiner Schüler, vom Judentum zum reformierten Christentum bekehrt – ist ihr in Erinnerung geblieben, weil Husserl Edith Stein für die vorausgegangene Lektüre der „logischen Untersuchungen“ sehr lobt. Er bezeichnet dies ihr gegenüber als eine „Heldentat“[55].

Die Seminare mit dem Husserlschüler Max Scheler bleiben ihr gut in Erinnerung. Max Scheler ist ebenso wie Edith Stein Jude. Sein Vater ist Proselyt[56] und seine Mutter Jüdin. Er erfährt durch beide keinen Rückhalt im Glauben und entscheidet sich für den Katholizismus. So ist seine Phänomenologie dementsprechend katholisch geprägt.[57] Dieser Einfluss ist für Edith Stein als Wahrheitssuchende ein weiterer prägender Faktor. Während der Themenformulierung ihrer Staatsarbeit stellt sie eine Lücke in den systematischen Betrachtungen Husserls fest. Hier schon stellt sie sich die Frage über die sie promovieren will: „Was ist die Einfühlung?“[58] In der Autobiografie äußert sie sich folgendermaßen:

„In seinem Kolleg Natur und Geist hatte Husserl davon gesprochen, daß eine objektive Außenwelt nur intersubjektiv erfahren werden könne, d.h. durch eine Mehrheit erkennender Individuen, die in Wechselverständigung miteinander stünden. Demnach sei die Erfahrung von anderen Individuen dafür vorausgesetzt. Husserl nannte diese Erfahrung im Anschluß an die Arbeiten von Theodor Lipps Einfühlung, aber er sprach sich nicht darüber aus, worin sie bestünde.“[59]

Edith Stein erkennt die Bedeutung der Einfühlung für die Phänomenologie und die Idee, darüber zu promovieren, gefällt Husserl sehr gut, sodass er sie in ihrem Vorhaben unterstützt. Er besteht aber auf eine Anbindung an die Schriften Theodor Lipps.

Während der Arbeit an ihrem vorhergehenden Examen ist Edith Stein von schwerem Weltschmerz gebeutelt worden. Sie verliert jeden Lebensmut. Sie wünschte sich bei jeder Straßenüberquerung, dass sie von einem Wagen erfasst werde, oder auf Ausflügen, dass sie „abstürzen und nicht mehr lebendig zurückkommen würde“[60].

Dennoch erhält sie eine sehr gute Note für ihr Staatsexamen, das sie im Januar 1915 vollendet. Am Ende desselben Jahres wird sie zu der Familie Reinach eingeladen. Dieses ist ein wichtiger Schritt für ihre Anerkennung im Kreis der Göttinger Phänomenologen. Über den Glaubensweg der Studienzeit subsumiert Edith Stein, dass sie den Weg zu Gott noch nicht wiedergefunden habe, aber durchaus die Ehrfurcht vor Glaubensfragen und gläubigen Menschen verspürt.[61]

Nach dem Dienst in dem Feldlazarett von Mährisch-Weißkirchen macht Edith Stein ihr Graecum. Schon bald darauf richtet sie sich auf das Schreiben ihrer Doktorarbeit bei Husserl ein. Sie ist dazu auf der Suche nach der Einfühlung, welche es –ihrer These zufolge – der menschlichen Person ermöglicht, über die äußeren Objekte bewusst zu werden. In der Phänomenologie ist das Außen durch Intersubjektivität bestimmbar.[62] Die Einfühlung ist dabei die Verbindung zwischen der inneren Person, dem Subjekt, und den äußeren Personen. Durch sie wird erkannt, was für Regungen der äußere Mensch durchlebt, im Sinne der Empathie aber auch als Absicherung dafür, dass es andere erlebende Bewusstseine gibt.[63]

Husserl hatte diesen Begriff nicht reflektiert, sodass Edith Stein nun diese Arbeit übernimmt. Während der Arbeit an ihrer Promotionsschrift wird sie von ihrer alten Schule angefragt, ob sie als Lehrerin aushelfen könne. Diese Arbeit übernimmt Edith Stein. Die doppelte Anstrengung jedoch zehrt an ihrer Substanz, sodass sie sich zugunsten der wissenschaftlichen Arbeit gegen den Schuldienst entscheidet. Husserl hat zeitgleich einer Anstellung der Freiburger Universität nachgegeben, sodass sie ihr Werk „Zum Problem der Einfühlung“ dorthin schickt, um dann nachzureisen. Auf dieser Reise begleitet sie der Philosoph Hans Lipps, auf dessen Werk sie in ihrer Doktorarbeit Bezug genommen hat. In dieser Phase ist sie immer noch Jüdin ohne Glauben.[64]

Dennoch zeichnen sich während der Fahrt nach Freiburg im Juni des Jahres 1916 Entwicklungen zu einem Glaubensleben im Stillen ab. Wichtig ist dabei die beschriebene Ehrfurcht, die Edith Stein beim Betreten des Doms zu Frankfurt empfindet. Diese Erfahrung, die sie in Begleitung von Pauline Reinach macht, leitet eine neue Stufe in ihrem Glaubensleben ein. In diesem katholischen Bauwerk erlebt Edith Stein, die sonst rational fokussiert für ihre Arbeit lebt, einen anrührenden Moment: Eine Frau hat sich vom Markt kommend in den Dom begeben, um ein kurzes Gebet zu verrichten. Dieses zu erleben ist für Edith Stein so, als ob sich die Frau in einem vertrauten Gespräch an Gott richtet, was sie vorher in der Synagoge oder bei dem Besuch reformierter Kirchen nicht erlebt hat. Dieser Moment der stillen Andacht einer Fremden belegt Edith Steins Erkenntnis, auf einen weiteren Schritt in das Phänomen des Glaubens eingetreten zu sein. Sie schreibt selbst dazu, dass sie dieses Zwiegespräch habe „nie vergessen können“[65].

Diese Wahrnehmung erinnert an ihre Tätigkeit in Mährisch-Weißkirchen. Sie berichtet in diesem Zusammenhang von einem Schutzgebet im Notizbuch eines Soldaten. Dieses Schreiben hat sie „durch und durch“[66] bewegt. Also ist auch schon in diesen Jahren eine Offenheit für das Phänomen Glauben zu erspüren. Dennoch bezeichnet sie sich selbst zu diesem Zeitpunkt nicht mehr bzw. noch nicht als gläubige Frau. Ein wesentlicher Schritt aus dem Atheismus ist später der Tod Adolf Reinachs, dessen Witwe Edith Stein helfen will, eine Schriftensammlung für ein Jahrbuch zusammen zu finden. Der Tod im November 1917 trifft Witwe Reinach nicht in dem Ausmaß, das Edith Stein erwartet hätte. „Frau Reinach war in all ihrem Schmerz von einem sieghaften, starken Glauben erfüllt“[67], von dessen Begegnung Edith Stein dann verlauten lässt:

„Es war dies meine erste Begegnung mit dem Kreuz und der göttlichen Kraft, die es seinem Träger mitteilt. […] Ich sah zum erstenmal die aus dem Erlöserleiden Christi geborene Kirche in ihrem Sieg über den Stachel des Todes handgreiflich vor mir. Es war der Augenblick in dem mein Unglaube zusammenbrach, das Judentum verblaßte und Christus aufstrahlte: Christus im Geheimnis des Kreuzes.“[68]

Von hier an ist sie dennoch weiterhin auf der Suche nach dem wahren Glauben. Sie kauft „aus psychologischem Interesse“[69] die Exerzitien von Ignatius von Loyola, merkt dann aber schnell, dass „man etwas derartiges nicht nur intellektuell konsumieren kann, sondern, daß man die Exerzitien »tun« müsse“[70]. Des Weiteren führt ihre Suche nach der Wahrheit über verschiedene Kirchenbesuche dazu, dass sie schreibt:

„Ich habe das Heidelberger Schloß, den Neckar und die schönen Minnesängerhandschriften in der Universitätsbibliothek gesehen. Und doch hat sich wieder etwas anderes tiefer eingeprägt als diese Weltwunder: eine Simultankirche, die in der Mitte durch eine Wand geteilt ist diesseits für den protestantischen, jenseits den katholischen Gottesdienst benützt wird.“[71]

Die Benutzung der Begriffe „diesseits“ und „jenseits“ ist hier sehr aufschlussreich und interessant. Da es sich hier wahrscheinlich nicht nur um eine räumliche Betrachtung handelt, ist anzumerken, dass Edith Stein, wie viele Philosophen des Göttinger Kreises wahrscheinlich zunächst eher dem Protestantismus zugeneigt war, was auch ihren späteren Schritt im Sommer 1921 erkennbar ist, da sie sich bisher noch zu keinem Glauben bekennt.

Über die Zeit in Freiburg, zu der auch das Rigorosum am 03. August 1916 gehört, ist zu berichten, dass Edith Stein hier eine Assistenzstelle bei Husserl erhält. Diese ist ihr wohl auch über das Summa cum laude ihrer Doktorarbeit zu teil geworden. Mit der Fahrt nach Freiburg enden die Aufzeichnungen der Autobiografie.[72]

Darüber, was auf ihrem langen Weg über die verschiedenen Stufen aus dem Judentum in den Katholizismus der entscheidende Schritt ist, lässt Edith Stein keinen Zweifel. Sie ist im Sommer des Jahres 1921 bei ihrer Freundin Hedwig Conrad-Martius in Bergzabern zu Besuch. Beide Frauen haben zu dieser Zeit als Philosophinnen tiefe Glaubenszweifel. Da begegnet Edith Stein im Bücherschrank der Conrads der Autobiografie von Teresa von Avila, nach deren Lektüre sie sich durch zwei Aussprüche zum Katholizismus bekennt. Der erste soll gewesen sein: „Das ist die Wahrheit!“[73] Der zweite aber „secretum meum mihi“[74]. Beide sind, gegenüber Hedwig Conrad-Martius, ausgesprochen, der tiefe Ausdruck dafür, was Edith Stein im Angesicht der Heiligen Teresa von Avila empfunden haben mag. Zum einen findet die Überwältigung durch die Wahrheit Gottes Ausdruck und zum anderen die intime Berührtheit durch Gott in dem Wort „secretum meum mihi.“[75] Dennoch differenziert Edith Stein nicht aus und beschreibt auch nicht genau, wie Gott sie berührt hat. Dabei reicht die Wirkung der Worte Teresa von Avilas nicht nur in die Tiefen des Glaubens, sondern eröffnet Edith Stein den Weg in den Katholizismus. Sie bemerkt dazu in den Jahren 1935/36:

„Ihre Wirkung streckt sich über die Grenzen ihres Volkes und ihres Ordens hinaus, ja sie bleibt nicht einmal auf die Kirche beschränkt, sondern greift auch auf Außenstehende über. Die Kraft ihrer Sprache, die Wahrhaftigkeit und Natürlichkeit ihrer Darstellung schließen die Herzen auf und tragen göttliches Leben hinein.“[76]

So entsteht also – durch die Lektüre inspiriert – eine Sehnsucht nach dem Göttlichen in Edith Stein. Sie kauft sich am Morgen nach der Lektüre der Autobiografie der Heiligen einen Katechismus und das Messbuch, um es gründlich zu erforschen. Danach begibt sie sich zu einer Messfeier in die Kirche und bittet im Anschluss den Priester um die Taufe. Der Geistliche weist sie daraufhin, dass die Sache wohl überlegt sein müsse, aber Edith Stein ist überzeugt. Die Taufe wird also für den 01. Januar 1922 auf das Fest der Beschneidung Jesu festgelegt und Hedwig Conrad-Martius ist Taufpatin.[77]

Teresa von Avila im Spiegel des Lebens und der Deutung Edith Steins

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