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Prolog: Die Eröffnung

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Es war einmal ein mächtiges Land, das von einer furchtbaren Krise heimgesucht wurde. Die Menschen in diesem Land waren wütend und verzweifelt, denn das Geld hatte seinen Wert verloren. Die Kinder hungerten, die Frauen weinten, und die Männer fluchten. Die korrupten Herrscher versteckten sich ängstlich in ihren Festungen. Die Reichen hatten Gold und Edelsteine gehortet, und nun feierten sie vergnügt in ihren Palästen, während das einfache Volk in Armut lebte und auf eine bessere Zukunft hoffte. Es war eine Zeit der Revolution und der Veränderung.

Die Hauptstadt des Landes brannte. Eine Ausgangssperre wurde über die ganze Stadt verhängt. Öffentliche Einrichtungen wurden geschlossen. Die Arbeiter legten ihre Werkzeuge nieder und streikten. Die Menschen demonstrierten entschlossen auf den Straßen oder verkrochen sich ängstlich in ihren Wohnungen und Häusern. Geschäfte wurden geplündert und niedergebrannt. Feuerwehrsirenen heulten durch die Stadt, ständig auf der Suche nach Autos oder Gebäuden, die den Flammen zum Opfer gefallen waren. Es herrschten kriegsähnliche Zustände. Das Land drohte im Chaos zu versinken.

****

Ein gepanzerter Polizeitransporter schwankte unentschlossen von einer Straßenseite zur anderen. Ein lauter Knall, der vom rechten Vorderreifen kam, ließ das Fahrzeug mehrmals überschlagen. Die dicken Panzerplatten an der Außenwand des Transporters rieben am schwarzen Asphalt der Straße und hinterließen einen orangefarbenen Funkenregen. Das Gefährt rutschte seitlich liegend einige Meter weiter die Straße entlang, bis es zum Stehen kam und so der Breite nach die gesamte Hauptstraße blockierte.

Ein in Schwarz gekleideter Mann kletterte auf den umgefallenen Transporter und kroch nach vorne zur Fahrerkabine. Sein Gesicht hielt er hinter einem schwarzen Tuch versteckt, auf dem das Abbild eines grinsenden Totenkopfes zu sehen war. Nur seine hasserfüllten Augen und seine mit Schweiß bedeckte Stirn konnte man erkennen.

Der maskierte Mann spähte durch das zerbrochene Seitenfenster des Transporters und erblickte den Fahrer und dessen Beifahrer – beides Polizeibeamte.

Leises, qualvolles Stöhnen war in der Fahrerkabine zu hören. Die Polizisten erwachten aus ihrer Bewusstlosigkeit. Ihre Körper, die zwischen Armaturenbrett, Lenkrad und Sicherheitsgurt eingeklemmt waren, begannen langsam wieder Leben zu zeigen. Nicht mehr lange, denn der maskierte Mann nahm aus seinem Rucksack eine etikettenlose Flasche, die mit einem Stofffetzen zugestopft war. Mit einem Feuerzeug zündete er den Fetzen an. Nun blieben ihm nur noch wenige Sekunden, bis die Flamme das Innere der Flasche erreichte, und die darin befindliche Flüssigkeit entzünden würde.

Er warf die Flasche durch das offene Seitenfenster der Fahrerkabine. Mit einer gelbblauen Explosion entfaltete der Cocktail seine todbringende Wirkung. Das Feuer ließ die zwei Polizisten mit einem entsetzlichen Schrecken auffahren. Verzweifelt schlugen sie mit ihren Armen wild um sich. Sie versuchten, die sich rasch verbreitenden Flammen mit bloßen Händen zu ersticken. Doch es war zu spät. Das Feuer hatte sich bereits über ihren ganzen Körper ausgebreitet. Beide Polizisten schrien vor Schmerzen.

Der maskierte Angreifer stellte sich aufrecht auf den Transporter, hob seine Arme triumphierend empor und ballte seine Fäuste dem schwarzen, sternenlosen Himmel entgegen. Er stieß einen entsetzlichen, beinahe tierischen Schrei in die dunkle Nacht hinaus, als wolle er der Welt zeigen, dass er alleine den Polizeitransporter bezwungen hatte.

Ein hohes Zischen pfiff durch die Luft, und wie aus dem Nichts schoss ein zylinderförmiges Projektil auf den Mann zu. Das Geschoss traf ihn in die Brust. Die Wucht des Aufpralls war so stark, dass man ein lautes Knacken des Brustkorbes hören konnte. Der maskierte Mann stürzte rücklings in die Tiefe und fiel auf den harten Straßenboden, wo er regungslos liegen blieb.

Dutzende Polizisten, mit Gummiknüppeln und Granatpistolen bewaffnet, kamen die Straße entlang. Geschützt durch Schilde und Helme, marschierten sie in enger Formation auf den umgekippten Transporter zu.

Drei der Polizisten trennten sich vom Rest und rannten zum Vorderteil des Fahrzeuges, um die Fahrer zu befreien. Mit großem Bedauern mussten sie feststellen, dass jede Hilfe zu spät kam, und sie nur noch die verbrannten Leichen ihrer Kollegen bergen konnten.

Hinter ihnen schossen weitere Polizisten unzählige Rauchgranaten in die Luft, die auf der gegenüberliegenden Seite des Transporters landeten.

Im Gegenzug wurden von der anderen Seite brennende Flaschen und Steine auf die Polizeitruppen geschleudert. Viele der geworfenen Gegenstände verfehlten jedoch ihr Ziel oder prallten an den Schutzschilden ab.

Ein Löschpanzer rammte den seitlich liegenden Polizeitransporter, schob ihn von der Hauptstraße und legte so den Weg für die restlichen Einsatzkräfte frei.

Hunderte von Demonstranten, teilweise maskiert und bewaffnet, rannten kreuz und quer über die Straße. Einige liefen wie aufgescheuchte Hühner davon, manche versteckten sich in den Seitengassen, aber viele hielten die Stellung.

Mit der Wasserkanone trieb der Löschpanzer die wütende Menge weiter auseinander.

Mehrere Teile der Straße waren blutverschmiert. Schwarzer Rauch, der von den brennenden Autos aufstieg, vermischte sich mit dem weißen Qualm der Rauchgranaten. Zerstörte Häuser und Geschäfte sowie eingeschlagene Schaufenster und die Schreie der panischen Menschen ließen diese apokalyptische Nacht in einem roten Flammeninferno untergehen.

Endgame

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