Читать книгу 8 Krimis fürs Fest: Krimi Paket - Alfred Bekker - Страница 26

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Am nächsten Morgen saßen wir in Herrn Bocks Büro und hofften, dass der Kaffee uns wach machen würde. Unser Einsatz hatte sich noch etwas in die Länge gezogen, so dass wir ziemlich spät ins Bett gekommen waren. Aber während der paar Stunden Schlaf, die wir uns gegönnt hatten, hatten einige Innendienstler Überstunden gemacht, um Ansatzpunkte für weitere Ermittlungen zu finden. Kollege Bienert trug die Ergebnisse vor.

Demnach war der Schiedsrichter Christof Mandelkow durch eine Waffe desselben Kalibers erschossen worden wie Mario DER HENGST Amato. Ob es sich tatsächlich auch um dieselbe Tatwaffe handelte, würde erst die ballistische Untersuchung ergeben. Der entsprechende Bericht lag aber noch nicht vor.

»Es ergeben sich in der Tat auffallende Parallelen zwischen beiden Attentaten«, erklärte Bienert. »Zum Beispiel war Mandelkow auch der Schiedsrichter in Amatos Kampf. Auch die Vorgehensweise des Täters war identisch.« Bienert wandte sich an mich. »Du hattest mir von Gerüchten berichtet, wonach Mandelkow auf der Gehaltsliste von Claas Jordan stünde. An der Sache scheint zumindest insofern etwas dran zu sein, als Mandelkow bei Claas Jordan angestellt war, bevor er Schiedsrichter wurde.«

»Die Verbindung der Opfer zu Claas Jordan ist also eine weitere Gemeinsamkeit«, resümierte Herr Bock.

»Vergessen Sie nicht die Karte mit der Fliege!«, warf ich indessen ein.

Bienert fuhr fort: »Der Unterschied war diesmal die Tatsache, dass der Täter zuvor angerufen hat. Unsere Spezialisten arbeiten noch daran, ob man aus der verzerrten Aufnahme ein Stimmenprofil erstellen kann. Nach Ansicht unserer Psychologen spricht das für einen extrem geltungssüchtigen Menschen. Das Wrestling Event in der Alsterdorfer Halle war nicht so bedeutend wie die Veranstaltung im Eichtalpark. Trotzdem wollte er sicher sein, dass seine Tat auch gebührende Beachtung findet. Zwei Minuten nach dem Anruf geschah das Attentat. Er ließ den Behörden also überhaupt keine Möglichkeit, etwas zu unternehmen. Als die zuständige Polizei auftauchte, war bereits alles gelaufen. Auch ein Warnanruf an den Veranstalter konnte nichts mehr bewirken, weil das Attentat fast zeitgleich erfolgte.«

»Was würde das für ein psychologisches Täter-Profil ergeben?«, fragte Herr Bock.

Bienert antwortete: »Wir vermuten erstens, dass es ein Mann ist. Dafür spricht auch die Analyse des Tonbandes, das wir von seinem Anruf besitzen. Zweitens muss er das Gefühl haben, in seinem Leben alle Chancen verpasst zu haben, um auf andere Weise etwas Bedeutendes leisten zu können und in der Öffentlichkeit hervorzutreten. Wir schätzen daher, dass er mindestens dreißig Jahre alt ist, vermutlich aber älter. Drittens ist er kein Selbstmörder, der ohne Rücksicht auf Verluste die Auseinandersetzung sucht. Wahrscheinlich ist er eher zurückhaltend und vorsichtig, gleichzeitig aber sehr eitel, wofür die Fliege spricht. Er will, dass man ihn mit dem Verbrechen identifiziert. Aber er will auf keinen Fall erwischt werden. Jede Tat ist für ihn auch ein Spiel mit der eigenen Angst, die er überwinden muss. Das bedeutet für ihn einen Kitzel.«

»Das bedeutet, er wird weitermachen und sich dabei steigern«, stellte ich fest.

Bienert nickte.

»Genau das ist zu befürchten - vorausgesetzt, unsere Grundannahme stimmt und bei dem Täter handelt es sich wirklich um einen Psychotiker und nicht doch um einen Auftragskiller aus dem Dunstkreis um Claas Jordan.«

»Und wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein Lohnkiller versucht, einen Psychopathen zu simulieren?«, fragte Roy.

»Sehr gering«, sagte Bienert. »Bislang hat es kaum solche Fälle gegeben. Wenn es doch der Fall sein sollte, dann kommt als Täter am ehesten jemand in Frage, der mit der Arbeitsweise der Polizei sehr vertraut ist.«

»Ein Ex-Polizist ...«, entfuhr es mir.

Bienert nickte.

»Ja. Und tatsächlich gibt es jemanden in Claas Jordans Umgebung, auf den dieses Merkmal zutrifft. Sein Leibwächter. Er wurde aus dem Polizeidienst in Bielefeld entlassen, nachdem herauskam, dass er Bestechungsgelder angenommen hatte.«

Ich sagte: »Was mir nach wie vor Kopfzerbrechen bereitet, ist die Tatsache, dass es dem Täter gelang, seine Waffe in die Veranstaltung zu schmuggeln, obwohl es doch ein erhebliches Aufgebot an Sicherheitspersonal und Ordnern gab, die die Zuschauer kontrolliert haben.«

»Keine Kontrolle ist perfekt, Uwe«, war Max Warters Antwort. »Das weißt du so gut wie ich ...«

»Ist das Personal schon gecheckt worden, das bei den beiden Wrestling-Veranstaltungen beschäftigt war?«

»Nein, so weit sind wir noch nicht«, erklärte Bienert.

Wir hatten also nach wie vor zwei Spuren. Eine, die auf einen Geistesgestörten hinzuweisen schien und eine andere, die in Richtung von Claas Jordan deutete. Beide verliefen im Moment noch im Nichts.

Und dann gab es da schließlich noch den Mord an der Prostituierten Helen Lamari, der so gut wie aufgeklärt war. Nur konnten wir an den Auftraggeber nicht heran, solange Vincent Stark schwieg.

8 Krimis fürs Fest: Krimi Paket

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