Читать книгу Tochter der Diebin - Bo R. Holmberg - Страница 9
ОглавлениеAm nächsten Morgen steht Kerstin vor allen anderen auf und durchsucht die ganze Kate. Aber zu ihrer Freude findet sie nichts außer Brot.
Sie weckt ihre Mutter, schüttelt sie grob und fragt, wo sie all die Tage gewesen wär.
Anna sieht aus, als ob sie Jahre Schlaf gebrauchen könnte, wird jedoch allmählich wach, steigt aus dem Bett und geht sofort zu ihren Kleidern.
Aus der Schürzentasche holt sie die Handvoll Münzen und legt sie auf den Tisch.
»Das hab ich zusammengeschuftet«, sagt sie. »Mit Arbeit in Nätra.«
Sie reibt sich den Schlaf aus den Augen, aber Kerstin bleibt stehen, bis sie in die Augen sehen kann.
Da legt Anna ihr eine Hand auf die Schulter.
»Das ist die reine Wahrheit«, sagt sie.
Aber Kerstin weiß nicht so recht. Sie möchte ihr glauben, natürlich möchte sie glauben, dass ihre Mutter gearbeitet hat und das Geld ihr Verdienst ist.
Sie zieht sich an, nimmt sich ein Stück Brot, an dem sie knabbert. Bevor sie geht, beugt sie sich über die Mutter, die sich schon zur Wand gedreht hat, um wieder einzuschlafen.
»Es ist gut, dass du wieder da bist«, sagt sie zum Abschied.
Sie will der Mutter glauben. Sie möchte sie nicht noch einmal vom Schandpfahl abholen, und sie will sie nicht noch einmal in der Kirche in Schmach erleben.
Der Magen tut ihr weh, sie geht vorgebeugt über die Wiese, aber je mehr sie sich Jon Sigfridssons Hof nähert, umso mehr lassen die Schmerzen nach, und sie kann sich wieder aufrichten.