Читать книгу Das Baustellenhandbuch für den Innenausbau - Brigitte Hallschmid - Страница 10
ОглавлениеEstriche lassen sich nach folgenden drei Grundarten der Auflagerung unterscheiden:
• | im Verbund |
• | auf Trennschicht |
• | auf Dämmschicht |
Nachfolgend wird weiter unterteilt, und die Haupteigenschaften werden beschrieben.
Verbundestrich: | hohe Beanspruchbarkeit |
Estrich auf Trennschicht: | einfache Untergrundvorbereitung |
Estrich auf Dämmschicht: | Schall- und Wärmeschutz |
Heizestrich: | Flächenheizung |
Terrazzo: | hohe Beanspruchbarkeit, hochwertige Optik |
Ausgleichsestrich: | Ausgleich von Erhebungen, Gefälleausbildung, Einbetten von Kabeln, Rohren, Heizelementen |
Hohlböden: | siehe auch bei Trockenbauarbeiten unter Systemböden; zum Verlegen von Technik unter dem Fußboden |
Lastverteilungsschicht: | Fliesen und Platten für hohe Lasten |
{Verbundestrich}
Wegen der geringen Belastung sollte im Wohnungsbau auf Verbundestriche verzichtet werden. Ausnahmen sind beispielsweise Garagenestriche.
Der Untergrund muss sauber, griffig, offenporig, frei von Mörtelresten, Schlämpeschalen und Rissen sein. Als Besondere Leistung ist der besenreine Untergrund zur Untergrundvorbereitung durch Fräsen oder Strahlen zu bearbeiten. Die Betonrandzone ist als Besondere Leistung mit Wasserhochdruck zu reinigen und das Schmutzwasser abzusaugen, wenn die Fläche mit der Fräse oder dem Kugelstrahlgerät bearbeitet wurde, denn lose Bestandteile schaden dem Aufbau. Risse und Fugen im Untergrund können später an der gleichen Stelle im Estrich auftreten. Der Untergrund muss frei von Kabeln und Rohren sein.
Nur im Ausnahmefall wird ein Ausgleichsestrich {Ausgleichsestrich} als Untergrund für den Verbundestrich eingebracht. Allerdings ist bei solchen Konstruktionen bei Zementestrichen über Rohren, auch im Ausgleichsestrich, dennoch stets mit Rissen zu rechnen. Nur bei „frisch in frisch“-Verlegung ist keine Haftbrücke notwendig. Für alle anderen Untergründe, z. B. aus wasserundurchlässigem Beton, ist zur Herstellung des Verbunds eine Haftbrücke als Besondere Leistung auszuführen.
Zur Auswahl des geeigneten Bindemittels in Abhängigkeit vom Untergrund und dem geplanten Estrich dient nachfolgende Übersicht.
Estrichmörtelart | Untergrund | ||||||
Beton | CT | CA | AS1) | MA | Stahl2) | Holz2) | |
CT | + | + | o | o | – | o | o |
MA3) | + | + | o | o | + | o | + |
CA | + | + | + | o | o | o | o |
AS | o | o | – | + | – | o | o |
SR | + | + | o | o | o | o | o |
+geeignet | –nicht geeignet | omit besonderen Maßnahmen geeignet | |||||
1) sowie andere bitumengebundene Trag- und Deckschichten2) bei ausreichender Biegesteifigkeit3) Bei Stahlbetonplatten ist eine Sperrschicht vorzusehen. |
Tab. 5: Tabelle zur Auswahl geeigneter Bindemittel
Baustahlgitter sollten nicht als Bewehrung eingebaut werden, weil diese zu Verbundstörungen und Rissen führen können.
Für die Ebenheit gilt DIN 18202:2019-07, Tabelle 3, Zeile 2a, für nichtflächenfertige Oberseiten von Decken, beispielsweise zur Aufnahme von Bodenaufbauten wie Verbundestriche, und Zeile 3 für flächenfertige Böden wie z. B. Estrich.
Arbeitsfugen {Arbeitsfuge} sind in geringer Anzahl auszuführen, und auf Scheinfugen sollte verzichtet werden. Bewegungsfugen {Bewegungsfuge} werden entsprechend dem Baukörper übernommen. Fugen als Besondere Leistung sind mit Fugenprofilen {Fugen, Profil} herzustellen oder mit Fugenmasse zu füllen. Bewegungsfugenprofile {Bewegungsfuge, Profil} aus Metall sollten zur Vermeidung von späteren Rissen mit Reaktionsharzmörtel hinterfüllt werden, da der Estrich nicht auf dem Profilschenkel haftet. Alternativ können die Schenkel mit Reaktionsharz beschichtet und abgesandet werden. Die Notwendigkeit von Randdämmstreifen {Randdämmstreifen} ist zu prüfen; sie haben normalerweise lediglich trennenden Charakter.
Hohllagen können zum Wiederherstellen der Tragfähigkeit durch Hinterfüllen mit Reaktionsharz nachgebessert werden. Dabei ist auf angemessenen Einpressdruck zu achten. Bei hohem Einpressdruck löst sich nicht selten der Estrich im Randbereich der Hohllage weiter bis zu einer flächigen Ausdehnung der Hohllage ab. Bei geringen Einzellasten kann ein Verdübeln mit dem Untergrund ausreichen.
Die Dicke ist nach DIN 18560-1, Tabelle 1 und 2 zu wählen.
Aus fertigungstechnischen Gründen sollte die Dicke nicht weniger als etwa das Dreifache des Größtkorns des Zuschlagstoffs betragen. Bei einem Korngemisch von 0–8 mm wäre die theoretische Mindestdicke 24 mm.
Bei Gussasphalt sollte die Estrichnenndicke 20 mm nicht unterschreiten. Bei einschichtigem Estrich sollte bei Gussasphalt die Nenndicke von 40 mm und bei Calciumsulfat-, Kunstharz-, Magnesia- und Zementestrichen die Nenndicke von 50 mm nicht überschritten werden.
Nachfolgende Übersicht zeigt die Eignung der Estricharten bei Verlegung im Verbund.
CT | CT1) | CTF | CA | CAF | AS | MA | MA2) | SR |
++ | ++ | + | – | – | o | ++ | ++ | ++ |
1)hoch kunststoffmodifiziert | ++sehr günstig | +günstig | ||||||
2)Steinholz | oneutral | –ungünstig |
Tab. 6: Eignung der Estricharten bei Verlegung im Verbund
Gussasphaltestrich {Gussasphaltestrich} sollte bei Verlegung im Verbund in folgenden Festigkeitsklassen ausgeführt werden:
• | in beheizten Räumen: IC 10 oder IC 15 |
• | in nicht beheizten Räumen und im Freien: IC 15 oder IC 40 |
• | in Kühlräumen: IC 40 oder IC 100 |
Die Estrichbeschreibung „Estrich DIN 18560–CT–C35–A15– V40“ bedeutet: Es handelt sich um einen Zementestrich der Druckfestigkeitsklasse C35 mit einem Verschleißwiderstand von A15 und einer Nenndicke von 40 mm.
Bild 1: Estrich im Verbund (Quelle: Hallschmid)
{Estrich, auf Trennlage}
Estriche auf Trennschicht nach DIN 18560-4 werden eingesetzt, wenn keine Anforderungen an den Trittschall- und den Wärmeschutz bestehen und wegen geringer Lasteinwirkung eine Verbundverlegung nicht notwendig ist, z. B. in untergeordneten Keller- oder Lagerräumen.
Folgende Materialien oder Erzeugnisse mit vergleichbaren Eigenschaften können als Trennlage verwendet werden:
• | PE-Folie mit mindestens 0,1 mm Dicke |
• | Rohglasvlies von mindestens 50 g/m² Flächengewicht |
• | Bitumenpapier mit mindestens 100 g/m² Flächengewicht |
• | kunststoffbeschichtetes Papier von mindestens 0,15 mm Dicke |
Eine zweilagige Verlegung von Trennschichten, z. B. aus dünnen Lagen aus Pappen oder Folien, wird empfohlen bzw. in der Norm gefordert. Bei CA und AS ist eine Lage ausreichend. Abdichtungsbahnen gelten bereits als eine Lage der Trennschicht und werden vor dem Einbringen des Estrichs mit einer weiteren, materialverträglichen Trennlage überdeckt.
Größere Unebenheiten des Untergrunds sind als Besondere Leistung auszugleichen, damit eine Rissbildung im Zuge des Schwindens verhindert werden kann.
Für die Ebenheit gilt DIN 18202:2019-07, Tabelle 3, Zeile 2a für nicht flächenfertige Oberseiten von Decken, z. B. zur Aufnahme von Bodenaufbauten wie Estrich auf Trennlage etc. Estrich auf Trennlage. Für die Ebenheit des Estrichs gelten die Zeilen 2b und 3 aus Tabelle 3.
Es dürfen keine Rohre, Kabel, punktförmigen Erhebungen o. Ä. vorhanden sein. Öl, Gips-, Putz-, Farb- oder Mörtelreste in der Wandkehle sind als Besondere Leistung zu entfernen.
Randdämmstreifen {Randdämmstreifen} sind als Trennschicht einzubauen. Fungiert der Randstreifen nicht als Trennschicht, ist die Trennlage i. d. R. am Randstreifen hochzuziehen. Wird entsprechend DIN 18560-4 lediglich die Trennfolie zur Randausbildung hochgezogen, werden bei Zementestrichen (CT) Rissbildungen an Ecken, Stützen, Pfeilern und Türleibungen provoziert.
Im Estrich angelegte Fugen sind mit auf die vorgesehene Belastung abgestimmten Fugenprofilen auszubilden oder mit Fugenmassen zu füllen.
Einschichtige Estriche sollten folgende für leichte Belastung ausgelegte Werte und Nenndicken nicht unterschreiten:
• | CT: 35 mm |
• | SR: 15 mm |
• | AS: 25 mm |
• | CA und MA: 30 mm |
Bei höheren Einzellasten oder Verkehrslasten {Verkehrslast} sind entsprechend höhere Dicken bis 80 mm und/oder auch Biegezugfestigkeitsklassen {Biegezugfestigkeitsklassen} notwendig.
Bei einem Nutzestrich ist der Nennwert des Verschleißwiderstands an die Nutzungsart bzw. die Estrichart anzupassen. Die Oberfläche ist zu glätten.
Für den Einbau von Bodenbelägen ist die Oberfläche ansatz- und gratfrei zu reiben. Bei Einbau von Parkett, Holzpflaster oder Kunstharzbeschichtung ist eine Oberflächen-zugfestigkeit {Oberflächenzugfestigkeit} von mindestens 1 N/mm² notwendig, bei befahrenen Flächen mindestens 1,5 N/mm².
Die Beschreibung „Estrich DIN 18560–CT–C25–F4–T55“ bedeutet, dass ein Zementestrich der Druckfestigkeitsklasse C25 mit einer Biegezugfestigkeit von 4 N/mm² auf Trennlage mit einer Nenndicke von 55 mm zu verlegen ist.
Bild 2: Estrich auf Trennlage (Quelle: Hallschmid)
Estrich auf Dämmschicht/Schwimmender Estrich
{Estrich, auf Dämmschicht}
{Estrich, schwimmend}
Zur Verbesserung der Wärme-, Luft- und Trittschalldämmung werden Estriche auf Dämmschicht gemäß DIN 18560-2 eingesetzt. Hier ist der Einbau von Randtrennstreifen in die Randfuge an allen aufgehenden Bauteilen zur Verhinderung von Spannungen und der daraus folgenden Rissentstehung notwendig.
Schallbrücken entstehen durch Unterbrechung von Randdämmstreifen und durch Mörtel zwischen Estrich und aufgehenden Bauteilen. Deswegen sind Randstreifen bis Oberkante Belag zu führen. Erst nach dem Spachteln oder Verfugen von Fliesen bzw. Platten bzw. nach der Parkettverlegung wird der Überstand als Besondere Leistung abgeschnitten.
Die Betondecke muss ohne Putz- und Mörtelreste besenrein sein und die Ebenheit nach DIN 18202:2019-07, Tabelle 3, Zeile 2a erfüllen. Für die Ebenheit des Estrichs gilt Zeile 3.
Dämmschichten sind dicht gestoßen im Verband einzubringen. Mehrlagige Dämmschichten sind mit versetzten Stößen und Trittschalldämmungen ohne Unterbrechung zu verlegen. Die Dämmschicht mit der niedrigeren Zusammendrückbarkeit muss oben liegen.
Wurden Rohre, Kabel o. Ä. auf dem Untergrund verlegt, ist eine Ausgleichsschicht aus gebundenen Schüttungen oder Leichtmörtel zum Verfüllen der Aussparungen unter der Trittschalldämmung einzubringen. Das Anarbeiten von Wärmedämmung an Kabelkanäle, Rohre etc. ist als Besondere Leistung auszuführen.
PE-Folie mit mindestens 0,1 mm Dicke als Dämmschichtabdeckung wird mindestens 20 cm überlappend verlegt und seitlich bis zur Oberkante des Randdämmstreifens {Randdämmstreifen} hochgezogen. Bei Heizestrichen ist eine mindestens 0,15 mm dicke PE-Folie zu verwenden. Über Durchfahrten oder bei Parkettverlegung ist auf der Rohdecke ggf. eine Dampfbremse zu berücksichtigen.
Scheinfugen {Scheinfuge} unterteilen als Besondere Leistung Estriche mit relevantem Schwindverhalten in kleinere Felder.
Die Estrichmindestdicke liegt bei 30 mm, sofern von den angegebenen Biegezugfestigkeiten {Biegezugfestigkeitsklasse} abweichende Regelungen getroffen werden. Unter Stein- und keramischen Belägen ist bei Calciumsulfat-Fließestrichen (CAF) die Nenndicke von 40 mm und bei Calciumsulfat- (CA), Magnesia- (MA) und Zementestrich (CT) die Nenndicke von 45 mm einzuhalten.
Entsprechend höhere Dicken bis 80 mm und/oder auch Biegezugfestigkeitsklassen {Biegezugfestigkeitsklasse} sind bei höheren Einzellasten oder Verkehrslasten notwendig.
Bei einem Nutzestrich ist der Nennwert des Verschleißwiderstands an die Nutzungsart bzw. die Estrichart anzupassen. Die Oberfläche ist zu glätten.
Estrichart und Biegezugfestigkeitsklasse bzw. Härteklasse nach DIN EN 13183 | Estrichnenndickea in mm bei Zusammendrückbarkeit der Dämmschichtd; c ≥ 5 mmb | Estrichnenndickea in mm bei Zusammendrückbarkeit der Dämmschicht; c ≥ 5 mmb | Estrichnenndickea in mm bei Zusammendrückbarkeit der Dämmschicht; c ≥ 3 mm | Estrichnenndickea in mm bei Zusammendrückbarkeit der Dämmschicht; c ≥ 3 mm | Bestätigungsprüfung Biegezugfestigkeit N/mm² | |
Kleinster Einzelwert | Mittelwert | |||||
Nutzlast ≥ 2 kN/m²)1) | 1) Einzellast ≤ 2 kN/m2) Flächenlast ≥ 3 kN/m2) | 1) Einzellast ≥ 3 kN/m2) Flächenlast ≥ 4 kN/m2) | 1) Einzellast ≥4 kN/m2) Flächenlast = 5 kN/m2) | |||
CT–F4CT–F5 | ≥ 45≥ 40 | ≥ 65≥ 55 | ≥ 70≥ 60 | ≥ 75≥ 65 | ≥ 2,0≥ 2,5 | ≥ 2,5≥ 3,5 |
CA–F4CA–F5CA–F7 | ≥ 45≥ 40≥ 35 | ≥ 65≥ 55≥ 50 | ≥ 70≥ 60≥ 55 | ≥ 75≥ 65≥ 60 | ≥ 2,0≥ 2,5≥ 3,5 | ≥ 2,5≥ 3,5≥ 4,5 |
CAF–F4CAF–F5CAF–F7 | ≥ 35≥ 35≥ 35 | ≥ 50≥ 45≥ 40 | ≥ 60≥ 50≥ 45 | ≥ 65≥ 55≥ 50 | ≥ 3,5≥ 4,5≥ 6,5 | ≥ 4,0≥ 5,0≥ 7,0 |
MA–F4cMA–F5MA–F7 | ≥ 45≥ 40≥ 35 | ≥ 65≥ 55≥ 50 | ≥ 70≥ 60≥ 55 | ≥ 75≥ 65≥ 60 | ≥ 2,0≥ 2,5≥ 3,5 | ≥ 2,5≥ 3,5≥ 4,5 |
SR–F7SR–F10 | ≥ 35≥ 30 | ≥ 50≥ 40 | ≥ 55≥ 45 | ≥ 60≥ 50 | ≥ 4,5≥ 6,5 | ≥ 5,5≥ 7,0 |
AS–IC10AS– ICH10 | ≥ 25≥ 35 | ≥ 30≥ 40 | ≥ 30≥ 40 | ≥ 35≥ 40 | ––xx | ––xx |
1)Die Zusammendrückbarkeiten werden addiert, wenn die Dämmschicht nicht aus einer, sondern mehreren Lagen besteht.2)Zusätzliche Überlegungen sind im Allgemeinen für Aufstandsflächen bei Einzellasten und bei Fahrbelastung notwendig.a)Die Estrichdicke kann bei Dämmschichten ≥ 40 mm bei CA, SR, MA und CT um 5 mm reduziert werden; die Mindestdicke von 30 mm darf nicht unterschritten werden (außer Gussasphalt).b)Die Zusammendrückbarkeit der Dämmschichten bei AS darf nicht mehr als 3 mm betragen.c)Bei Steinholzestrichen muss die Oberflächenhärte mindestens SH 30 nach DIN 13813 entsprechen.d)Die Estrichdicke muss bei höherer Zusammendrückbarkeit (≥ 10 mm) um 5 mm erhöht werden.xx)Bei Gussasphalt gelten für die Eindringtiefe in mm folgende Werte: bei (22 ± 1) °C für IC10 und ICH10: ≥ 1,0 mm bei (40 ± 1) °C für IC10 – ≥ 4,0 mm und für ICH10: ≥ 2,0 mm |
Tab. 7: Übersicht gemäß DIN 18560-2, Tabelle 1–4, Dicken, Festigkeits {Festigkeitsklasse}- und Härteklassen {Härteklasse}
Für den Einbau von Bodenbelägen ist die Oberfläche ansatz- und gratfrei zu reiben. Beim Einbau von Parkett, Holzpflaster oder Kunstharzbeschichtungen ist eine Oberflächenzugfestigkeit von mindestens 1 N/mm² notwendig. Für befahrene Flächen sind mindestens 1,5 N/mm² zu berücksichtigen.
Die Beschreibung „Estrich DIN 18560–CA–F4–S45“ bedeutet, dass ein Calciumsulfatestrich der Biegezugfestigkeitsklasse {Biegezugfestigkeitsklasse} F4 (= 4 N/mm²) auf Dämmschicht mit einer Nenndicke von 45 mm zu verlegen ist.
Gemäß DIN 18560-2 ist eine Bewehrung {Bewehrung} grundsätzlich nicht erforderlich, da eine Rissentstehung dadurch nicht verhindert werden kann. Die Verbreiterung von aufstehenden Rissen und der Höhenversatz sollen durch Betonstahlmatten und -gitter minimiert werden. Fasern sollen die Bildung von Schrumpf- bzw. Frühschwindrissen verringern.
Hinweis |
Fliesenarbeiten Eine Gitter- oder Faserbewehrung des Estrichs muss für nachfolgende Fliesen- oder Plattenarbeiten bei den Estricharbeiten gesondert beschrieben und für die Ausführung vereinbart werden. |
Bild 3: Estrich auf Dämmschicht – erdberührter Bereich (Quelle: Hallschmid)
Bild 4: Estrich auf Dämmschicht auf Geschossdecken (Quelle: Hallschmid)
{Heizestrich}
Heizestriche als Flächenheizkörper werden gemäß DIN 18560-2 in die drei Bauarten A, B und C unterschieden.
Bauart A
An Noppenelementen oder Trägermatten befestigte Heizelemente liegen i. d. R. im unteren Drittel direkt im Estrichmörtel eingebunden (siehe Bild 5). Die Heizkreise sind bei der Fugenausbildung dem notwendigen Fugenbild anzupassen, speziell bei geplanter Natursteinbelagsverlegung, da diese etwas mehr Bewegungsfugen in der Fläche benötigen.
Bild 5: Heizestrich – Bauart A (Quelle: Hallschmid)
Bauart B
Die Heizelemente liegen i. d. R. wärmeleitend abgedeckt in profilierten Dämmschichtplatten unter dem Estrich. Das ermöglicht eine flexiblere Fugenausbildung und später leichter ausführbare Änderungen.
Bild 6: Heizestrich – Bauart B (Quelle: Hallschmid)
Bauart C
Der Ausgleichsestrich mit den eingebetteten Heizelementen ist mindestens 20 mm dicker als der Durchmesser der Heizrohre. Nach der Trocknung ist eine Folie zweilagig als Gleitschicht zu verlegen, worauf der Estrich in der notwendigen, den vorgesehenen Lasten entsprechenden Dicke eingebaut wird. Fugen können unabhängig von Heizkreisen geplant und eingebaut werden (siehe Bild 7).
Bild 7: Heizestrich – Bauart C (Quelle: Hallschmid)
Notwendige Nenndicken
Bei Calciumsulfat- und Zement-Heizestrichen sind die Werte bis einschließlich der Biegezugfestigkeitsklasse der Tabelle 7 „Übersicht gem. DIN 18560-2, Tabelle 1–4, Dicken, Festigkeits- und Härteklassen“ für schwimmende Estriche (Abschnitt „Estrich auf Dämmschicht/schwimmender Estrich) zu entnehmen und bei Bauart A um den maximalen Wert des äußeren Durchmessers der Heizungsrohre zu erhöhen.
Bei Biegezugfestigkeitsklasse F4 muss die Rohrüberdeckung mindestens 45 mm Dicke betragen. Für Fließestriche CAF–F4 ist eine Dicke von mindestens 40 mm erforderlich.
Bei Anwendung anderer Biegezugfestigkeitsklassen ist für die Bauarten A bis C eine Rohrüberdeckung von mindestens 30 mm zu berücksichtigen. Durch eine spezielle Eignungsprüfung ist nachzuweisen, dass bei Stein- und keramischen Belägen die generell gültige und zulässige Durchbiegung von maximal 0,15 mm nicht überschritten wird und der dünnere Estrich ebenso tragfähig ist.
Bei Heizestrich aus Gussasphalt ist nur Härteklasse ICH 10 nach DIN EN 13813 zulässig. Eine Rohrüberdeckung von mindestens 15 mm gilt bei nachfolgend aufgeführten Nenndicken {Estrich, Nenndicken}:
• | bei Nutzlast ≤ 2 kN/m²: Nenndicke ≥ 35 mm |
• | bei Nutzlast > 2 kN/m² und ≤ 5 kN/m²: Nenndicke ≥ 40 mm |
Die Zusammendrückbarkeit der Dämmschicht darf in Abhängigkeit von der Nutzlast 5 mm bzw. 3 mm nicht überschreiten. Bei Gussasphalt-Heizestrichen gilt als Höchstwert 3 mm. Der Dämmstoff mit der niedrigeren Zusammendrückbarkeit muss oben liegen, wenn Trittschall- und Wärmedämmung zusammen eingesetzt werden. Dies gilt allerdings nicht bei einem Rohrausgleich mit Wärmedämmplatten und bei trittschalldämmenden Heizsystemplatten.
Bei Heizestrichen sollte mindestens eine 0,15 mm dicke PE-Folie als Abdeckung der Dämmschicht verwendet werden. Aus vorgenannten Werten zu notwendigen Nenndicken {Nenndicke} ergibt sich folgende Übersicht für flächige Nutzlasten bis 2 kN/m²:
Bauart | Estrichart | Nenndicke |
A | CT–F4 + CT–F5 | mindestens 45 mm Heizelementüberdeckung |
CA–F4 + CA- F5 | 40 mm + Heizelementdurchmesser | |
CA–F7 | 35 mm + Heizelementdurchmesser | |
CAF–F4 | mindestens 40 mm Heizelementüberdeckung | |
CAF–F5+F7 | 30 mm + Heizelementdurchmesser | |
MA | wie CA | |
B + C | CT–F4 + CA–F4 | 45 mm |
CT–F5 + CA–F5 + CAF–F4 | 40 mm | |
CA–F7 | 35 mm | |
CAF–F 5 + CAF–F7 | 30 mm | |
MA | wie CA |
Tab. 8: Übersicht für flächige Nutzlasten bei 2 kN/m²
Fugen {Fugen}
Bei Heizestrichen ist es durch die Ausdehnung des Estrichs während des Aufheizens notwendig, Bewegungsfugen {Bewegungsfuge} als Besondere Leistung möglichst ab einer Feldlänge von 8 m, bei Fliesen und Naturstein von 6,5 m (entsprechend Merkblatt „Beläge auf Zementestrich“ des Fachverbands Fliesen und Naturstein), bei maximaler Feldgröße von ca. 40 m² anzulegen und nach Fugenplan zu arbeiten. Die Gegebenheiten des jeweiligen Objekts sind dabei zu berücksichtigen. Auch auf das Zusammenwirken von Estrichart und Belag bezüglich der jeweiligen Ausdehnungskoeffizienten ist zu achten. Werden Randfugen entsprechend dimensioniert und Heizkreise gleichmäßig beheizt, können sehr große Felder (z. B. bei Turnhallen) ohne Bewegungsfugen beispielsweise mit Holzbelägen, elastischen/textilen Bodenbelägen oder beheizten Industrieböden ausgeführt werden. Bewegungsfugen lassen sich bei Naturwerkstein gut ausbilden, weswegen die Feldgrößen auch eingehalten werden können.
Die Beschreibung „Estrich DIN 18560–CT–F4–S6 H45“ bedeutet, dass ein Zementestrich der Biegezugfestigkeitsklasse F4 (= 4 N/mm²), schwimmend verlegt mit einer Nenndicke von 65 mm, als Heizestrich mit einer Rohrüberdeckung von 45 mm auszuführen ist.
Aufheizen
Aus folgenden drei Gründen sind Heizestriche ausnahmslos vor der Belegung aufzuheizen:
• | Die Funktionsprüfung über wenige Tage durch den Heizungsbauer führt nicht zur Belegreife und dient als Nebenleistung dem Nachweis der Erstellung eines mangelfreien Werks. |
• | Zur Kontrolle einer spannungsfreien Längenänderung dient das weitere Auf- und Abheizen. |
• | Durch das Auf- und Abheizen wird vorrangig die Restfeuchte ausgetrieben, um die Belegreife zu erreichen (= Belegreifheizung oder Trocknungsheizung). |
Das Funktionsheizen beginnt bei Zementestrichen frühestens nach 21 Tagen, bei Calciumsulfatestrichen nach Angabe der Hersteller bzw. frühestens nach sieben Tagen. Beschleunigte Estrichsysteme sind nach Angabe des jeweiligen Herstellers aufzuheizen.
Folgende Vorgehensweise ist empfehlenswert:
• | Start mit einer Vorlauftemperatur von 25 °C |
• | stufenweise über 35 °C und 45 °C auf 55 °C bzw. vorgesehene maximale Vorlauftemperatur hochheizen und die Temperatur mindestens sieben Tage ohne Nachtabsenkung halten |
• | stufenweise über 45 °C und 35 °C auf 25 °C ohne Nachtabsenkung reduzieren |
• | Fußbodenheizung drei Tage abschalten |
• | Werden auf dem Estrich elastische Beläge, Fliesen, Naturwerkstein oder Holzböden verlegt, ist der Auf- und Abheizvorgang erneut zu starten. |
Die Restfeuchte kann nach dem zweiten Intervall mit dem CM-Gerät bestimmt werden. Ein dritter Heizdurchlauf ist notwendig, wenn die Restfeuchte zu hoch ist. Für regelmäßiges Lüften oder künstliches Trocknen zum Abführen der feuchtwarmen Luft ist zu sorgen. Messpunkte an rohrfreien Bereichen sind vor der Estrichverlegung zu markieren, um Schäden an Heizungsrohren zu verhindern.
Estrichart | Mit Fußbodenheizung | Ohne Fußbodenheizung |
Zementestrich CT | 1,8 CM-%1) | 2,0 CM-% |
Calciumsulfatestrich | 0,5 CM-% | 0,5 CM-% |
Magnesiaestrich | 1,0–3,5 CM-%2) | |
1)2,0 CM-% unter Fliesen und Natursteinbelägen2)Wert abhängig vom Anteil der organischen Bestandteile; Erfahrungswerte sind von den Herstellern zu erfragen |
Tab. 9: Maximaler Feuchtegehalt {Estrich, maximaler Feuchtegehalt} (Quelle: DIN 18560-1:2015-11)
Das Funktions- {Funktionsheizen} und Trockenheizen {Trockenheizen} ist mit den auf der Baustelle gewonnenen Werten zu protokollieren und muss von der Bauleitung oder dem Architekten unterschrieben werden. Die Merkblätter FBH-D1 bis FBH-D4 und die Arbeitsanweisung FHB-AD sind unter Berücksichtigung der geänderten Werte gemäß DIN 18560-1:2015-11 zur Orientierung und für den Arbeitsablauf und die Dokumentation zu empfehlen und heranzuziehen.
Im Sommer sind bereits trocken geheizte Estriche zügig mit Oberbelägen zu versehen, um eine erneute Feuchteaufnahme zu verhindern.
Risse oder festzulegende Scheinfugen dürfen nicht vor Erreichen der Belegreife kraftübertragend verfüllt werden.
Ausgleichsestrich – Gefälleestrich
{Ausgleichsestrich}
{Gefälleestrich}
Besser als die Verwendung von Wärmedämmschichten zum Rohrhöhenausgleich, welche von losen Schüttungen hinterwandert werden können und durch Anheben der Dämmplatten zu partiell geringeren Estrichdicken führen, ist das Einbringen eines Ausgleichsestrichs. Dadurch kann der Einbau von gleichmäßig dicken Estrichschichten auf Trennschichten, Dämmschichten und im Gefälle erfolgen. Auf einer Trennschicht ist eine Mindestdicke von 20 mm einzuhalten.
Ausgleichsestrich wird auch verwendet, um bei Heizestrich gemäß Bauart C die Rohre einzubetten, Untergründe aufzufüllen, große Unebenheiten und Neigungen auszugleichen, Gefällestrecken unter Abdichtungen auszubilden und um zwischen Deckenbalken, Sparren etc. aufzufüllen. Er ist entsprechend als gesonderte Position zu vereinbaren und auszuführen.
Schüttungen dürfen zum Toleranzausgleich nur in geeigneter Form verwendet werden.
Als Feuchte- oder Rieselschutz, der generell auf Holzbalkendecken zur Anwendung kommt, sollte keine dampfdichte Schicht verwendet werden.
{Estrich, oberflächenfertig}
Neben Terrazzo und Industrieestrichen ist auch Gussasphalt geeignet. Magnesiaestriche werden eingefärbt und hauptsächlich geglättet hergestellt. Bei Steinholzestrichen ist die Feuchteempfindlichkeit und Aggressivität gegenüber Metallteilen zu beachten. Bei Calciumsulfatestrichen ist ebenfalls auf die zu erwartende Feuchtebelastung {Estrich, Feuchtebelastung} zu achten. Wird Kunstharz als Bindemittel eingesetzt, sind sehr dünnschichtige Böden in geschliffener Variante möglich.
Bei der geglätteten Variante wird die Oberfläche belassen und im Anschluss geölt, gewachst oder imprägniert. Bei der geschliffenen Variante wird die Betonoberfläche abgetragen und das Korn an der Oberfläche sichtbar.
Farbige Oberflächen sind durch Einbringen von Farbpigmenten, Beschichtungen, Versiegelungen und durch Einstreuen von farbigem Hartstoff herstellbar. Die Farbe muss gleichmäßig in der ganzen Dicke des Estrichs oder der Nutzschicht mit dem Mörtel gemischt sein.
Ebenheit {Ebenheit, Anforderungen}
Erhöhte Anforderungen an die Ebenheit für flächenfertige Böden entsprechend DIN 18202:2019-07, Tabelle 3, Zeile 4, oder im Hochregalbereich sind gesondert zu vereinbaren und als Besondere Leistung auszuführen.
Werden Grenzwerte nach DIN 18202 nicht überschritten, sind bei Streiflicht sichtbare Unebenheiten zulässig.
Die Ausführung von fließfähigen, dünnschichtigen Estrichen bis zu einer Dicke von 10 mm unter der Anforderung einer erhöhten Ebenheit, Maßhaltigkeit oder bei Mehrverbrauch der Estrichmasse um 20 % zum Erlangen der Nenndicke sind Besondere Leistungen.