Читать книгу Das Baustellenhandbuch für den Innenausbau - Brigitte Hallschmid - Страница 11
ОглавлениеDämmstoffe, Trennschichten, Fugen
Verlegte Dämmstoffe müssen die Anforderungen an den Schall-, Wärme- und Brandschutz erfüllen und werden gemäß DIN 4108-10, Tabelle 1, unterteilt in:
• | DEO: Decke innen unter Estrich ohne Schallschutzanforderung |
• | DES: Decke innen unter Estrich mit Schallschutzanforderung |
Aus der Normenreihe EN 13162 bis EN 13171 stehen folgende Dämmstoffe zur Wahl:
• | Mineralwolle (MW) – DIN EN 13162:2015-04 |
• | Expandiertes Polystyrol (EPS, B1) – DIN EN 13163:2017-02 |
• | Extrudiertes Polystyrol (XPS, B1) – DIN EN 13164:2015-04 |
• | Polyurethan-Hartschaum (PU) – DIN EN 13165:2016-09 |
• | Phenolharz-Schaum (PF) – DIN EN 13166:2016-09 |
• | Schaumglas (CG, A1) – DIN EN 13167:2015-04 |
• | Holzwolle (WW) – DIN EN 13168:2015-04 |
• | Blähperlite (EPB) – DIN EN 13169:2015-04 |
• | Expandierter Kork (ICB, B2) – DIN EN 13170:2015-04 |
• | Holzfasern (WF) – DIN EN 13171:2015-04 |
Verlegen von MW-Dämmplatten
Neue Bezeichnungen und Symbole
Die Bemessungsdicke wird mit dL in Abstufung von 5 mm und die Zusammendrückbarkeit als Differenz aus dL - dB wird mit c bezeichnet. Grenzabweichungen von der Nenndicke werden durch die Klassen T5, T6 und T7 beschrieben.
Das Anwendungsgebiet DES wird schalltechnisch unterteilt:
• | DES – sh: hohe Zusammendrückbarkeit; c ≤ 5 mm |
• | DES – sg: geringe Zusammendrückbarkeit; c ≤ 3 mm |
Die dynamische Steifigkeit wird mit SD bezeichnet und in Stufen von 1 MN/m3 angegeben.
Neu/DIN V 4108-10 und DIN EN 13162 | Alt/DIN 18165-2 | |||||
Anwendungsgebiet | Nutzlast auf dem Estrich | Anforderung an c | Stufe | Anwendungstyp | Vom Estrich aufzunehmende Last | Anforderung an c |
DES – sh | ≤ 2,0 kPa | ≤ 5 mm | CP5 | T | ≤ 2,0 kPa | ≤ 5 mm |
≤ 3,0 kPa | ≤ 4 mm | CP4 | TK | ≤ 2,0 kPa | ≤ 3 mm | |
≤ 4,0 kPa | ≤ 3 mm | CP3 | ≤ 3,5 kPa | |||
DES – sg | ≤ 5,0 kPa | ≤ 2 mm | CP2 | ≤ 5,0 kPa | ||
Die Stufen CP3 bis CP5 beziehen sich auf die Klasse T6 der Grenzabmaße für die Dicke; Stufe CP2 auf Klasse T7. |
Tab. 10: Gegenüberstellung der alten und der neuen Kennzeichnung gemäß DIN V 4108-10, DIN EN 13162 und DIN 18165-2
Wärmedämmung {Estrich, Wärmedämmung}
Mineralwolledämmplatten haben trittschall- und wärmedämmende Eigenschaften in Abhängigkeit von der Dicke und der Wärmeleitfähigkeit. Der Nennwert λD beträgt i. d. R. 0,040 bzw. 0,032 W/(mK).
Verlegen von EPS-Dämmplatten
Neue Bezeichnungen und Symbole
Die Bemessungsdicke wird mit dL in Abstufung von 5 mm und die Zusammendrückbarkeit als Differenz aus dL - dB wird mit c bezeichnet. Bei der dynamischen Steifigkeit sind die gebräuchlichsten Klassen SD 20, SD 15 und SD 10. SD 7, SD 40 und SD 50 wurden ergänzt.
Das Anwendungsgebiet DES wird schalltechnisch unterteilt:
•DES – sm: | mittlere Zusammendrückbarkeit; c ≤ 3 mm |
•DES – sg: | geringe Zusammendrückbarkeit; c ≤ 2 mm |
•DES – sk: | keine Anforderung an schalltechnische Eigenschaften |
•DES – sh: | erhöhte Zusammendrückbarkeit |
Wärmedämmung
Die Druckbelastbarkeit wird unterteilt wie folgt:
• | d = Druckbelastbarkeit; z. B. dk, dg, dm, dh, ds, dx |
• | k = keine |
• | g = geringe |
• | m = mittlere |
• | h = hohe |
• | s = sehr hohe |
• | x = extrem hohe |
Für die Druckbelastbarkeit bei 10 % Stauchung wird die Kennzeichnung mit 100 kPa, 150 kPa oder 200 kPa verwendet.
Die Wärmeleitfähigkeitsgruppen werden in 040, 035 und 032 angegeben. Trittschalldämmung ist bis λ 0,032 erhältlich. Bei EPS-DES-Produkten ist die Wärmeleitzahl λ 0,045, und bei EPS-DEO-Produkten die Wärmeleitzahl λ 0,040 Standard.
Neu | Alt |
EPS 040 DEO (100 kPa)EPS 040 DEO (150 kPa)EPS 035 DEO (150 kPa)––EPS 035 DEO (200 kPa)EPS 045 DES smEPS 040 DES sgEPS 035 DES sp ** | –PS 20 SE WLG 040PS 20 SE WLG 035PS 30 SE WLG 040 *PS 30 SE WLG 035PSTK 3500PSTK 5000PSTK 10000 |
** Sonderprodukt einiger EPS-Hersteller | * ist in der neuen Norm entfallen |
Tab. 11: Gegenüberstellung der Dämmstoffbezeichnung alt und neu (Quelle: Handbuch für das Estrich- und Belaggewerbe, 4. Auflage)
Brandschutz {Estrich, Brandschutz}
Um Wiederholungen zu vermeiden, wird auf die Tabellen der DIN 4102 und DIN EN 13501-1 sowie der DIN 4102-2 beim Gewerk Trockenbau unter Brandschutz verwiesen.
Trittschalldämmung aus Mineralwolle ist i. d. R. nicht brennbar und entspricht somit der Euroklasse A1 oder A2.
Bei EPS-Dämmplatten gilt, dass in Fluchtwegen Produkte der Baustoffklasse B1 eingesetzt werden sollen. EPS und XPS erfüllen diese Anforderungen.
Bei Holzbalkendecken sind nicht brennbare Materialien, wie Mineralwolledämmung (Steinwolle), mit d ≥ 15 mm und einer Rohdichte von ≥ 30 kg/m3 mit möglichst hohem Schmelzpunkt zu verwenden.
Schallschutz {Estrich, Schallschutz}
Anforderungen an den „normalen“ Schallschutz sind in der DIN 4109:2018-01 für den öffentlich-rechtlichen Bereich eindeutig aufgezeigt. Die Empfehlungen im Beiblatt 2 der DIN 4109:1989-11 gelten weiterhin und beziehen sich auf den privatrechtlichen Bereich. Sie enthalten Angaben zu normalen und erhöhten Anforderungen im eigenen Wohn- und Arbeitsbereich und zu erhöhten Anforderungen bei fremden Wohn- und Arbeitsbereichen. Diese werden außerdem in der VDI 4100:2012-10 dargestellt.
Nach DIN 18041 wird die Raumakustik in kleinen bis mittelgroßen Räumen geregelt und nach Raumgruppe A und B unterschieden. Zur Gruppe A gehören Gerichts-, Rats- und Festsäle, Konferenzräume, Unterrichtsräume, Seminarräume, Hörsäle, Gemeindesäle, Gruppenräume, Sport- und Schwimmhallen. Zur Gruppe B zählen u. a. Büroräume und Sprechzimmer.
Der Schall wird in Luftschall, Körperschall und Trittschall unterschieden. Zur Verbesserung von Luft- und Trittschall werden hauptsächlich Maßnahmen aus dem Gewerk Trockenbau ergriffen, wie z. B. Unterdecken, Vorsatzschalen etc. mit gedämmten Hohlräumen. Estrich auf der Dämmschicht verbessert die Luftschalldämmung jeder Decke.
Beim Trittschall ist darauf zu achten, die Masse des Untergrunds möglichst zu erhöhen und die Fußbodenkonstruktion durch möglichst weichfedernde Trittschalldämmung mit geringer dynamischer Steifigkeit zu entkoppeln. Besonders gute Ergebnisse sind durch die Verlegung einer Kombination aus Mineralwolledämmung und Holzwolle-Leichtbauplatten zu erreichen. Auch weiche Bodenbeläge verbessern den Trittschallschutz.
Bei Holzbalkendecken sollten Mineralwolledämmungen verwendet und es sollte auf Polystyroldämmungen verzichtet werden. Die Masse der Holzbalkendecke kann z. B. mit Betonsteinen, Lehmsteinen (mit ausreichend Fugen verlegt und auf dem Untergrund verklebt) oder Schüttungen auf Folie als Rieselschutz biegeweich beschwert erhöht werden.
Hinweis Trockenbau |
Werden leichte Trennwände auf schwimmenden Estrich gestellt, sollte dieser aufgetrennt werden, wenn höhere Schalldämmwerte (R’w > 40 dB) gefordert sind. |
{Estrich, Trennschichten}
Gemäß DIN 18560-4 sind Trennschichten bei Calciumsulfat und Gussasphaltestrich einlagig, ansonsten i. d. R. zweilagig auszuführen. Abdichtungen {Estrich, Abdichtung} und Dampfsperren gelten bei zweilagiger Verlegung als eine Lage der Trennschicht.
Als Trennschicht können verwendet werden:
• | kunststoffbeschichtetes Papier, d ≥ 0,15 mm |
• | Polyethylenfolie (PE-Folie), d ≥ 0,10 mm |
• | Rohglasvlies mit Flächengewicht ≥ 50 g/m² |
• | bitumengetränktes Papier mit Flächengewicht ≥ 100 g/m² |
• | Erzeugnisse mit vergleichbaren Eigenschaften |
Bei Gussasphaltestrichen sind temperaturbeständige, nicht komprimierbare Trennschichten zu verwenden.
Abdichtungen für Innenräume sind in DIN 18534 in Verbindung mit DIN 18195 geregelt. Die gebräuchlichsten Abdichtungen unter Estrichen, zugelassen nach DIN 18354:2017-07, Teile 2 bis 6, sind Elastomer-Bitumenschweißbahnen, Bitumenschweißbahnen, Kunststoff-Dichtungsbahnen, Dickbeschichtungen und Kaltselbstklebebahnen. Gegebenenfalls sind die Normen DIN 18532 und 18535 zu berücksichtigen.
Material mit Trägereinlage | Kurzzeichen | Dicke | Norm |
Bitumenschweißbahn mit Gewebeeinlage | G 200 S4 | 4 mm | 52131*1) *2) |
G 200 S5 | 5 mm | ||
Bitumendampfsperrschweißbahnen | G 200 S4 AL | 4 mm | |
G 200 S5 AL | 5 mm | ||
Bitumenschweißbahn mit Glasvlieseinlage | V 60 S4 | 4 mm | |
Bitumenschweißbahn mit Glasvlies und Aluminiumeinlage | V 60 S4 + AL | 4 mm | |
Elastomer-Bitumenschweißbahn mit Polyestervlieseinlage*2) | PYE-PV-200S5 | 5 mm | 52133*1) |
Elastomer-Bitumenschweißbahn mit Gewebeeinlage*2) | PYE-G 200 S4 | 4 mm | |
PYE-G 200 S5 | 5 mm | ||
Elastomer-Kaltklebebahn*5) | KSK | 2-4 mm | |
Polyvinylchlorid – weich, bitumenverträglich | PVC – P | 1,2/1,5/2,0 mm | 16937*3) *4) |
*1) Nahtüberlappung: 80 mm*2) Bahnen lose verlegt, Nähte warmgasverschweißt*3) Nahtüberlappung: 50 mm*4) Bahnen lose verlegt, Nähte quellverschweißt*5) Nähte gewalkt, vollflächiger Voranstrich nach Herstellerangaben |
Tab. 12: Übersicht von verschiedenen Abdichtungsbahnen
Bei Abdichtungen aus Bitumenbahnen sind im Randbereich Keile anzubringen, um Beschädigungen durch Abknicken vorzubeugen.
Abdichtungen sind an Durchdringungen und aufgehenden Bauteilen 15 cm über die wasserführende Schicht hochzuziehen und zu befestigen. Im Bereich von Abkantungen und z. B. auch bei Duschen ist die Abdichtung mindestens 20 cm hochzuführen und möglichst mit einer Wandabdichtung zu verbinden.
Auf mäßig beanspruchten Flächen, wie Balkonen u. Ä., im Wohnungsbau, in häuslichen Bädern ohne Wasserablauf sowie in mäßig spritzwasserbelasteten Wand- und Bodenflächen in Nassräumen sind folgende Ausführungen üblich:
1. | Bitumenschweißbahnen: einlagig; lose verlegt oder vollflächig aufgeschweißt; Nähte 8 cm, Stöße 10 cm überlappend |
2. | Kunststoffdichtbahnen: PVC-P 1-lagig, ≥ 1,2 mm; lose verlegt, punktweise geklebt oder mechanisch befestigt |
3. | Elastomerbahnen: Untergrund vorgestrichen, Abdichtung einlagig mit Selbstklebeschicht aufbringen; Stöße 10 cm überlappend, Nähte 8 cm überlappend |
4. | Kunststoffmodifizierte Bitumendickbeschichtungen nach Voranstrich in zwei Arbeitsgängen mit mindestens 3 mm Trockenschicht aufgebracht |
Auf hoch beanspruchten Flächen, wie stark beanspruchten Flächen in Nassräumen, sind folgende Ausführungen üblich:
1. | Bitumenschweißbahnen: zweilagig mit Gewebeträger vollflächig aufgeschweißt; Nähte 8 cm, Stöße 10 cm überlappend |
2. | Kunststoffdichtbahnen: einlagig, ≥ 1,5 mm; punktweise geklebt oder mechanisch befestigt; mit Schutzlage unter und auf der Dichtungsbahn |
3. | Bitumen-Schweißbahnen in Verbindung mit Gussasphalt: einlagig im Verbund im Schweißverfahren aufgebracht; Untergrund mit Epoxidharz oder Bitumenvoranstrich grundiert oder versiegelt; Estrichdicke ≥ 25 mm; Abdichtung zweilagig an aufgehenden Bauteilen und Durchdringungen hochgeführt. |
Scheinfugen {Scheinfuge} – Arbeitsfugen {Arbeitsfuge}
Scheinfugen als Besondere Leistung sind in Zementestrichen (CT) zwingend erforderlich und werden in den frischen Mörtel der Estriche (auf den Trenn- und Dämmschichten) mit einer Tiefe von 1/3 bis 1/2 der Estrichdicke eingeschnitten. Dies ist noch möglich, wenn der Estrich erhärtet und unmittelbar begehbar ist. In die Einschnitte quer zur Fuge wird Harz gefüllt und werden Querdübel eingebettet. Die harzige Oberfläche wird abgesandet. Profile kommen bevorzugt bei CTF zum Einsatz. Die Ausführung erfolgt bei Flächenversprüngen, Aussparungen, Stützen, Säulen, bei Flächeneinschnürungen, zur Unterteilung von großen und schmalen Flächen mit ungünstigen Seitenverhältnissen. Bei Calciumsulfatestrichen kann i. d. R. auf Scheinfugen verzichtet werden.
Fliesen- und Bodenleger müssen u. a. davon ausgehen, in Türdurchgängen Scheinfugen vorzufinden, und sollten Bedenken anmelden, wenn keine zu erkennen sind.
Auf Scheinfugen und Pressfugen im Untergrund sollte in Verbundestrichen verzichtet werden.
Die Feldgrößen von etwa 30 m² bei Zementestrichen sollten nur unwesentlich überschritten werden. Größere Felder sind bei Faserbewehrung möglich.
Arbeitsfugen und Kanten als Besondere Leistung sind senkrecht abzustellen, und Mörtelreste sollten vom Untergrund vor dem weiteren Verlegen entfernt werden.
Bewegungsfugen {Bewegungsfuge}
Diese werden genau auf den Verwendungszweck abgestimmt und sind als Besondere Leistung gemäß Fugenplan auszuführen. Breite Fugen und befahrene Flächen sind mit geeigneten Profilen auszubilden. Wie bereits unter „Verbundestriche“ beschrieben, werden die Schenkel der stabilen Stahl- oder Aluminiumprofile mit Reaktionsharz grundiert und abgesandet oder der Estrichbereich wird vorerst ausgespart und später mit Reaktionsharzmörtel hinterfüllt.
Bei Estrichen auf einer Dämm- oder Trennschicht in Bereichen mit großen Temperaturänderungen oder im Außenbereich werden Bewegungsfugen zur Herstellung kleiner Felder angeordnet und eingebaut.
Randfugen {Randfuge} – Raumfugen {Raumfuge}
Randfugen müssen bei Estrichen auf einer Dämm- und Trennschicht grundsätzlich ausgeführt werden und dienen bei Estrich auf einer Dämmschicht als Bewegungs- und schalltechnische Fuge.
Bei Heizestrichen mit einer Feldlänge von bis zu 8 m muss der Randdämmstreifen mindestens 8 mm dick sein. Die Faustregel sieht für jeden zusätzlichen Meter über 8 m Feldlänge 1 mm Mehrdicke vor. Somit wird bei einer Feldlänge von 8–10 m eine Randstreifendicke zwischen 8 und 10 mm benötigt.
Randdämmstreifen {Randdämmstreifen} werden bis mindestens Oberkante Belag eingebaut und Überstände erst nach dem Verlegen des Belags oder dem Verspachteln abgeschnitten. Wird bei Zementestrich auf Trennlage entsprechend DIN 18560-4 lediglich die Trennfolie zur Randausbildung hochgezogen, werden Rissbildungen an Ecken, Stützen, Pfeilern und Türleibungen provoziert. Randstreifen sind daher unbedingt einzubauen.