Читать книгу Das Baustellenhandbuch für den Innenausbau - Brigitte Hallschmid - Страница 17
Оглавление{Bodenbelag, Arten}
Verwendungsbereiche
Bei elastischen Bodenbelägen, Laminatböden und Furnierböden kann die Eignung für einen vorgesehenen Verwendungsbereich der Klassifizierung nach DIN EN ISO 10874:2012-04 oder in Anlehnung an die Norm entnommen werden.
Die erste Ziffer beschreibt den Verwendungsbereich, die zweite Ziffer die Nutzungsintensität.
Im Verwendungsbereich „Wohnen“ wird zwischen 22: normal/mittel und 22+: normal unterschieden.
Erste Ziffer (Verwendungsbereich) | Zweite Ziffer (Nutzungsintensität) |
1 (mäßig oder mäßig/gering) | |
2 (wohnen) | 2 (normal oder normal/mittel) |
3 (gewerblich) | 3 (stark) |
4 (industriell) | 4 (sehr stark) |
z. B. Klasse 21 für Wohnen – mäßige Nutzungsintensität |
Tab. 17: Beanspruchungsklassen nach DIN EN ISO 10874
{Kunststoff, Belag}
Beläge
Ein- oder mehrschichtige PVC-Beläge (B1/B2/Efl) (DIN EN ISO 10581: 2018-01-Entwurf)
Diese Beläge sind als Rollen oder Platten in den Klassen 21 bis 43 für die Verschleißgruppen T, P, M und F lieferbar. In Abhängigkeit vom Verwendungszweck liegt die Gesamtdicke zwischen 1,0 und 2,5 mm. Die Nutzschichtdicke entspricht bei homogenen PVC-Belägen der Gesamtdicke, bei heterogenen Belägen liegt sie zwischen mindestens 0,15 mm und 2,0 mm.
PVC-Beläge mit Rücken aus Jute oder Polyestervlies oder auf Polyestervlies mit Rücken aus PVC (DIN EN 650:2012-12)
Diese mehrschichtigen PVC-Beläge mit Faserstoffschichten sind in Deutschland bisher nicht gebräuchlich. Sie sind als Platten oder Rollen in den Klassen 21 bis 42 für Verschleißgruppen T und P lieferbar. Abhängig vom Verwendungsbereich liegt die Nutzschichtdicke zwischen 0,15 und 1,0 mm bei Dekortiefen zwischen 0,13 und 0,30 mm.
PVC-Beläge mit Schaumstoffschicht (B1/B2/Efl) (DIN EN 651:2011-05)
Diese mehrschichtigen PVC-Beläge sind in Platten und Rollen in den Klassen 21 bis 42 für die Verschleißgruppen T, P und M erhältlich. Je nach Verwendungsbereich liegt die Nutzschichtdicke zwischen 0,15 und 1,5 mm.
PVC-Beläge mit Korkrücken (B1/B2/Efl) (DIN EN 652:2011-06)
Diese mehrschichtigen Beläge aus einer PVC-Oberschicht auf einer Schicht aus Kork oder Korkment sind als Platten und Rollen in den Klassen 21 bis 42 für Verschleißgruppen T, P, M und F lieferbar. In Abhängigkeit vom Verwendungsbereich liegt die Nutzschichtdicke zwischen 0,15 und 2,0 mm.
Geschäumte PVC-Beläge (CV-Beläge) (B1/B2/Efl) (DIN EN ISO 26986:2012-04 + Berichtigung 2013-02)
Diese mehrschichtigen Beläge mit transparenter PVC-Nutzschicht über einer geschäumten PVC-Schicht mit gedrucktem Dekor sind in Platten und Rollen in den Klassen 21 bis 33, 41 und 42 in Verschleißgruppe T erhältlich. Abhängig vom Verwendungsbereich liegt die Nutzschichtdicke zwischen 0,15 bis 0,5 mm.
PVC-Flex-Platten (B1/B2/Efl) (DIN EN ISO 10595:2012-04 + Ber. 2013-02)
Diese festen PVC-Platten sind mit oder ohne Relief in den Klassen 21 bis 42 erhältlich. Die Gesamtdicke ist abhängig vom Verwendungsbereich und liegt zwischen 1,5 und 3,0 mm.
Polyolefinbeläge (B2/Efl) (In Anlehnung an DIN EN 649)
Diese Beläge sind in Konstruktion, Dessins und Gebrauchseigenschaften den PVC-Belägen ähnlich, jedoch nicht so strapazierfähig. Mit materialgleicher Schweißschnur ist die verlegte Ware thermisch zu verschweißen. Als Oberflächenschutz ist eine Polymerdispersion aufzubringen.
Klebstoffe
Dispersionsklebstoffe
Die Abbindung wird durch hohe Temperaturen und/oder niedere Luftfeuchte beschleunigt. Für die Verklebung im Nassbettverfahren ist ein saugfähiger Untergrund notwendig. Wird der Klebstoff für Polyolefinbeläge nicht ausreichend abgelüftet, bis er transparent wird, können sich Stippnähte bilden.
Verlegen
Klimatisieren
Zum Klimatisieren werden PVC- und Polyolefinbahnen nach dem Grobzuschnitt mindestens über Nacht 24 Stunden im zu verlegenden Raum bei einer Mindesttemperatur von 15 °C bei PVC-Belägen und 18 °C bei Polyolefinbelägen und maximal 75 % Luftfeuchte liegend gelagert. Platten werden gestapelt temperiert.
Nähte
• | PVC/Polyolefinbeläge, PVC-Beläge auf Kork und PVC-Beläge mit Schaumstoffschicht werden einige Zentimeter überlappt ausgerichtet und bei langen Bahnen nach erfolgtem Schnurschlag ohne Luft dicht geschnitten. Besonders bei Polyolefinbelägen muss die Naht spannungsfrei eingelegt werden können. |
• | PVC-Beläge auf Polyestervlies oder Jute und geschäumte PVC-Beläge (CV-Beläge) werden vor der Klebung mustergleich aufeinandergelegt und in einem Arbeitsgang geschnitten. Kaltschweißmittel werden für die Nähte von Verbundbelägen auf textiler Unterlage und von CV-Belägen verwendet. |
Wenn nicht ausdrücklich vereinbart, ist das Verschweißen/Verfugen nicht im Leistungsumfang enthalten und als Besondere Leistung gesondert zu beauftragen und auszuführen. Durch farblich angepasste thermische Verschweißung oder Kaltverschweißung wird das Eindringen von Schmutz und Feuchtigkeit verhindert. Ein farbliches Absetzen der Fugen vom Belag aus optischen Gründen ist zu vereinbaren. Herstellerangaben sind zu beachten.
Verkleben
Dispersionsklebstoff wird im Nassklebeverfahren mit kurzer Ablüftzeit verwendet und bei PVC-Belägen kurz abgelüftet. Die Klebstofffeuchte verursacht ein Wachsen des Belags und führt zu Stippnähten, weswegen bei Polyolefinbelägen darauf zu achten ist, dass so lange abgelüftet wird, bis die Riefen transparent werden. Weil die Eigenschaften von Polyolefinbelägen das Verarbeiten schwierig machen, ist bei der Klebung und mindestens in den ersten drei Tagen danach eine direkte Sonneneinstrahlung zu vermeiden.
{Linoleum}
Beläge
Linoleum mit und ohne Muster (B2/Efl) (DIN EN ISO 24011:2012-04)
Dieses Linoleum auf Faserstoffrücken ist in Platten und Rollen in den Klassen 21 bis 42, nach Absprache auch in 43, lieferbar. Je nach Verwendungsbereich liegt die Gesamtdicke bei 2,0 und 2,5 mm, wobei für besondere Anforderungen auch andere Dicken möglich sind wie beispielsweise 3,2 und 4,0 mm.
Linoleum mit/ohne Muster mit Schaumrücken (B2) (DIN EN 686:2019-08)
Dieser Verbundbodenbelag, bei dem Linoleum auf eine Schaumstoffschicht laminiert wird, ist in Rollen in den Klassen 21 bis 33 und 41 mit Nenndicken von 2,0 und 2,5 mm erhältlich.
Linoleum mit/ohne Muster mit Korkmentrücken (B2/Efl) (DIN EN 687:2019-08)
Die Dicke des Linoleumbelags ohne die Korkmentschicht in Abhängigkeit vom Verwendungszweck liegt bei 1,5 oder 2,0 mm. Er wird als Rollenware in den Klassen 21 bis 33 und 41/42 hergestellt.
Korklinoleum (DIN EN 688:2011-07)
Dieser Belag ist als Rollenware in den Klassen 21, 22 und 31 erhältlich. Die Gesamtdicke ist abhängig vom Verwendungsbereich und liegt bei 3,2 oder 4,5 mm. Andere Dicken, wie beispielsweise 4,5 und 6,0 mm sind bei besonderen Anforderungen, z. B. an die Trittschalldämmung oder den Gehkomfort, möglich.
Klebstoffe
Dispersionsklebstoffe
Die Abbindung von Dispersionsklebstoffen wird durch hohe Temperaturen und/oder niedrige Luftfeuchtigkeit beschleunigt. Für die Verklebung im Nassbettverfahren ist ein saugfähiger Untergrund notwendig. Wird der Linoleumbelag nicht rechtzeitig in der offenen Zeit eingelegt, so entstehen beispielsweise Hohlstellen durch nicht ausreichend feste Klebeverbindungen.
Kontaktklebstoffe
Es wird zwischen Lösemittelkontaktklebstoffen und Dispersionskontaktklebstoffen unterschieden. Diese werden überwiegend bei kleinflächigen Verlegungen eingesetzt.
Sonstige Klebstoffe
• | Reaktionsharzklebstoffe haben eine begrenzte Topf- und Verarbeitungszeit, wobei die Aushärtung wesentlich durch die Temperatur von Untergrund, Umgebung, Klebstoff und Belag beeinflusst wird. Das vorgeschriebene Mischungsverhältnis ist genau einzuhalten. |
• | 2-K-Dispersions-Zementklebstoffe geben durch die chemische Wasserbindung weniger Wasser an die Umgebung ab, wodurch die Abbindung beschleunigt wird. Ein Einsatz auf nicht oder schlecht saugfähigen Untergründen ist möglich, wobei die begrenzte Topf- und Verarbeitungszeit zu berücksichtigen ist. |
• | Trockenklebstoffe als beidseitig selbstklebende Bänder sind nach fachgerechter Verlegung sofort belastbar. |
Verlegen
Klimatisieren
Es ist darauf zu achten, dass die Rollen beim Abladen wegen der Gefahr der Rissbildung durch die gesamte Bahnenbreite bei niedrigen Temperaturen nicht gestaucht werden.
Nach dem Grobschnitt werden die Bahnen aufgerollt und stehend bei mindestens 18 °C im zu verlegenden Raum möglichst 24 Stunden bei etwa 40 bis 65 % relativer Luftfeuchtigkeit gelagert. Platten werden vor der Verlegung temperiert.
Nähte
Die Naht kann bei kurzen Kanten vor dem Kleben geschnitten werden, bei langen Bahnen ist nach dem Einlegen des Belags in den Klebstoff zu schneiden. Im Bereich der Kopfnähte müssen die Bahnen vor dem Schneiden der Naht verklebt sein.
Mit einer Schmelzschnur können Linoleum-Nähte verfugt werden.
Wenn nicht ausdrücklich vereinbart, ist das Verfugen nicht im Leistungsumfang enthalten und als Besondere Leistung gesondert zu beauftragen und auszuführen. Durch farblich angepasste, thermische Verfugung wird das Eindringen von Schmutz und Feuchtigkeit verhindert. Ein farbliches Absetzen der Fugen vom Belag aus optischen Gründen ist zu vereinbaren. Die Herstellerangaben sind zu beachten.
Die Fugen können mit einer Thermoschnur geschlossen werden, wenn besondere Anforderungen an Hygiene, Dekontamination etc. gestellt werden. Auch in Räumen mit intensiver Nassreinigung oder bei feuchtigkeitsempfindlichen Untergründen ist eine Nahtabdichtung vorzunehmen.
Zweikomponentige Fugenmassen werden bei speziellen Anforderungen, z. B. im Labor oder Sportstättenbereich, eingesetzt.
Verkleben
Fertige Dispersionsklebstoffe oder auf der Baustelle anzurührende Klebstoffe aus Pulver werden im Nassklebeverfahren verarbeitet, und die Bahnen werden sofort spannungsfrei in das nasse Klebstoffbett eingeschoben. Die offene Zeit muss beachtet werden. Der Belag ist sofort vollflächig anzureiben und anzuwalzen. Nach 10 bis 15 Minuten sind Hängebuchtbereiche wiederholt anzureiben und bei Bedarf zu beschweren. Bis zur vollständigen Abbindung ist die Fläche vor direkter Sonneneinstrahlung zu schützen.
Die Verlegung von Platten erfolgt i. d. R. nach einem Schnurschlag mit weißer Kreide mit Kreuzfugen in wechselnder Laufrichtung.
Beläge
Elastomere Bodenbeläge mit ebener Oberfläche und Schaumstoffbeschichtung (B2/Efl) (DIN EN 1816:2010-11)
Homogene elastomere Bodenbeläge weisen in allen Schichten eine gleiche Farbe und Materialzusammensetzung auf und sind durchgehend gemustert. Heterogene elastomere Bodenbeläge, welche auch eine Stabilisierungseinlage enthalten können, bestehen aus einer Nutzschicht und weiteren kompakten Schichten unterschiedlicher Materialzusammensetzung. Die Nutzschicht kann eben, geprägt oder genarbt sein. Elastomere Bodenbeläge sind in Rollen in den Klassen 21 bis 33 mit einer Mindestgesamtdicke von 2,5 und 3,5 mm und einer Mindestnutzschichtdicke von 1,0 mm bei heterogenen Belägen erhältlich.
Elastomere Bodenbeläge mit ebener Oberfläche (B2/Efl) (DIN EN 1817:2010-11)
Aufbau und Zusammensetzung sind wie zuvor beschrieben. Diese Beläge sind in Rollen oder Platten in den Klassen 21 bis 43 mit einer Mindestdicke zwischen 1,8 und 2,5 mm und einer Mindestnutzschichtdicke von 1,0 mm bei heterogenen Belägen erhältlich.
Elastomere Bodenbeläge mit profilierter Oberfläche (B2/Efl) (DIN EN 12199:2010-11)
Diese Beläge sind in Platten und Rollen in den Klassen 21 bis 43 mit einer Gesamtdicke zwischen 2,5 und 3,5 mm und einer Nutzschichtdicke von 1,0 mm bei heterogenen Belägen lieferbar.
Elastomere Bodenbeläge mit ebener dekorativer Oberfläche (B2/Efl) (DIN EN 14521:2004-09)
Diese sind als Platten oder Bahnen mit einer Unterschicht aus Schaumstoff und einer Gesamtdicke von mindestens 2,5 mm sowie ohne Unterschicht aus Schaumstoff mit einer Gesamtdicke von mindestens 1,8 mm lieferbar.
Klebstoffe
Dispersionsklebstoffe
Die Abbindung wird durch hohe Temperaturen und/oder niedrige Luftfeuchtigkeit beschleunigt. Die Verarbeitung erfolgt im Kontaktklebeverfahren auf saugfähigem Untergrund.
Reaktionsharzklebstoffe
Die Aushärtung dieser überwiegend zweikomponentigen Systeme auf Basis von Polyurethan- oder Epoxidharz wird durch die Temperaturen von Klebstoff, Belag und Untergrund beeinflusst. Das vorgeschriebene Mischungsverhältnis sollte genau eingehalten werden. Die Tropf- und Verarbeitungszeit ist begrenzt.
Lösemittelkontaktklebstoffe
Lösemittelhaltige Klebstoffe sind weitgehend aus Verbraucher-, Arbeits- und Umweltschutzgründen durch Dispersionsklebstoffe zu ersetzen, wo der Einsatz technisch möglich ist.
Trockenklebstoffe
Diese beidseitig selbstklebenden Bahnen und Bänder sind nach der fachgerechten Verlegung sofort belastbar.
Verlegen
Klimatisieren
Bahnen werden als stehende Rollen und Platten aufeinanderliegend trocken gelagert. Nach dem Zuschnitt und vor dem Kleben werden Platten und Bahnen mindestens 24 Stunden bei einer Temperatur von mindestens 18 °C und maximal 75 % relativer Luftfeuchte durch Auslegen auf dem Untergrund klimatisiert.
Nähte
Bei elastischen Belägen werden die Nähte grundsätzlich vor der Verklebung geschnitten. Die Nähte ebener elastischer Beläge können mit einer Schmelzschnur geschlossen werden. Die Nähte von ebenen elastischen Belägen mit Schaumstoffbeschichtung sowie ableitfähige Beläge müssen verfugt werden.
Eine Nahtabdichtung ist bei feuchtigkeitsempfindlichen Untergründen und in Räumen mit intensiver Nassbelastung oder häufiger Nassreinigung, sofern Dispersionsklebstoffe verwendet werden, unbedingt erforderlich. Nach vollständigem Abbinden des Klebstoffs – frühestens nach 24 Stunden – erfolgt die thermische Verfugung, bei welcher die Fugen mit einer Schmelzschnur geschlossen werden.
Fugen profilierter elastischer Beläge werden mit einer Zweikomponenten-Fugenmasse ausgefugt.
Wenn nicht ausdrücklich vereinbart, ist das Verfugen nicht im Leistungsumfang enthalten und als Besondere Leistung gesondert zu beauftragen und auszuführen. Durch farblich angepasste, thermische Verfugung wird das Eindringen von Schmutz und Feuchtigkeit verhindert. Ein farbliches Absetzen der Fugen vom Belag aus optischen Gründen ist gesondert zu vereinbaren. Die Herstellerangaben sind zu beachten.
Verkleben
Fertige Dispersionsklebstoffe oder Reaktionsklebstoffe werden im Nassklebeverfahren verarbeitet und die Bahnen sofort spannungsfrei in das nasse Klebstoffbett eingeschoben. Die offene Zeit muss beachtet werden. Der Belag ist sofort vollflächig anzureiben und/oder anzuwalzen. Bis zur vollständigen Abbindung ist die Fläche vor direkter Sonneneinstrahlung zu schützen und sollte nicht betreten werden. Elastische Beläge in Platten sind grundsätzlich spannungsfrei einzulegen.
{Korkbelag}
Beläge
Korkbeläge mit PVC-Nutzschicht (DIN EN 655:2011-07)
Diese bestehen aus einer Presskorkschicht mit einem an der Oberfläche ggf. aufkaschierten, dekorativen Kork- oder Holzfurnier, mit aufkaschierter PVC-Nutzschicht. Rückseitig ist eine PVC-Folie als Gegenzug aufgebracht. Diese Korkbeläge sind in die Verschleißgruppe T eingestuft und in den Klassen 21 bis 42 nach DIN EN ISO 10874:2012-04 lieferbar. Die Nutzschichtdicke beträgt zwischen 0,15 und 0,65 mm bei Gesamtdicken von 2,0 bzw. 2,5 und 3,0 mm.
Korkbeläge aus Presskork (DIN EN 12104:2019-03)
Korkbeläge aus Presskork sind homogene oder heterogene Platten aus Presskork, roh oder werkseitig furniert oder auch oberflächenbehandelt, wobei die Endbeschichtung nicht dicker als 0,15 mm sein darf, wenn sie aus Kunststoff besteht. Zur Oberflächenbehandlung ist ein Oberflächenfinish und/oder eine Versiegelung vorzusehen. Die Platten sind in den Klassen 21 bis 32 und 41 nach DIN EN ISO 10874:2012-04 erhältlich, wobei die Gesamtdicke mindestens 4 mm betragen muss.
Klebstoffe
Dispersionsklebstoffe
Unter Berücksichtigung der TRGS 610 und aus Gründen des Arbeitsschutzes werden für Korkbeläge überwiegend lösemittelfreie, wasserbasierte Dispersionsklebstoffe empfohlen und verwendet. In Abhängigkeit von der Belagart werden Dispersions-Kontaktklebstoffe für beidseitigen Klebstoffauftrag oder spezielle Dispersionsklebstoffe für einseitigen Klebstoffauftrag verwendet. Die raumklimatischen Bedingungen sind einzuhalten. Die Auswahl des Klebstoffs richtet sich nach dem Untergrund und der Art des Belags. Die Herstellerempfehlungen sind zu beachten.
Dispersions-Einseitklebstoffe
Der Belag ist unter Berücksichtigung von Ablüfte- und Einlegezeiten in das Klebstoffbett einzulegen, gut anzureiben und nachzureiben oder zu walzen. Ein saugfähiger Untergrund ist erforderlich und kann notfalls durch Spachteln hergestellt werden.
Dispersions-Kontaktklebstoffe
Nach beidseitigem Klebstoffauftrag und Abtrocknen sind die Korkbodenplatten innerhalb der Kontaktklebezeit passgenau in das Klebstoffbett einzulegen und kräftig anzureiben oder festzuklopfen. Für die Verlegung ist ein ebener, möglichst glatter Untergrund notwendig.
Verlegen
Klimatisieren
Korkbeläge sind trocken zu lagern und zwei bis drei Tage im zu belegenden Raum bei mindestens 18 °C und relativer Luftfeuchte zwischen 50 und 75 % zu temperieren.
Nähte
Bei Korkplatten mit PVC-Nutzschicht können die Nähte mit Schaltschweißmittel verfugt werden.
Verkleben
Korkbeläge mit PVC-Nutzschicht werden üblicherweise mit Nassbett-Einseitklebstoffen verlegt, wobei die Beläge spannungsfrei innerhalb der Einlegezeit eingelegt, angerieben und später angewalzt werden. Korkbeläge aus Presskork können sowohl mit speziellen Dispersions-Einseitklebstoffen als auch mit Dispersions-Kontaktklebstoffen verlegt werden. Die Korkbeläge sind innerhalb der Einlegezeit spannungsfrei einzulegen, bei Verwendung von Kontaktklebstoff außerdem passgenau, vollflächig anzureiben und nachzuwalzen. Die Herstellerangaben sind zu berücksichtigen. Die Bodentemperatur sollte mindestens 15 °C, bei Fußbodenheizungen mindestens 18 bis 22 °C betragen.
Oberflächenbehandlung
Frühestens 24 Stunden nach Abschluss der Klebearbeiten kann die Oberflächenbehandlung gemäß Herstellerangaben erfolgen.
{Bodenbelag, textil}
Die DIN EN 1307:2019-06 fasst seit der Vorgängernorm die Anforderungen an die Einstufung aller textilen Bodenbeläge und Teppichfliesen aus Polteppich, Nadelvlies- und Polvliesbelägen zu einem Schriftstück zusammen. Da die DIN EN 14215 für zugeschnittene, lose zu verlegende Teppiche gilt, hat sie im Zusammenhang mit den Bodenbelagarbeiten keine Bedeutung.
Klasse des Beanspruchungsbereichs | Nutzungsintensität/Beanspruchung | Beanspruchungsbeispiele | |
Wohnbereich | Geschäftsbereich | ||
1 | leicht | leicht | |
2 | normal | normal | |
3 | stark | stark | normal |
4 | extrem | stark |
Tab. 18: Übersicht für Beanspruchungsbereich (Quellen: DIN EN 1307/DIN EN 1470/DIN EN 13297)
Textile Bodenbeläge sind ebenfalls vor der Verlegung der Raumtemperatur anzupassen. Die Nähte werden vor dem Kleben geschnitten, soweit der Belag dafür geeignet ist.
Schneiden
Gewebte Teppichböden
Bei gewebten Polteppichen ist die produktionsbedingte Webkante mit einem speziellen Nahtschneider oder einer Hakenklinge in der Florgasse zu schneiden.
Naturfaserbeläge, wie Kokos- oder Sisalteppichböden, werden nicht beschnitten. Falls die Bahnenkanten geschnitten werden, sind die Schnittkanten eventuell zusätzlich zu verfestigen.
Nadelvlies
Diese Beläge werden mit Nahtüberlappung in unverklebtem Zustand ausgelegt und durch Nahtdoppelschnitt mit einer Trapezklinge oder Hakenklinge geschnitten.
Tuftingteppichböden
Die Bahnen dieser Beläge können eventuell auch ohne vorheriges Schneiden der Kanten stumpf aneinandergestoßen werden. Zum Schneiden werden die Bahnen mit einer Nahtüberlappung ausgelegt.
Befestigung
Teppichböden können durch Kleben, Fixieren, Kletten oder Verspannen auf dem Untergrund befestigt werden.
Kleben
Dafür werden Dispersionsklebstoffe im Haftklebeverfahren verwendet. Nach einseitigem Auftrag auf dem Untergrund und ausreichendem Ablüften werden die Beläge eingelegt und angerieben.
Fixieren/doppelseitig klebende Folien
Wird das Fixieren oder das Verlegen mit doppelseitig klebenden Folien ausdrücklich vereinbart, sind die Beläge auf feuchteunempfindlichen Untergründen zu fixieren oder an den Rändern und im Nahtbereich mit doppelseitig klebendem Klebeband zu befestigen.
Verspannen
Wenn Verspannen von Teppichböden ausdrücklich vereinbart wurde, sind Nagelleisten entlang der Wand zu nageln, zu schrauben oder zu kleben, wobei der Abstand zur Wand die Hälfte bis drei Viertel der Teppichbodendicke entsprechen sollte. Die Teppichbahnen sind durch Verkleben mit einem Schmelzklebeband oder durch Vernähen untereinander zu verbinden. Der Höhenunterschied ist durch eine elastische Unterlage auszugleichen, welche dicker als die Nagelleiste sein muss und punktuell zu fixieren ist.
Kletten
Hierbei wird der mit einem Klettrücken ausgestattete Bodenbelag auf den entsprechend präparierten Untergrund aufgebracht, weswegen ein Auswechseln ohne zeit-, kosten- und schmutzaufwendige Vorarbeiten erfolgen kann. Das Kletten ist gesondert als Leistung zu vereinbaren und auszuführen.
Bild 10: Nagelleiste zum Spannen von Teppichböden (Quelle: Hallschmid)
Bild 11: Materialwechsel (Quelle: Hallschmid)
Musterrapport {Musterrapport}
Musterübergänge müssen passen, wenn Bahnen mit Rapportmustern, die sich in regelmäßigen Abständen wiederholen, aneinandergestoßen werden. Die Muster müssen deswegen über die gesamte Länge und Breite gleichbleibend verlaufen.
Besonders vor dem Verlegen von textilen Bodenbelägen mit Rapportmustern in einem Raum ist darauf zu achten, dass die abgelängten Bahnen auf Verzüge kontrolliert werden, damit sie mustergleich verlegt werden können. Verzüge sind bei der Verlegung bis auf wenige Ausnahmen ausspannbar.
In der Regel können gewebte textile Bodenbeläge ohne zusätzliche Rückenausstattung weitgehend ausgespannt werden. Für Musterverzüge vor der Verlegung bzw. bei Anlieferung sind Toleranzen in DIN EN 14159:2015-03 aufgestellt.
Weil Musterverzüge unter Berücksichtigung heutiger Verlegewerkstoffe und Bodenbelagkonstruktionen vom Bodenleger nicht komplett ausgespannt werden können, gelten geringfügige Verzüge als hinzunehmende Unregelmäßigkeiten, sofern die Gesamtoptik nicht negativ beeinträchtigt wird. Der „Leitfaden über hinzunehmende Unregelmäßigkeiten bei Neubauten“ F 229 Fraunhofer IRB Verlag ist dabei zu berücksichtigen.
Der Auftraggeber ist auf Musterabweichungen hinzuweisen, welche möglicherweise nach der Verlegung bleiben. Musterverzüge können als Längsverzug, Querverzug, Schrägverzug und Längung auftreten. Bei klein gemusterten Bodenbelägen kann im Nahtbereich ein Reißverschlusseffekt auftreten, der auch bei sehr sorgfältiger Arbeit unvermeidbar ist.
Aufgrund zulässiger Toleranzen kann die Lieferbreite bei textilen Bodenbelägen um 1 %, jedoch maximal um 3 cm unterschritten werden.
Ist eine Verlegung nach Fixmaßen vorgesehen, sollte dies bereits bei der Bestellung berücksichtigt worden sein.