Читать книгу Einmal Russland und zurück - Christa Henrichmann - Страница 10

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Es ist nachts geschehen. Nach dem Jagen gab es das Schüsseltreiben und viel Wodka. Als die anderen bereits schliefen, hatte Bernd der Infarkt überfallen. Er konnte erst am folgenden Morgen mit der Ambulanz in die Uniklinik gebracht werden.

Als die Töchter aus der Schule kommen, sage ich ihnen, den Lehrlingen und der Haushälterin Frau Weber, was passiert ist. Alle sind sichtlich betroffen.

Heute ist Dienstag, der 18. Dezember.

Wann kann ich Bernd endlich besuchen? Wie soll es dann mit den Kindern gehen? Wie soll ich bloß alles organisieren? Am Donnerstag kommt Albert aus Russland zurück. Sicher kann er mir mehr über Bernds Gesundheitszustand sagen.

Im Haus herrscht gedrückte Stimmung. Ich rufe meinen Hausarzt an. Er schreibt mir beruhigende Medikamente auf und stellt mir ein Attest aus. Ich bringe es ins Schulbüro.

Die Sekretärin tröstet mich, die Kolleginnen und Kollegen wollen meine Klasse bis zu den Ferien gemeinsam versorgen. Der Rektor ist in einer Besprechung.

Wieder zu Hause renne ich hin und her und bringe nichts auf die Reihe. Auch der folgende Tag verläuft hektisch. Endlich kann ich mit Bernd telefonieren. Seine Stimme klingt schwach und krank. Er weint. Ich bin tief betroffen. Ich weiß nicht, wie es weitergehen soll. Jetzt rastet auch noch Christoph aus. Er fühlt sich verantwortlich für den Hof und beginnt, sich mit den Lehrlingen zu streiten. Nun kann nur noch ein ruhiges Gespräch helfen.

Morgen soll Albert zurückkommen. Endlich werde ich Einzelheiten erfahren.

Am nächsten Tag fahre ich zunächst in den Ort und regle in der Bank die wichtigsten Geldangelegenheiten, damit laufende Betriebskosten überwiesen werden können. Damit die Lehrlinge über Weihnachten nach Hause fahren können, schalte ich den Betriebshilfsdienst ein. Es ist fast Mitternacht, als Albert endlich anruft. Durch Verspätung des Fluges von Moskau nach Berlin sitzen die Münsteraner in Berlin fest, die Maschine nach Hannover hat nicht gewartet. Ich gebe ihm die Telefonnummer unseres Freundes Seppel, der in Berlin wohnt und für die Jäger ein Quartier besorgen soll.

Einmal Russland und zurück

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