Читать книгу Einmal Russland und zurück - Christa Henrichmann - Страница 15
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ОглавлениеIn Berlin- Tegel werde ich von Marlies, Seppel, ihrer Tochter Anja und ihrer Großmutter mit dem Auto abgeholt. Alle bemühen sich rührend um mich und versuchen mir, die Durchreise so angenehm wie möglich zu gestalten.
Am folgenden Morgen bringen mich Marlies und Seppel zum Transitbahnhof. Dort warten schon einige Reisende von der Hansa-Touristik, die wie ich über den Ostberliner Flughafen Schönefeld nach Moskau fliegen wollen.
Am Grenzübergang werden wir nur von Westdeutschen kontrolliert und können dann mit dem Bus gleich durchfahren. Auf der Gegenseite stehen Schlangen von Menschen, die von Ost nach West wollen. Am Flughafen Schönefeld klappt das Einchecken trotz meines viel zu schweren Koffers ohne Probleme. Bald sitze ich in der Aeroflot-Maschine und fliege nach Moskau.
Rechts von mir sitzen zwei freundliche Damen aus Burgsteinfurt, links eine Frau aus der Gegend von München, die mit allem unzufrieden ist. Im Flugzeug werden Säfte angeboten. Ich bestelle mir einen Apfelsaft und verzehre die mitgebrachten Brötchen aus Berlin. Gerade, als ich fertig bin, wird das Essen serviert: festes schmales Brot, Marmelade, Schmierkäse, zweierlei grau aussehende Wurstscheiben und russischer Tee. Die Stewardessen sprechen schlechtes Deutsch und immer, wenn sie unsere Reihe passieren, drücken sie die Plastikverkleidung über den Sitzen hoch, die das Handgepäck verbergen, da die Verkleidung immer wieder aufgeht.
Endlich landen wir in Moskau. Dort warte ich mit meinen Sitznachbarinnen auf Koffer und Taschen. An meinen Mantel hefte ich ein Schild mit meinem Namen in kyrillischer Schrift, das Anna, die Dolmetscherin aus Havixbeck für mich vorbereitet hat. Meine Begleiterinnen halten zunächst mit mir Ausschau nach den Leuten, die mich aus Rijasan abholen wollen. Bald aber müssen die Frauen zurück zu ihrer Gruppe und verabschieden sich von mir. Ich warte.