Читать книгу Marionette des Teufels - Dagmar Isabell Schmidbauer - Страница 24

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Hannes parkte den Dienstwagen im Halteverbot vor dem Verwaltungstrakt des Stadttheaters, klingelte und stieg die Treppenkonstruktion aus Edelstahl hinauf in den zweiten Stock. Als er gerade den schmalen und mit unzähligen Kisten und Regalen vollgestellten Flur zum Büro einschlagen wollte, kam ihm Katharina Eschenbacher entgegen.

„Hallo, Herr Kommissar.“ Sie reichte ihm ihre kühle, feingliedrige Hand und ihre angenehme Stimme schmeichelte und neckte ihn zugleich. „Guten Morgen, Frau Eschenbacher. So früh schon zur Probe?“ Hannes zog seine Hand wieder zurück und versuchte unbeeindruckt zu bleiben, aber die Frau hatte etwas, das es einem Mann verdammt schwer machte.

„Nein, Probe ist erst um zehn, aber ich hatte etwas mit Herrn Schaffroth zu besprechen, wegen unseres Rigolettos.“ Während ihre schönen, vollen Lippen die Worte formten, unterstrichen ihre Hände deren Bedeutung und zogen Hannes in ihren Bann.

„Ah ja. Ich auch.“ Hannes überlegte, ob er sie nicht gleich an Ort und Stelle ausfragen sollte, anstatt sie später ins Büro zu bestellen, fand dann aber, dass es hier ein bisschen arg finster für ein solches Gespräch war.

„Sie wollen zu Schaffroth?“

„Ja.“ Hannes nickte.

„Er hat eine Adressenliste für Sie vorbereitet.“

„Ja, prima.“

„Haben Sie schon mit Walter gesprochen?“

„Nein, wir haben ihn noch nicht getroffen.“

„Er wird im Museum für Moderne Kunst sein und dort seine Ausstellung vorbereiten. Waren Sie dort auch schon?“

„Nein, noch nicht.“ Hannes stieg ihr Parfüm in die Nase. Sie roch genauso verlockend, wie ihre Stimme klang.

„Haben Sie schon mal eines seiner Bilder gesehen?“ Ihr fragender Blick beobachtete ihn genau.

„Ich glaube nicht“, Hannes fühlte sich ein wenig unwohl, während sie ihn unverdrossen ansah.

„Er unterschreibt nur mit seinem Vornamen. Das große „W“ Von Walter sieht aus wie eine volle Frauenbrust, können Sie sich das vorstellen?“ Die Eschenbacher trug an diesem Tag ein T-Shirt, das mehr enthüllte als verbarg und während sie mit den Händen in der Luft ein großes „W“ malte, verfolgte Hannes das Heben und Senken ihrer Brüste und hatte eine sehr angenehme Vorstellung von dem, was sie meinte. Andererseits, wenn dieser Walter auf so etwas stand, dann hatte er sich doch sicher auch an die Eschenbacher herangemacht, vielleicht sogar was mit ihr gehabt? Die Mezzosopranistin schien seine Gedanken zu lesen und lächelte. „Sie wollen jetzt bestimmt wissen, ob ich was mit Walter hatte.“

„Und? Hatten Sie?“

„Sie dürfen raten.“

Wieder lächelte sie dieses anzügliche Lächeln. Es passte zu ihr wie Sahne zu einem großen köstlichen Eisbecher.

„Nein, ich …“, antwortete Hannes zögerlich.

„Bravo!“, entzückt klatschte sie in die Hände und Hannes war sich sicher, dass sie diese Geste schon oft auf der Bühne benutzt hatte. Dabei hatte er eigentlich nur seine Verweigerung, über ein solches Thema eine Meinung abzugeben, kundtun wollen.

„So, ich muss jetzt weiter, aber ich bin mir sicher, den Rest finden Sie schon selbst heraus“, verkündete sie und Hannes nickte. „Bestimmt. Ach, eines hätte ich doch glatt vergessen“, er reichte ihr eine seiner Visitenkarten, „wenn Sie sich bitte heute Nachmittag im Büro melden, wir haben da noch ein paar Fragen.“

Die Eschenbacher sah sich die Visitenkarte genau an, vielleicht nur, weil sie im finsteren Flur fast nichts erkennen konnte. „Johannes Hollermann.“ Sie sah auf: „Sehr gern, Herr Kommissar, wenn Sie Fragen haben, jederzeit!“ Dann lächelte sie zum Abschied.

„Nicht ich, meine Kollegin“, stellte Hannes klar und wandte sich schnell zum Büro Schaffroths um.

***

Marionette des Teufels

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