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5. Autorität bedeutet Erziehung
ОглавлениеOb man es will, oder nicht, gerade auch als Kind, Autorität bedeutet Erziehung. Die Eltern sind die erste sichtbare Autorität für ihre Kinder. Bei Ihnen also liegt der Erziehungsauftrag. Eine Stufe weiter gedacht: in der Schule verkörpern die Lehrer die Autorität, ihnen obliegt die Erziehung. Autorität bedeutet also nicht nur Macht, wie zum Beispiel die Gestaltung einer Schulstunde, sondern auch die Erziehung, wie man beispielsweise in Gruppenarbeiten miteinander spricht, wie man im Unterricht auftritt. Es geht weiter im Beruf, wo der oder die Vorgesetzte die Autorität verkörpert. Auch hier ist es nicht nur die Autorität, die sagt, was wann gemacht werden muss, sondern auch wie.
Das ist besonders deswegen so interessant, weil es in der Gesellschaft, in Familien oder an Arbeitsplätzen immer wieder zu Unmutsäußerungen über die vorzufindenden Autoritäten kommt. Solange es dabei um das „ob“ und nicht um das „wie“ geht, ist die Kritik oder der Anstoß daran rein zerstörerisch, und nicht produktiv im Sinne einer Qualitätssteigerung.
Der Mensch durchläuft in jeder Altersphase unterschiedliche Autoritätssysteme. Es wäre zu hoffen, dass dieser „Macht-Raum“ qualitativ und produktiv genutzt wird.