Читать книгу Durch die Raumakustik muss ein Ruck gehen - Gerhard Ochsenfeld - Страница 22

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Ein Funke Hoffnung

Es wäre erfreulich, wenn man davon im Archiv des WDR noch lange lesen könnte:

Tatsächlich findet man über den Suchbegriff „Sprachverständlichkeit“ die Mitteilung zu einem Experiment, das am Wochenende des 12. und 13. Dezember 2020 im so genannten „Ersten Programm“gelaufen ist – mit verschiedenen Sendungen und Beiträgen, die in zwei Versionen übertragen worden sind.

Gemeinsam mit dem ‚Fraunhofer Institut für Integrierte Schaltungen‘ sind Beiträge neu vertont und alternativ gesendet worden. Man konnte zwischen der „klassischen“ Abmischung und einer wählen, die auf eine verbesserte Sprachverständlichkeit hin modifiziert worden ist.

Vielleicht verbleiben die Beiträge länger in der Mediathek. Lobenswert und lohnenswert wäre das, um dieses Experiment vielen und dauerhaft zugänglich zu machen.

Mein subjektiver Eindruck von einer verbesserten Sprachverständlichkeit dürfte sich in etwa mit denen aus der Vorstudie des Fraunhofer Instituts decken – andernfalls man kaum in den groß angelegten „öffentlichen“, also in den Massentest gegangen wäre: So etwas ist mit einigen Kosten und einigem Aufwand verbunden.

Ich selbst habe die Mediathek genutzt, um die Sendungen parallel zu verfolgen – mir also kurze Abschnitte in der Normalversion und direkt anschließend in der modifizierten Vertonung anzuhören, oder umgekehrt. Das heißt, ich bin zwischen beiden Sendeversionen hin und her gesprungen und habe mir ein und dieselben Passagen mit der einen und der anderen Vertonung angesehen.

Spätestens über die Vertonung von Filmen, so spekuliere ich einmal ungesichert, werden wir daraufhin „erzogen“, basslastig zu hören. Bass schindet einfach enorm Eindruck.

In meiner frühen Jugend hat mich das auch noch beeindruckt. Schon in meiner Jugend kamen mir da aber Zweifel – und die wummernden Bässe habe ich persönlich häufig als laut, störend und unklar empfunden. So hatte ich dann recht früh die Bässe abgeschwächt und die Höhen stärker ausgepegelt. Mit allen bescheidenen Mitteln, die mein Verstärker bot.

Bässe müssen klar differenziert und eigenständig sein, um ein klangvolles Volumen vermitteln zu können. Höhen dürfen dabei nicht zu leise sein und nicht dumpf überdeckt werden, um auch der Musik eine Helligkeit und Transparenz zu geben.

Was nun die Sprachverständlichkeit für die alternativen Vertonungen der WDR-Beiträge betrifft, so hatte ich den Eindruck, dass die Verstärkung der Höhen und zum Teil eine moderat abgeschwächte Pegelung in den Tiefen tatsächlich zu einer größeren Klarheit insgesamt, vor allem zu einer bemerkenswert besseren Verständlichkeit der Sprache geführt hat.

Genau dahin muss es gehen: Hin zu einem neuen Verständnis von Hörgewohnheit, hin zu mehr Klarheit in den Höhen und einer Verminderung ganz allgemein von tiefen Frequenzen in unserer Hörumwelt.

Durch die Raumakustik muss ein Ruck gehen

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