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Ein eingebildeter Brückenbauer

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Hadrian entfernte nun aber nicht nur die Donaubrücke Traians, sondern er beseitigte auch, wenn man den Quellen trauen darf, deren Architekten Apollodoros. Unter Traian hatte der Syrer noch eine große Karriere gemacht, baute in Rom das Maßstäbe setzende Traians-Forum. Seine Erfolge scheinen ihm aber zu Kopf gestiegen zu sein. Noch zu Regierungszeiten Traians diskutierte er mit dem Kaiser ein Bauprojekt. Als Hadrian sich in dieses Fachgespräch einmischte, beschied ihn der Architekt, von solchen Dingen habe er keine Ahnung, er solle sich lieber um seine Kürbisse kümmern – dies war eine Anspielung auf ein Gemälde, das der kunstsinnige Hadrian gerade in Arbeit hatte und auf das er sehr stolz war. Als Kaiser unternahm Hadrian einen weiteren Versuch, sich vor dem großen Apollodoros als Experte für Architektur zu profilieren. Er legte ihm den von ihm selbst entworfenen Plan für den Bau eines Tempels vor und fragte (wahrscheinlich mit gespielter Bescheidenheit) nach, ob er gut gelungen sei. Nicht nur, dass die Expertise des Syrers vernichtend ausfiel – er machte sich am Ende auch noch lustig über den dilettierenden Kaiser. Die Götterfiguren, so teilte er dem konsternierten Kaiser mit, seien für den Innenraum des Tempels zu groß: »Wenn nämlich die Göttinnen aufstehen und herausgehen wollen, werden sie dazu nicht in der Lage sein.« So etwas konnte sich der Kaiser nicht gefallen lassen. Nach Cassius Dio wurde Apollodoros zunächst in die Verbannung geschickt und später hingerichtet. Dass er auch wegen der Apollodoros-Affäre dessen Donaubrücke demolierte, ist allerdings nicht mehr als eine völlig unbewiesene Hypothese – schließlich war Hadrian ein zivilisierter Kaiser.

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