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Der Kanal des Xerxes

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Die moderne Archäologie hat die Dimensionen des Xerxes-Kanals rekonstruieren können: Er war etwa 2200 Meter lang und hatte eine Wassertiefe zwischen 1,5 und 2 Metern. Die maximale Tiefe des Einschnitts bis zum Meeresspiegel betrug 15,7 Meter. Der Kanal war so breit, dass zwei große Ruderschiffe problemlos aneinander vorbeifahren konnten. Herodot war allerdings nicht bereit, den Kanal in den Rang einer Meisterleistung zu erheben. »Wenn ich es mir so recht überlege«, führt er aus, »ließ Xerxes diesen Kanal nur aus reiner Geltungssucht bauen, um damit seine Macht zu demonstrieren und sich ein Denkmal zu hinterlassen. Ohne große Mühe und Anstrengung hätte er doch auch die Schiffe über Land ziehen können. Stattdessen aber ließ er einen so breiten Kanal bauen, dass zwei Dreiruderer nebeneinander ihre Ruder benutzen konnten.« Die Kritik der Griechen wird den Perserkönig wenig berührt haben. Er war es gewohnt, mit dem Ruf zu leben, ein hybrider, frevelhafter Herrscher zu sein. Das war die Sicht der Dinge, die sich die Griechen offiziell angewöhnt hatten. Zu Beginn der Griechenland-Expedition hatte bei den Dardanellen ein Sturm die Schiffsbrücke zerstört, mit der das persische Landheer übersetzen sollte. Daraufhin habe, kolportierte die griechische Gerüchteküche, Xerxes zur Strafe das Meer auspeitschen lassen. Der persische König, so urteilte der antike Historiker Iustin resümierend, »tat im Vertrauen auf seine Macht so, als wäre er der Beherrscher der Natur: Er ebnete Berge ein, füllte Täler auf, legte Brücken über das Meer und verband andere Meeresteile zum Zweck der bequemeren Schiffspassage durch abkürzende Durchstiche.«

Große Errungenschaften der Antike

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