Читать книгу Adular (Band 2): Rauch und Feuer - Jamie L. Farley - Страница 10
Kapitel 2 – Elanor
ОглавлениеSie waren kaum eine Viertelstunde gegangen, als sie an einer Taverne vorbeikamen. Musik, Gelächter und der scharfe Geruch von Alkohol wehten aus dem beleuchteten Gebäude auf die Straße. Eine Gruppe von vier waldelfischen Männern lungerte vor der Taverne herum. Sie unterbrachen ihr lautstarkes, fröhliches Gespräch, als Elanor und Arik an ihnen vorbeikamen.
»Wen haben wir denn da?«, lallte der Erste.
»Unsere Dunkelelfenhure«, rief der Zweite ausgelassen und hob den Humpen. »Und seht, sie hat einen neuen Freier dabei!«
»Einen Menschen? Dachte, die treibt es nur mit Dunkelelfen«, brummte ein Dritter. »Wartet … ist das nicht … dieser Heiler? Ihr wisst schon. Der die Klinik betreibt, in der gute Medizin an Grauhäute verschwendet wird.«
Elanor sah nicht zurück, beschleunigte ihre Schritte lediglich. Aus dem Augenwinkel bemerkte sie, dass Ariks Finger sich unruhig regten.
»Hey, Heiler«, schrie der Erste. »Steigst du auch mit ihr ins Bett? Wie ist sie? Lohnt es sich?«
»Wahrscheinlich teilen sie sich heute Nacht eine Grauhaut«, johlte der Dritte und verschüttete überschwänglich etwas von seinem Getränk. »Viel Spaß.«
Die Waldelfin warf Arik einen Seitenblick zu. Er starrte stur geradeaus, sein blasses Gesicht wie versteinert. Das Verhalten der Männer sollte sie wütend machen. Doch Elanor fühlte nichts. Da war nur eine nagende Leere in ihr.
Die Stimmen der Männer verklangen und der Rest des Weges verschwand hinter einem undurchsichtigen Grauschleier, der sich über ihre Sinne legte. Vielleicht war es die Müdigkeit, die alles verschwimmen ließ. Anfangs kämpfte sie dagegen an, zwang sich, wach und aufmerksam zu bleiben. Doch irgendwann verlor sie diesen Kampf und versank in erschöpfte Lethargie.
Erst als sie sich plötzlich im Inneren ihres Hauses wiederfand, erwachte sie daraus.
»Elanor?« Ariks Stimme.
Die Waldelfin blinzelte verwirrt. Er musterte sie besorgt, Falten standen auf seiner Stirn. Er schien sie nicht das erste Mal angesprochen zu haben. »Verzeih, was sagtest du?«
»Ich fragte, wie du dich fühlst«, entgegnete er.
Elanor streifte ihren Umhang ab und legte ihn über einen Stuhl. »Tut mir leid«, murmelte sie und drehte ihren Anhänger zwischen Daumen und Zeigefinger. »Ich bin müde, Arik.«
Der Heiler nickte. Den dunklen Ringen unter seinen Augen zufolge ging es ihm ähnlich. Seit sie Arik kannte, war er mager und sah übernächtigt aus. Es kam ihr vor, als hätte sich sein Zustand in den letzten Tagen verschlechtert. Möglicherweise war es Einbildung oder sie schloss von sich auf andere. Andererseits hatte er mit Dûhirion einen Freund verloren und trauerte ebenfalls.
»Es wird schlimmer.« Er fuhr sich mit einer Hand übers Gesicht. »Als ich gestern meinen Marktstand aufgebaut habe, bin ich von einem Zwerg angespuckt und beschimpft worden. Erst dafür, dass ich Dunkelelfen heile, und dann allgemein dafür, ein Mensch und Magier zu sein.«
Die Waldelfin schlang die Arme um ihren Oberkörper. »Es fühlt sich an, als würden sie nach Gründen suchen, nicht wahr?«
»Sie haben Angst.« Arik kratzte sich an der Wange. Ein raues Geräusch erklang, als seine Finger über die dunklen Bartstoppeln fuhren. »Deshalb suchen sie einen Schuldigen, jemanden, bei dem sie ihre Angst in Zorn umwandeln können. Ich bin mir sicher, dass es dem Zwerg danach wesentlich besser ging.«
Elanor schnaubte leise. »Ihm schon.« Sie sah zu ihm auf. »Hast du Neuigkeiten aus der Aschegrube?«
»Nein. Nachdem Hastor das letzte Mal dort gewütet hat, ist alles ruhig geblieben«, antwortete Arik.
Hastor Adaël hatte mit der Stadtwache unten in der Aschegrube gestanden und den Dunkelelfen das wenige genommen, das sie besaßen. Die zerstörerischen Flammen des Scheiterhaufens aus Möbeln, Kleidung und Kinderspielzeug loderten in ihrem Gedächtnis. Sie hörte das ferne Echo der zustimmenden Bevölkerung und Naras unermüdliches Schimpfen.
Doch wann war das passiert? Vor einer Woche? Bevor oder nachdem sie Dûhirion ihre Schwangerschaft gestanden hatte?
Plötzlich war sie sich nicht einmal mehr sicher, ob es wirklich erst einige Tage her war, dass Maryn bei ihr gewesen war.
Arik seufzte leise. »Ich denke, ich sollte jetzt gehen.« Er legte eine Hand auf ihre Schulter. »Brauchst du etwas von mir? Ein leichtes Schlafmittel?«
»Nein. Aber ich danke dir für deine Sorge«, erwiderte die Waldelfin.
»Wie du wünschst.«
»Danke, dass du mich begleitet hast«, sagte Elanor leise. »Versuch heute Nacht auch etwas Schlaf zu bekommen, ja? Und pass auf dich auf!«
Der Heiler lächelte leicht und wandte sich dem Ausgang zu. »Ich kann nichts versprechen.«
Plötzlich erfüllten kräftige Schläge gegen die Tür das Haus. Elanor fuhr zusammen und Arik stolperte erschrocken einen Schritt zurück.
»Jemand zu Hause? Hallo?«, rief eine männliche Stimme.
»Komm raus, dreckige Hure! Wir haben dich ins Haus gehen sehen«, brüllte ein zweiter Mann lallend.
Ihr Herz schien ihr bis in den Hals zu pochen und hämmerte unangenehm gegen ihren Kehlkopf. Das waren die Betrunkenen, die sie vorhin angepöbelt hatten.
»Ich tue dir nichts«, fuhr der erste Mann fort. »Möchte bloß ein paar Zärtlichkeiten von dir. Ich bezahl auch gut.«
Arik legte langsam einen Zeigefinger an seine Lippen. Elanor schlich zum Fenster und spähte durch den schmalen Spalt zwischen den Vorhängen nach draußen. Die vier Waldelfen hatten sich vor ihrer Tür versammelt. Zwei von ihnen hielten immer noch ihre Humpen in den Händen, der Dritte trank aus einer Weinflasche, während der Vierte ununterbrochen mit seiner Faust gegen ihre Tür schlug.
»Lass uns rein«, forderte der zweite Mann. »Wir haben doch gesehen, dass du nicht nur Dunkelelfen nimmst. Ist der Magier immer noch da?«
Elanor zog ein Stilett aus dem Schaft ihres Stiefels und wich zurück, bis sie neben Arik stand. Seit der Konfrontation mit den Grauwölfen, insbesondere mit Canis Lupus, und den zunehmend aggressiver werdenden Anfeindungen der Stadtbewohner trug sie es unentwegt bei sich. Sie war nicht erpicht darauf, es zu verwenden, doch sollten diese Männer tatsächlich ins Haus eindringen, würde sie sich ihnen nicht kampflos ergeben.
»Sie werden es nicht wagen einzubrechen«, flüsterte Arik. »Und wenn doch …«
Elanor konnte fühlen, dass er Magie in seinen Händen bündelte. Ein seichter Wind umgab seine Finger und bewegte seine weiten Ärmel.
Wenn sie es doch wagen, sind wir vorbereitet, vollendete sie seinen Satz.
»Vielleicht hat sie gerade wirklich eine Grauhaut unter ihrer Decke versteckt«, vermutete der erste Mann. »Lass mich rein! Ich will zusehen.« Gelächter folgte seinen Worten. Nur der Vierte lachte nicht.
Elanor ignorierte das Zittern ihrer Hände und das erstickende Gefühl, ihre Eingeweide würden sich in ihren Rachen drängen.
Die Tür hält stand, dachte sie. Solange sie draußen und wir drinnen sind, können sie uns nichts tun.
Sie sollte nicht überrascht darüber sein, dass sich die Männer entschieden hatten herzukommen. Es war bloß der nächste Schritt. Vor wenigen Tagen hatten Vandalen ihre Tür mit rohen Eiern und Fäkalien beschmiert, sie als ›Dunkelelfenhure‹ beschimpft.
»Wir wollen alle sehen, wie du die Grauhaut vögelst, ohne dir die Pest einzufangen«, rief ein dritter Waldelf. »Ist der Heiler deshalb dabei?«
»Der macht mit«, widersprach der Zweite. Sein Lachen wurde mehr und mehr zu einem Gackern. »Seid kurz leise! Vielleicht können wir das Bett knarzen hören.«
Die Tür hält stand, wiederholte sie. Solange sie draußen und wir drinnen sind, können sie uns nichts tun.
Ihr Herz hämmerte schmerzhaft in ihrer Brust. Wie ein kleiner Vogel, der in einem viel zu engen Käfig gefangen war, schien es gegen ihre Rippen zu schlagen, im verzweifelten Versuch, dem zu entkommen.
Sie fühlte Ariks Hand, die sich beruhigend auf ihre Schulter legte.
»Ich bin hier«, raunte er. »Was auch geschieht: Sie werden dir nichts tun.«
Elanor nickte dankend, ohne die Tür aus den Augen zu lassen.
»Mach endlich auf. Bitte, bitte«, forderte der erste Mann.
Etwas wurde mit großer Wucht gegen die Tür geschleudert. Glas zersplitterte und die Männer johlten zustimmend.
Elanor zuckte heftig zusammen und hätte fast ihre Waffe fallen lassen. Sie schloss die Finger fester um den Griff. Ihre Lunge schien sich kaum mit Luft zu füllen. Ihr Bauch war im Weg, verhinderte einen tiefen Atemzug.
»Hoppla. Da ist ihm wohl die Flasche aus der Hand gerutscht.« Der zweite Waldelf gluckste. »Hey, Heiler. Ich hab mich furchtbar geschnitten. Kannst du dir eine Hose anziehen und mir helfen?«
Elanor atmete zu schnell, zu flach. Ihr Bauch wurde unerträglich schwer, als wäre er mit Steinen gefüllt. Er drückte auf ihre Organe, verbog ihr Rückgrat.
Der erste Mann kicherte wie ein unreifer Jüngling. »Und währenddessen kommt der Rest von uns zur holden Maid. Wirst schon sehen, wir sind alle ganz sanft zu dir. Dein dunkelelfischer Freier darf auch mit heiler Haut dein Haus verlassen, wenn du mit ihm fertig bist. Wir verpetzen ihn nicht an seinen Herrn.« Er schnaubte, lachte lauter.
Sein Gelächter warf ein Echo in ihren Ohren, wurde zu einem vielstimmigen Chor. Das Gefühl einer Hilflosigkeit, die sie in ihrer Kindheit oft empfunden hatte, floss ölig und zäh in ihren Rachen.
Das kreischende Lachen von hämischen Kindern hallte aus einer fernen Erinnerung durch ihr Haus. »Elanor hat keine Eltern«, riefen sie gemeinsam. »Elanor hat keine Eltern.«
Wind streifte ihre Haut, zog sie in die Gegenwart zurück. In Ariks Faust wütete ein regelrechter Sturm. Er war klein und geballt, ein weißgraues Bündel einer gebändigten Kraft, die jederzeit entfesselt werden konnte. Der Magier selbst erschien bemerkenswert ruhig, fokussiert. »Tief durch die Nase atmen«, flüsterte er. »Ein … und aus …«
Elanors Lippen waren ein dünner Strich. Sie folgte dem Rhythmus, den er vorgab.
»Schwachsinn«, bellte plötzlich der Vierte im Bunde, und ihre Tür wurde erneut durch einen kräftigen Schlag erschüttert. Fast hätte die Waldelfin aufgeschrien. »Mach auf, Miststück! Ich hole diese Missgeburten aus dir heraus. Das, was du in deinem Leib trägst, darf nicht existieren.«
Seine letzten Worte verwischten. Rauschen. Bienensummen. Hitze schwelte in der Kälte ihrer Brust, wand sich langsam durch ihre Adern.
Elanor leckte sich nervös über die trockenen Lippen. Das Stilett lag unruhig in ihrer verschwitzten Handfläche. Sie fürchtete, es benutzen zu müssen. Sie wollte es benutzen. Wollte demjenigen vor der Tür wehtun, wollte ihm zeigen, dass sie nicht hilflos war. Fürchtete, versehentlich einen tödlichen Treffer zu erzielen, wenn sie gegen einen möglichen Angreifer vorging. Fürchtete gleichzeitig, dass es ihr weggerissen wurde und sie gänzlich ohne Waffe dastand.
»Was ist los mit dir?«, fragte der erste Mann verwundert und deutlich leiser.
»Sei nicht so zornig, du verschreckst sie nur«, fügte der Dritte lallend hinzu.
Elanors Körper wurde von einer gänzlich anderen Anspannung erfasst. Es war nicht mehr der Gedanke an eine Flucht, der sie trieb. Ihre Sinne wurden schärfer denn je. Ein metallischer Geschmack breitete sich in ihrem Mund aus, ihre Muskeln brannten. Sie würde vor diesen Elfen nicht weglaufen und sich aus ihrem eigenen Haus vertreiben lassen.
»Er meint es nicht so«, rief der zweite Mann. »Er ist betrunken.«
Drei der vier Waldelfen lachten. Wieder hallte der hämische Kinderchor durch ihre Erinnerung. »Elternfresserin«, kreischte er. »Elanor hat keine Eltern, weil sie sie aufgefressen hat!«
»Mach – die – Tür – auf!« Die Tür erzitterte mit jedem einzelnen Wort. Es klang, als würde sich der Vierte mit aller Kraft dagegen werfen.
Elanors Augen verengten sich. Kommt nur, dachte sie angespannt. Wagt es, mein Haus zu betreten, und ihr werdet es bereuen!
»Ich schwöre dir, ich bringe dich um«, brüllte der Vierte. »Dich, deine Missgeburten und die Grauhaut, die sie gezeugt hat.«
Elanor setzte einen Schritt vor.
»Warte«, zischte Arik alarmiert.
Sie hörte ihn kaum. Die kleine Flamme der Wut, die zunächst in ihr gebrannt hatte, war zu einem zornigen Inferno geworden. Sie spürte die Hitze in jeder Faser ihres Körpers, und der Drang, diese neue Energie in Zerstörung umzuwandeln, wurde stärker. Ein Schrei wuchs in ihrer Brust, drückte von innen gegen ihre Rippen und raubte ihr den Atem.
Dummköpfen wie euch ist es zu verdanken, dass Dûhirion in Umbras Hände gefallen ist, dachte sie zähneknirschend. Durch euer ignorantes, rückständiges Denken habt ihr ihn den Schändern dieser Gilde ausgesetzt. Wäre er bei mir gewesen, wäre ihm nichts passiert.
»Nein. Nein, nein«, sagte der Zweite. »Wir wollen niemanden umbringen. Wir wollten doch nur ein bisschen unseren Spaß haben, erinnerst du dich?«
»Fass mich nicht an«, fauchte der Vierte.
»Kommt doch«, flüsterte sie durch zusammengebissene Zähne.
Arik hielt sie am Ellenbogen fest.
»Kommt und versucht mich zu holen!« Tränen rannen über Elanors Wangen. »Ich werde euch für das büßen lassen, was Dûhirion durchleiden musste.«
Die Gruppe diskutierte noch einen Moment und endlich gab der vierte Mann auf. »Ach, verrotte doch in deinem Haus!«
»Ewig kann sie sich ohnehin nicht verkriechen«, beschwichtigte ihn der Erste. »Und bald wird sie auch niemand mehr verteidigen wollen. Irgendwann wird sie bekommen, was sie verdient.«
»Ich hoffe, sie geben Bescheid, wenn es so weit ist«, erwiderte der Vierte. »Ich will dabei sein.«
»Und ich will ein Weib haben.« Der Zweite hob seine Stimme. »Lasst uns ins Bordell gehen, Männer! Wie wir alle wissen, sind Dunkelelfen die besten Liebhaber.«
Das Gelächter der Gruppe entfernte sich langsam. Auch Minuten danach stand Elanor zitternd an ihrem Platz und hielt das Stilett fest umklammert.
»Es ist vorbei«, sagte Arik tonlos. Die Kraft des Sturms, die er gesammelt hatte, verwehte sanft. Er trat vor sie und musterte sie forschend. »Bitte lass die Waffe fallen.«
Elanor zwang sich, das Stilett loszulassen. Sie senkte den Blick auf ihre Füße und wischte die schweißnasse, klamme Hand an ihrem Kleid ab. »Elende Trunkenbolde.« Sie wollte schreien und gegen die Tür schlagen. Doch weil sie wusste, dass es keinen Sinn hatte, diese Kraft in Zerstörung umzuwandeln, begann sie bitterlich zu weinen.
Arik zögerte einen Moment, ehe er sie sanft in seine Arme schloss. Die Waldelfin barg das Gesicht in seiner Robe, nahm den würzigen Duft von Heilkräutern auf, der ihm stets anhaftete. So verweilten sie, bis sie sich beruhigt hatte.
Elanor löste sich langsam vom Heiler und strich über den tränennassen Stoff seiner Kleidung. »Entschuldige«, flüsterte sie heiser. »Ich wollte nicht …«
»Du musst dich nicht entschuldigen«, unterbrach der Heiler. Er begleitete sie zu der gepolsterten Sitzbank vor ihrem kalten Kamin und setzte sich mit ihr.
»Ist es wirklich so falsch, was wir tun, Arik?«, fragte Elanor bedrückt.
»Nein«, antwortete er sofort. »Im Gegenteil: Es ist genau das Richtige. Es ist das, was Adular braucht. Solche Dummköpfe versuchen uns für etwas zu bestrafen, was sie nicht begreifen und deshalb verurteilen.«
Die Waldelfin nickte kaum merklich. »Tut mir leid, dich heute Nacht so lange zu beanspruchen.«
»Dass diese Männer vor deiner Tür aufgetaucht sind, ist schwerlich deine Schuld«, entgegnete Arik. »Wenn ich ehrlich bin, möchte ich dich heute Nacht ungern alleine lassen. Komm mit mir. Naras Bett ist frei und falls diese Vandalen zurückkehren, bist du in Sicherheit.«
Elanor überdachte sein Angebot. Sie ließ den Blick durch das leere, dunkle Haus schweifen. Schließlich drehte sie sich ihm gänzlich zu. »Ja, ich denke … heute würde ich hier keine Ruhe finden.«
Arik stand auf. »Dann lass uns gleich aufbrechen. Es ist spät und du brauchst dringend Schlaf.« Wieder zögerte er und fügte hinzu: »Auch im Hinblick auf deine …«
Rauschen. Bienensummen. Elanor nickte wie selbstverständlich. Sie verließen ihr Haus wieder.
»Sei vorsichtig«, sagte der Heiler vor ihr. »Es liegen Scherben vor der Tür.«
Die Waldelfin besah sich das Chaos, das die Männer in der kurzen Zeit angerichtet hatten. »Ich kümmere mich morgen darum …«
Sie konnten sich glücklich schätzen, dass die Waldelfen zu betrunken gewesen waren, um zu bemerken, dass die Tür nicht verriegelt war. Elanor schauderte bei dem Gedanken, dass sie jederzeit hätten ins Haus kommen können, hätten sie einfach die Klinke benutzt.