Читать книгу In Resonanz - Jasmuheen - Страница 10
Visualisierungen
ОглавлениеDie uns umgebende materielle Welt erscheint uns fest und wirklich, weil wir unsere Sinnesorgane ein Leben lang trainiert haben, sie in dieser Weise wahrzunehmen. Stellen Sie sich einmal vor, wie es wäre, wenn Sie in den letzten zwanzig bis sechzig Jahren oder während Ihrer gesamten Lebensspanne Tag für Tag das Innenreich mit den gleichen Sinnen und entsprechender Beharrlichkeit erfahren hätten, die Sie auf die Wahrnehmung der physischen Umwelt verwandt haben. Wie real würde Ihnen dann die innere Welt erscheinen?
Ebenso wie es Abenteurer und Forscher gibt, die die äußere Natur des Planeten Erde und den sie umgebenden Weltraum untersuchen, haben sich mittlerweile auch viele Menschen darauf eingelassen, die Innenwelt zu erforschen auf der Suche nach jenem imaginären Schlüssel zur Erfahrung von Glück, Liebe und Wohlstand.
Im Lauf der Geschichte sind eine Anzahl von Menschen durch ihr Höheres Bewußtsein angespornt worden, Antworten auf gewisse Fragen zu suchen, wie beispielsweise »Weshalb sind wir hier auf Erden?«. Durch die Industrialisierung, die infolge technischer Neuerungen eine veränderte Lebensweise mit mehr Freizeit ermöglicht, haben sich viel mehr Menschen ernsthaft auf den inneren Pfad begeben, der in früheren Zeiten nur Mystikern, Weisen, Avataren und den Mysterienschulen vorbehalten war.
Die Metaphysik ist die theoretische Philosophie des menschlichen Daseins und Bewußtseins. Seit der uns geläufigen Zeitrechnung hat sich die Menschheit auf der Suche nach Lebensqualität, höherer Weisheit und Bildung weiterentwickelt. Man könnte sagen, daß Streß in unserer Gesellschaft unmittelbar davon herrührt, daß der Einzelne von dieser höheren Wahrheit und Weisheit fast nichts weiß, keinen Zugang zur Schöpferkraft hat und Gott als Wesen in der Außenwelt ansieht. Wenn man anfängt, dieses höhere Wissen zu erfassen und zu verstehen, indem man sich nach innen wendet und das eigene Bewußtsein mit der lebenserhaltenden Energie verschmelzen läßt, verschwinden Streß und Unglücklichsein und an ihre Stelle treten Freude – als Folge der Selbstentdeckung – und das Gefühl, den Sinn des Lebens gefunden zu haben.
Indem man lernt, seiner inneren Führung zu vertrauen und auf sie zu hören, findet man den richtigen Weg, der einem bestimmt ist. Unglück, Krankheit und Streß sind Hinweise, daß im Leben etwas verkehrt läuft. Solche Hinweise treten nicht zufällig auf. Sie deuten darauf hin, daß unser derzeitiges Handeln und/oder der Weg, den wir eingeschlagen haben, für uns nicht stimmig ist und von uns selbst korrigiert werden muß.
Das kreative Visualisieren ermöglicht uns, die inneren Reiche zu erforschen, indem das höhere Bewußtsein angeregt wird, mit der Göttlichen Intelligenz zusammenzuarbeiten, um eine Realität in einer anderen Dimension zu erschaffen. Wird diese Realität regelmäßig erlebt, sickert sie in die irdische Alltagsrealität ein. Annalee Skarin schreibt in ihrem Buch »Ye are Gods«: »Die Vorstellungskraft ist ein Gottesgeschenk. Mit Hilfe unseres Verstandes können wir die Samenkörner unserer Wünsche in die geistige Welt hineinimaginieren, indem wir die Fähigkeit der Visualisierung einsetzen.« Unsere Lebenswirklichkeit wird durch Gedanken erschaffen. Es gibt nichts auf Erden, was nicht durch Denken und Willenskraft des Menschen und Denken und Willenskraft der Ewigen schöpferischen Intelligenz in Erscheinung getreten ist.
Ohne Vorstellungskraft und Ideen würde es weder Visionen noch eine physische Wirklichkeit geben, denn alle Dinge, die uns umgeben, sind in Gedanken geboren worden. Geist und Vernunft gehen Hand in Hand, wobei allerdings die Vernunft aus dem Geist geboren wurde.
Aktuelle Forschungen haben nachgewiesen, daß der Körper zwischen einer starken Visualisierungserfahrung und einem tatsächlichen Ereignis nicht zu unterscheiden vermag, weshalb er beide Eindrücke gleichermaßen »real« behandelt. Dieser Gedanke eröffnet uns ein bislang unerforschtes riesiges Gebiet, was uns ermöglicht zu verstehen, daß der Körper wahrlich dem Bewußtsein unterstellt ist. Der physische Körper und der Emotionalkörper dienen dem Mentalkörper, der sich wiederum den Geistleib als Kanal zunutze macht, um Zugang zum höheren Bewußtsein zu erhalten. Das höhere Bewußtsein entspricht dem höheren Selbst (der Seele), das uns wiederum mit der Göttlichen Intelligenz verbindet. Die Göttliche Intelligenz manifestiert sich gänzlich in dem eigenen Gottselbst oder der ICH BIN-Gegenwart.
Die Kenntnis von der Macht der schöpferischen Visualisierung erlaubt uns zu verstehen, wie wir Krankheiten und Leiden wegprogrammieren beziehungsweise erzeugen können. Dieses Thema wird in den Kapiteln 9 und 10 über die Meisterung des Verstandes und die Macht der Gefühle behandelt. Weitere ausführliche Informationen über Spontanheilungen, Heilbehandlung von unheilbaren Krankheiten und vieles mehr finden Sie in Deepak Chopras Werk »Die heilende Kraft« und zahlreichen anderen New Age-Büchern und Schriften über das Thema Heilung.
Es gibt nichts, was man mit der richtigen geistigen Einstellung nicht erreichen kann, doch um eine neue Wirklichkeit zu erschaffen, muß man eine klare Vorstellung davon haben. Visionen empfangen wir während der Meditation, Kontemplation und wenn wir uns dem höheren Bewußtsein öffnen, indem wir Visualisierungstechniken und andere Methoden verwenden.
Grace Cooke schreibt in ihrem Buch »Die Perle im Lotos« die wahre Bedeutung spiritueller Imagination sei ein Schöpfungsvorgang im höheren Bewußtsein in einer Sprache, die reine Schönheit, reine Güte und reine Christusliebe ausdrückt. »…verstehen wir, daß der Mensch unendliche Schönheit hervorbringen kann, weil der göttliche Geist in ihm imstande ist, den weißen Äther zu formen.«
Weiter führt Grace Cooke aus, daß dieser Äther eine Substanz sei, die der höhere Verstand in eine lebendige Form verwandeln könne. Ein Mensch könne mittels seiner Imagination und der von ihm wahrgenommenen Bilder seine Seele in Welten zum Ausdruck
bringen, die von der irdischen weit entfernt sind. Sie spricht davon, daß die menschliche Angst vor dem Unbekannten oder vor Täuschungen und Betrug uns dazu veranlassen, zwischen uns und der wirklichen Welt des Geistes eine Barriere oder einen schweren Vorhang aufzubauen und daß wirkliche Imagination das Tor in die feinstoffliche Welt und höhere Reiche sei (wobei sich das Wort höher auch hier auf die Schwingungsebene bezieht).
Esoterischen Studien zufolge werden vier Fünftel des menschlichen Gehirns nicht benutzt. Das Großhirn beinhaltet unseren höheren Verstand und ist die Datenbank für das höhere Denkvermögen. Je häufiger wir uns mit Hilfe von Techniken wie beispielsweise Visualisierungen auf den höheren Verstand einstimmen und ihn aktivieren, um so leichter fällt es uns, die von uns gewünschte Wirklichkeit zu erschaffen und unseren eigenen göttlichen Bauplan zu erschließen. Detaillierte Angaben und Übungen zur Aktivierung des Großhirns und anderer Gehirnzentren finden Sie in Kapitel 28 über telepathische Kommunikation.
Der Unterschied zwischen dem höheren und dem niederen Verstand ist folgender: Während der niedere Verstand sich den alltäglichen Problemen des Überlebens (Vermehrung, Sexualität, Essen, Obdach, usw.) in der irdischen Welt widmet und völlig darin aufgeht, fordert der höhere Verstand uns auf, uns weiterzuentwickeln und folgende Fragen zu stellen: »Hat das Leben einen höheren Sinn? Gibt es ein Leben nach dem Tod? Gibt es eine höhere Macht, einen größeren Plan? Welchen Platz nehmen wir darin ein?« – und noch viele weitere Fragen dieser Art.
Indem wir visualisieren und die weiße Lichtenergie einsetzen, stimmulieren wir überbewußtes Denken, das dem normalen Denken überlegen ist. In der Meditation erzeugen wir damit eine reale Welt, die abhängig von unserer bildlichen Vorstellung uns inspiriert oder beruhigt. Praktizieren wir diesen Vorgang regelmäßig, so sickert die Erfahrung in unser Tagesbewußtsein ein. Sofern unser Denken und Streben rein sind, wird man in diesen inneren Welten, nach Aussage von Grace Cooke, stets von der Kraft der Absicht beschützt, die durch und durch gut und von Liebe erfüllt ist.
Viele Menschen stellen sich die Frage, wie sie echte Imagination von bloßer Phantasie unterscheiden können. Dazu ein Zitat aus dem White Eagle-Buch »Die Perle im Lotos« von Grace Cooke. »Wirkliche Imagination stellt sich als die Folge von aufrichtigem Streben und Beten ein, was höhere Schwingungen aktiviert, auf die das Gehirn reagiert. Mit dem niederen Verstand kann man allerhand nichtige und alberne Gedanken denken, hat man jedoch die Kraft und das goldene Licht berührt ... wird man von dieser göttlichen Macht durchdrungen, was nicht allein den höheren Verstand, sondern auch das Gehirn beeinflußt, wodurch man mit Hilfe der Macht Gottes in die Lage versetzt wird, die Form zu erzeugen, die während der geführten Meditation und Visualisierung beschrieben werden. Dies ist hilfreich, um Zugang zur Welt des Geistes zu erhalten.« Diese Schrift ist eine ausgezeichnete Einführung für alle, die mit Meditation und schöpferischer Visualisierung beginnen.
Über neunzehn Jahre habe ich es vermieden, schöpferische Visualisierungsübungen auszuführen. Während meiner Meditationspraxis war ich süchtig nach Gefühlsempfindungen von Freude und Liebe geworden, die ich durch Atemübungen und Lichtarbeit erfahren hatte. Dies stimmte mich auf einen Kraftstrom ein, der mir bereits als Heiliger Name bekannt war. Dabei handelt es sich um die Kraft, die in Verbindung mit dem Licht den Atem steuert. Durch eine bestimmte Körperübung, bei der ich beide Augen nach innen und nach oben in Richtung Drittes Auge bewegte, hatte ich diesen Kraftstrom aktiviert. Aus Erfahrung wußte ich, daß diese Art der Meditation mich auf subtile, doch kraftvolle Weise veränderte, denn ich wurde ruhiger, war ausgeglichener und konzentrierter und meine Fähigkeit im alltäglichen Leben zu handeln statt nur zu reagieren wurde immer besser. Diese Übungen setzte ich fort, da ich mich gut fühlte und es in meinem Leben aufwärts ging. Dann brachten mich Erfahrungen, die mich sehr glücklich machten dazu, die Zusammenarbeit mit den Bruderschaften des Lichts bewußt aufzunehmen. Im Kapitel 32 führe ich die Thematik der universellen Bruderschaften näher aus. Plötzlich verstand ich den Sinn meiner vorausgegangenen Ausbildung, und der heiße Wunsch überfiel mich, das reinste Medium (engl. Channel) für die göttliche Intelligenz zu werden, das ich sein konnte. Mit Hilfe der schöpferischen Visualisierung vermochte ich bewußt meinen höheren Verstand zu aktivieren, meine Energiefelder gründlich und dauerhaft zu reinigen und neu auszurichten und meine Lehrzeit der Selbstmeisterung zu beschleunigen.
In den nachfolgenden Kapiteln werden spezielle Visualisierungsübungen aufgeführt, die sich als hilfreich erweisen, um den Lichtquotienten des Körpers und zugleich das Gefühl der Freude zu steigern, negative Programmierungen aufzulösen und emotionalen Ballast abzuwerfen, der zu nichts mehr nütze ist, und noch vieles mehr.
Am Ende von Kapitel 7 finden Sie die schöpferische Visualisierung 1. Diese großartige Technik dient zur Streßminderung und schenkt inneren Frieden, indem sie die Visualisierung mit der weißen Lichtenergie und Atemübungen kombiniert.
Das schöpferische Visualisieren ermöglicht es, die inneren beziehungsweise die übersinnlichen Sinne vollständig zu aktivieren. Diese geistigen Sinne sind bei allen Lebewesen in unterschiedlichen Abstufungen aktiv. Einige Menschen sind von Natur aus hellsichtig begabt, was sie in die Lage versetzt, bei geführten Meditationen, verbunden mit Visualisierungen, mühelos zu sehen. Andere scheinen überhaupt nichts zu sehen, können aber deutlich hellfühlen. Eine weitere Gruppe von Menschen scheint von Natur aus hellhörig zu sein. Ihnen fällt es leicht zu hören, wenn sie sich in den Innenwelten aufhalten.
Das Ziel ist, alle diese Sinne zu entwickeln. Wenden wir uns dazu nach innen und praktizieren die schöpferischen Visualisierungstechniken, bis sich unsere feinstofflichen Sinne des Sehens, Schmeckens, Riechens, Tastens und Hörens vollständig öffnen und wir unsere übersinnlichen Wahrnehmungen nach Belieben aufrechterhalten können.
Am Ende von Kapitel 13 finden Sie unter der Überschrift »Die Gestaltung des Inneren Heiligtums« schöpferische Visualisierungsübungen zur Entwicklung dieser Sinne. Die nachfolgenden Kapitel beinhalten etwa siebzehn geführte Meditationsübungen, die in Verbindung mit Visualisierungstechniken zu verwenden sind.
Ich empfehle, zu Beginn nur in etwa vierzig Prozent Ihrer Meditationszeit Kassetten zu Hilfe zu nehmen. Sobald Sie geübter visualisieren können, reduzieren Sie die Verwendung von Kassetten. Ihr Wesen hat seine eigenen Ziele, Pläne und Visionen, mit denen Sie Kontakt aufnehmen sollen, damit Sie auf Ihrer Reise nach innen geführt werden können. Wenn wir immer von außen kommende Anweisungen befolgen, behindern wir womöglich den inneren Lehrer.
Wenn wir visualisieren, sind wir wie ein Maler, dem eine leere Leinwand gegeben wurde oder wie ein Schriftsteller, der eine neue Geschichte erfindet. Unsere Vorstellungskraft, der Malerpinsel, die Farben sowie der Kugelschreiber sind nichts als Werkzeuge, mit deren Hilfe wir kreieren. Alles, worauf wir uns konzentrieren, wächst heran. Imagination und Visualisierung sind die Samen, die wir heute säen, damit die Visionen von morgen zustande kommen.