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9. August

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„Kurt,“ sagte mein Frauchen heute, als sie von draußen herein kam „du hast Post.“...

Ich hatte es mir grad in meinem Wohnzimmerkorb gemütlich gemacht und murmelte

„Oh nein, sie haben mich gefunden...“. Irritiert sah sie mich an

„Wie bitte?!“

„Kleiner Scherz...“, hüstelte ich.

Sie schüttelte etwas skeptisch den Kopf und stellte einen Karton auf den Tisch. Oh! Das ist ein Päckchen!

Nicht einfach nur „Post“!

Immer noch kopfschüttelnd murmelte sie

„Mein Kater bekommt Post...tztztz...“. Dann ein strenger Blick:

„Du hast doch nicht etwa....“

„Nei-hein... hab ich ni-hicht...“

(immerhin hatte sie vor einiger Zeit alle „kostenpflichtig bestellen“ und „jetzt kaufen“ Buttons empörenderweise deaktiviert...). Na gut, sagte sie versöhnlich. Auspacken? - Klar! Sie holte eine Schere und zerschnitt die Klebestreifen. Ich reckte mich so gut es ging, um etwas zu sehen.

„Warte, ich helfe Dir“, sagte sie und setzte mich in meinem Korb auf. Besser, viel besser.

Ich war hellwach, total angespannt und erwartete die Maus, die jeden Moment aus ihren Mauseloch... uups... falscher Film...

Mein Frauchen klappte den Deckel auf

„Oh...“ - „Was, was, was??? Lass mich sehen!“.

Sie hielt mir das Päckchen hin. Da war was Braunes drin, es roch nach neu, ich drückte meine Nase hinein... wie weich das war...

Frauchen nahm es nun ganz heraus, hielt es in beiden Händen.

„Wow, Kurt! Das ist die wohl flauschigste Decke, die ich je gesehen habe.“.

Sie stopfte sie mir gleich in meinen Korb und tatsächlich, feinster Flausch.

Ich rieb meine Nase, mein Kinn und schließlich meinen ganzen Kopf darin... himmmmlisch!

Die Welt versank in Flausch und wohligem Schnurren, es war weich und warm um mich

herum und ich trieb schwerelos auf einer Welle Glückseligkeit durchs Kurtiversum...

„Kurt!“, rief mich eine Stimme zur Ordnung. „Sag danke!“.

Oh ja, auf jeden Fall. „DANKE, vielen Dank Frauchen von Freundin Scratchy für diesen Traum von einer Decke!“

Nun ist es Nacht geworden...

Ich durfte heute Abend meine neue Decke mit ins Bett nehmen, ich schlief schon fast, als mein Frauchen mich vorsichtig hinlegte, warm eingekuschelt und wohlig schnurrend... sie strich mir über den Kopf und sagte

„Gute Nacht, Kurt. Ich hab Dich lieb“, wie jeden Abend... und danach wie zu sich selbst „Schön, dass es Dir so gut geht und Du heute so viel Spaß mit der neuen Decke hattest...“. Ich verstand, was sie meinte. Auch wenn sie es nicht merkt, ich höre doch, wie sie manchmal sorgenvoll mit ihren Freunden spricht, ob es mir wirklich gut geht, ob sie es richtig macht...

Ja. Es geht mir gut. Ich bin der Kurt. Ich kann meine Beine nicht mehr bewegen. In meinem Leben ist vieles anders, manches schwerer und ich brauche Hilfe. Aber ich schnurre, wenn man mich kuschelt, ich liebe die Nähe meiner Menschen, ich mag es, wenn ich mittendrin bin. Ich liebe die warme Sonne auf meinem Fell und im Winter die Wärme des Kamins, ich habe großen Appetit und könnte immer Käsepaste schlecken.

Ich bin dankbar, wenn man mich bürstet und beiße sogar manchmal noch in ein Baldriankissen. Mein Leben ist so, wie es ist. Ich genieße es, wo ich kann. Tun wir das nicht eigentlich alle? Wichtig ist doch nur, dass man nicht gleich aufgibt, wenn es holprig wird.

Oder Dinge sich ändern und alles plötzlich neu und erschreckend scheint.

Das Leben ist schön.

Von leicht war nie die Rede.

Gute Nacht!


Das Jahr des Kurtes

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