Читать книгу Jetzt trage ich dir nichts mehr nach - Manfred Mohr - Страница 11
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Dein Startschuss zu einer neuen Sicht der Welt
Beginnen wir diesen Kurs doch einfach mit der häufigsten Frage, die sich wohl jeder zu Beginn der Arbeit mit Ho’oponopono stellt: Was bedeutet dieses merkwürdige Wort eigentlich?
»Ho’o« heißt – aus dem Hawaiianischen übersetzt – so viel wie »tun« und »pono« in etwa »richtigstellen« oder »richtig«. Wende ich die Technik des Ho’oponopono an, dann mache ich etwas, um selbst wieder »richtig« zu werden oder um etwas in mir, in meinem Inneren, »richtig zu stellen«. Im Laufe dieses Kurses werden wir uns immer weiter zum Kern dieser hawaiianischen Technik vorarbeiten, so langsam, dass hoffentlich jeder Teilnehmer es für sich auf seine Weise verstehen kann.
Ganz grundsätzlich arbeiten wir beim Ho’oponopono deshalb nur mit uns selbst. Der andere Mensch da draußen, mit dem wohl jeder von uns hin und wieder seine Probleme hat, darf so bleiben, wie er nun einmal ist. In der Betrachtung der Hawaiianer ist er nur mein Sparringspartner, der eine Aufgabe mit sich bringt, an der ich wachsen und mich verbessern kann. Die Frage, die sich stellt, lautet: »Ist dieser andere Mensch wirklich so ein Volltrottel oder bin ich einfach noch nicht in der Lage, angemessen mit ihm umzugehen?«
Verraten sei hier schon einmal, dass ein handelsüblicher Trottel sich erfahrungsgemäß nicht um ein Jota verändert, wenn ich ihm ununterbrochen das Siegel »Idiot« anhefte. Er soll sich verändern? Dann beginnen wir doch am besten bei uns selbst – das ist der Schlüssel!
Einen ersten Ansatzpunkt zum näheren Verständnis des Ho’oponopono liefert uns in unserem Kulturkreis die Weisheit der Mystiker aus dem Mittelalter. Wir müssen nämlich eigentlich gar nicht so weit reisen, um auch vor unserer Haustür sehr ähnliche Gedankengänge zu entdecken. Deshalb ein kleiner Einblick in die Denkweise unserer Mystiker. Beginnen wir doch einfach mit:
Unsere Außenwelt ist nur ein Spiegelbild unserer Innenwelt.
Meister Eckhart sagte es sehr treffend in seinen verschlüsselten Worten: »Wie außen, so innen; wie innen, so außen.«
Er bezieht sich dabei auf das zweite und damit eines der wichtigsten der sieben hermetischen Gesetze, die da lauten:
1.Das All ist Geist, das Universum ist geistig. (Prinzip der Geistigkeit)
2.Wie oben, so unten, und wie unten, so oben. Gesetze, die für die Materie gelten, gelten auch für Geist und Seele, und umgekehrt. (Prinzip der Entsprechung)
3.Nichts ruht, alles bewegt sich, alles schwingt. (Prinzip der Schwingung)
4.Alles ist zweifach, alles besteht aus einem Paar von Gegensätzen. Gleich und ungleich ist dasselbe. Gegensätze sind ihrer Natur nach identisch, nur im Grad verschieden. (Prinzip der Polarität)
5.Alles fließt. Alles hat seine Gezeiten. Rhythmus gleicht aus. (Prinzip des Rhythmus)
6.Jede Ursache hat ihre Wirkung. Jede Wirkung hat ihre Ursache. (Prinzip von Ursache und Wirkung)
7.Geschlecht ist in allem. Alles hat sein männliches und sein weibliches Geschlecht in sich. (Prinzip des Geschlechts)
Das Zweite Prinzip, das Prinzip der Entsprechung, wollen wir uns zu Beginn dieses Kurses näher anschauen: Immer sind wir in Beobachtung unserer Außenwelt. Wir sehen die Dinge, die im Laufe des Tages geschehen, wie sie im Fluss der Zeit an uns vorüberziehen. Ein wenig ähnelt dieses Bild dem Besuch eines Kinofilms: Wir schauen ins Leben wie auf eine Leinwand und verfolgen die Abenteuer des Hauptdarstellers mit Spannung und großer Anteilnahme. Das Prinzip »wie außen so innen« besagt nun, dass wir unseren eigenen Lebensfilm durch unsere inneren Zustände mitgestalten. Unser Inneres wird aber geprägt durch die dort ablaufenden geistigen und seelischen Vorgänge. Das sind unsere Gedanken und Gefühle.
Zu einem Großteil sind uns diese Abläufe im Inneren nicht bewusst, sie entspringen unserem Unterbewusstsein, aber sie haben – wie das Sechste Prinzip erläutert – eine Wirkung: Sie werden die Ursache für im Außen ablaufende Vorgänge.
Kleine humoristische Randbemerkung: Unser Kaiser, besser bekannt als Franz Beckenbauer, und seinerseits Lichtgestalt des deutschen Fußballs, hat uns in seiner unerschöpflichen Sprachvielfalt ebenfalls einen tiefenphilosophischen Merksatz zu diesem Thema überliefert: »Der Grund war nicht die Ursache, sondern der Auslöser.« Wem jetzt der Kopf brummt, der vergegenwärtige sich die Sinngleichheit der drei verwendeten Wörter …
Aber zurück zum Spiel: Beim Ho’oponopono nutze ich die Aussage »wie innen so außen« wie eine mathematische Gleichung. Ich setze innen mit außen gleich: »innen = außen«. Durch das Gleichheitszeichen sind Innenwelt und Außenwelt nun fest verbunden. Um eine positive Veränderung in meinem Außen herbeizuführen, arbeite ich darauf hin, mein Inneres, meinen inneren Zustand, zu verbessern. Das Außen folgt dann auf dem Fuße, wie dir deine eigene Erfahrung zeigen wird. Dazu gibt es beim Ho’oponopono verschiedene Techniken, die ich dir während dieses Kurses noch näher vorstellen werde. Im Laufe der Zeit und der praktischen Anwendung werden es übrigens immer mehr.
Nun gleich zur ersten Übung!
Der Ansatz lautet, deine Gedanken und Gefühle spielen eine große Rolle dabei, was im Verlauf des nächsten Tages geschehen wird. Dies ist vorerst nur eine These, die du selbst mit Leben füllen darfst. Erst wenn du wirklich die Erfahrung eines Zusammenwirkens von innerer mit äußerer Wirklichkeit erlebt hast, wirst du es tatsächlich glauben.
Und das möchte ich gern erreichen.
Übung: Ein Experiment
Geh in Gedanken die Zeit durch, bis du morgen zum zweiten Tag dieses Kurses kommen wirst. Bis dahin hast du ungefähr 24 Stunden Zeit. Geh diese Wegstrecke einmal durch. Blicke in deinen Terminkalender. Was liegt an? Was wird geschehen? Welche speziellen Herausforderungen werden sich dir in dieser Zeit stellen? Wobei hast du schon jetzt beispielsweise Angst zu versagen oder etwas falsch zu machen? Hast du vielleicht in deiner Firma eine Präsentation abzuhalten? Steht ein wichtiges Gespräch an, etwa mit deinem Vorgesetzen oder einem Kollegen? Sollte dies nicht der Fall sein, kannst du dir auch wahlweise vornehmen, ein Gespräch mit deinem Partner oder deinem besten Freund zu führen, bei dem du ein Problem zwischen euch ansprichst. Bist du vielleicht in Sorge, ob das Treffen oder das Gespräch dann wirklich zufriedenstellend und harmonisch ablaufen wird?
Entscheide dich für eine ganz bestimmte Herausforderung. Wenn du keine findest, dann wähle das Gespräch mit deinem Partner oder Freund. Du kannst ihn einfach anrufen, wenn du ihn in den nächsten 24 Stunden nicht persönlich treffen kannst. Beginne gern einfach mit den Worten: »Also, ich mache da gerade so einen Kurs, magst du mir bei meiner heutigen Hausaufgabe helfen?«
Nun, wo du diese Situation vor Augen hast:
Wie sind deine Gefühle, deine Gedanken im Hinblick darauf, was geschehen wird? Hast du Angst zu scheitern oder bist du zuversichtlich, dass alles prima und glatt laufen wird? Mach dir dazu doch einfach Notizen in dein Tagebuch, sozusagen ein »Gedanken- und Gefühle-Protokoll«.
Und jetzt – frohes Üben! Ich wünsche dir einen gut gelingenden ersten Übungstag, da draußen – im täglichen Leben!