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Aufbau des Lehrbuchs: Erfolgreiches Lernen und Lehren

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Die 457 Textseiten des Lehrbuchs verteilen sich auf die beiden Hauptteile »Lernen« und »Lehren« sowie auf diese Einleitung. Dass das Lernen vor dem Lehren behandelt wird, erleichtert die Einordung und Bewertung der später vorgestellten Methoden und Prinzipien erfolgreichen Lehrens. Weil Lehren die Lernprozesse erst auslöst, wäre auch eine umgekehrte Reihung der beiden Hauptteile möglich gewesen – allerdings voraussetzungsvoller, weil sich das Lehren besser verstehen und bewerten lässt, wenn man weiß, wie Lernen funktioniert.

Lernen und Lehren. Erfolgreiches Lernen ist gute Informationsverarbeitung. Erfolgreiches Lehren umschreibt Tätigkeiten und Bedingungen, die diese Art des Lernens unterstützen. Im ersten Hauptteil werden unterschiedliche Auffassungen über das Lernen vorgestellt ( Kap. 1), die sich im Verlauf der mittlerweile mehr als 135-jährigen psychologischen Lernforschung herausgebildet haben. Die von uns bevorzugte Auffassung betrachtet erfolgreiches Lernen als »gute Informationsverarbeitung« ( Kap. 2). Gute Informationsverarbeitung setzt voraus, dass individuelle Voraussetzungen kognitiver, motivationaler und volitionaler Art gegeben sind, die ein zielführendes Aufnehmen, Verarbeiten und Behalten neuer Informationen möglich machen. Ergebnisse erfolgreichen Lernens manifestieren sich im Aufbau von Fertigkeiten und Kenntnissen, die bereichsspezifischer und inhaltsübergreifender Art sein können ( Kap. 3). Dass das Ausmaß des Lernerfolgs wie auch besondere Probleme, die beim Lernen auftreten können, durch individuelle Besonderheiten und Begabungen sowie durch allgemeine und spezifische Entwicklungsvoraussetzungen mitbestimmt werden, ist offensichtlich ( Kap. 4).

Im zweiten Hauptteil werden unterschiedliche Auffassungen über Lehren erörtert, die eine theoretische Einordnung der unterschiedlichen Lehrmethoden erleichtern ( Kap. 5). Erfolgreich sind Lehrmethoden vor allem dann, wenn sie den wichtigsten Dimensionen der Unterrichtsqualität Rechnung tragen. Bewährte Lehrmethoden sind z. B. die direkte Instruktion, Formen des entdeckenlassenden und problemorientierten Lehrens sowie die kooperativen Lernarrangements ( Kap. 6). Nicht jede Lehrmethode ist allerdings für jeden Lernenden und für jedes Lernziel gleich gut geeignet. Aussagen über die Wirksamkeit von Lehr-Lern-Prozessen müssen Rahmenbedingungen unterschiedlicher Art beachten ( Kap. 7). Besonderheiten des Lehrens ergeben sich beispielsweise daraus, dass sich die Lernenden voneinander unterscheiden, z. B. Jungen von Mädchen oder Kinder mit Lernstörungen von Kindern mit einer unauffälligen Lernentwicklung. Wie man durch unterrichtliche und unterrichtsergänzende Maßnahmen mit solchen Unterschieden, vor allem mit Lernschwächen und -störungen umgehen kann, lesen Sie in Kapitel 8 ( Kap. 8).

Was nicht behandelt wird. Es waren Entscheidungen zu treffen im Hinblick auf die Themenauswahl und die Gewichtung der einzelnen Inhaltsbereiche innerhalb dieser Auswahl. Die grundlegende Richtungsentscheidung ist bereits in der Inhaltsbeschreibung deutlich geworden: Lernen und Lehren werden als zentrale Inhalte der Pädagogischen Psychologie betrachtet. Nicht behandelt werden die wichtigen Bereiche des erzieherischen Handelns und der Sozialisation in außerschulischen, vornehmlich familiären Zusammenhängen. Auch Ausführungen über grundlegende Determinanten von Erziehungs- und Sozialisationsprozessen, wie Erbe und Umwelt oder Geschlecht und Kultur, werden Sie vermissen. Wenn von Lernen die Rede ist, sind vornehmlich die kognitiven Lerninhalte gemeint. Andere Inhaltsbereiche und Lernziele, wie das emotionale oder soziale Lernen oder die Übernahme von Überzeugungen, Einstellungen und Werturteilen, werden nur am Rande behandelt.

Weil in diesem Buch häufig Ergebnisse empirischer Studien berichtet werden, ist es hilfreich, zentrale statistische Begriffe zu kennen, um die Bedeutsamkeit der Ergebnisse besser einschätzen zu können. Solche Begriffe beziehen sich vor allem auf Maße der zentralen Tendenz und der Variabilität, auf Maße des Zusammenhangs von Messwertreihen sowie auf Maße der Effektstärke. Im folgenden Kasten werden sie in ihren Grundzügen definiert.

Pädagogische Psychologie

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