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Sassaniden Die Sassaniden folgten der Dynastie der Arsakiden ab 227, als Pâpak, Nachkomme des Sassan (um 200 Oberpriester des Feuertempels bei Ishtar), den letzten persischen Fürsten stürzte. Sein Sohn Ardašir (224–240) setzte den letzten parthischen Großkönig Ardavar V. ab und gründete das Reich neu (Hauptstadt: Ktesiphon). Unter Diocletian war der obere Teil Mesopotamiens römisch geworden (298): Nach einer kurzen Stagnation ihrer Macht konnte Šapur II. ab 325 wieder eine deutliche Expansionspolitik vor allem gegen oströmisch dominierte Gebiete betreiben. Kurz vor dem Tode Konstantinos’ brach Šapur II. den seit 298 (oder 299) bestehenden Friedensvertrag mit den Römern und leitetet einen jahrzehntelangen Konflikt ein (römisch-persischer Krieg, 337–363). Šapur strebte die Rückgewinnung der verlorenen Gebiete an, die persischen Christen ließ er verfolgen, da sie als romtreu galten. Ein Gebiet, das ständig zwischen den Machtblöcken stand, war Armenien. Die dortige Aristokratie schloss sich den Sassaniden an, der von den Römern eingesetzte Klientelkönig Tigranes VII. (ca. 338–350) wurde gefangen und geblendet. Sein Sohn Arsakes III. flüchtete sich 358 zu den Römern und Konstantios installierte ihn wieder in Armenien.

Religionspolitik der Söhne Konstantinos’

Konstans verhielt sich betont orthodox, er begünstigte die Christen und kirchliche Institutionen. Offensiv begegnete er Heiden, Juden und den Donatisten; letztere Strömung ließ er 347 zwar verbieten, hatte damit aber keinen nachhaltigen Erfolg. In dieser Zeit kam es vermehrt zu Tempelzerstörungen, auch der Klerus und militante Mönche beteiligten sich eifrig daran. Eine Auseinandersetzung erbten die Söhne Konstantinos’, nämlich den arianischen Streit. Nach dem Tode des Arius und des Kaisers Konstantinos kamen der Anti-Arianer Athanasios und die mit ihm verbannten Bischöfe zurück in ihre Positionen. Im Gegensatz zu Konstans favorisierte Konstantios die Arianer, die zu diesem Zeitpunkt noch Konstantinopel, die westlichen kleinasiatischen und vor allem die syrischen Bistümer dominierten. Der Anführer der Bewegung war Eusebios von Nikomedeia (ab 338 Bischof von Konstantinopel), welcher Athanasios von Alexandreia absetzen ließ und Gregorios zu seinem Nachfolger bestimmte. Athanasios flüchtete in den Westen, wo er vom Papst Unterstützung erhielt. Als Eusebios 341 starb, kam es zu bürgerkriegsähnlichen Auseinandersetzungen zwischen Orthodoxen und Arianern, Konstantios musste aus Antiocheia nach Konstantinopel eilen, um durchzugreifen. Er regte ein Schlichtungskonzil an, das 342/343 in Serdica einberufen wurde. Bischöfe aus dem Westen waren in der Überzahl, die Missstimmigkeiten führten zu gegenseitigen Exkommunikationen. Der Versuch, einem einheitlichen christlichen Glauben zu folgen, endete mit diesem Konzil, es war der Beginn der Auseinanderentwicklung der westlichen und römischen Kirche.

Konstantios bemühte sich um eine Glaubensformel, die alle christlichen Strömungen befriedigen konnte. Das 3. Konzil von Sirmium markierte 357 den Höhepunkt des arianischen Streits. Es wurde die „2. sirmische Formel“ gefunden, die gegen die Homoiusier gerichtet war. Man kam zu dem Ergebnis, dass die Begriffe homousios und homoiusios unbiblisch wären und dass der Vater größer als der Sohn sei. Ein Jahr später wurde in Ankara der Terminus homousios erneut diskutiert, das 4. Konzil von Sirmium versuchte nochmals, einen Kompromiss zu finden: Es wurde beschieden, dass Vater und Sohn ähnlich seien (homoios).

Gleichzeitig schritt die Christianisierung der Gebiete, die in Kontakt mit dem Römischen Reich kamen, voran. Missionierung wurde in dieser Zeit noch nicht systematisch betrieben, aber durch die ständigen diplomatischen Kontakte kam es auch verstärkt zu einer Einbeziehung von Glaubensfragen in die Außenpolitik. Das früheste Zeugnis für die Christianisierung der Germanen gibt es aus dem Jahre 325, als der gotische Bischof Theophilos am Konzil von Nikaia teilnahm. Bekannter als Theophilos ist Wulfila.

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