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Anastasios I. (491–518)

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Münzreform

Der aus Dyrrhachion stammende Anastasios wurde nach dem Ableben Zenons (9. April 491) auf Betreiben der Kaiserinwitwe Ariadne zum Kaiser gewählt, die er zur Legitimierung seiner Herrschaft auch heiratete. Der 60-jährige Anastasios hatte in der Finanzverwaltung gearbeitet, zuletzt hatte er das Amt des silentiarius am Kaiserhof bekleidet. Die isaurischen Kontingente in Konstantinopel wurden direkter kaiserlicher Kontrolle unterstellt, da diese gerne Zenons Bruder Flavius Longinus als Nachfolger gesehen hätten. Longinus wurde nach Ägypten verbannt, und ein namensgleicher magister officiorum wurde nach Isaurien zurückgeschickt, der dort aber einen Aufstand organisierte. Nach einem ersten Erfolg Anastasios’ bei Kotyaion (in Phrygien) folgten jahrelange Auseinandersetzungen (491–498), die mit der Befriedung und der Verpflanzung Tausender Isaurier nach Thrakien endeten. Die Wirtschaftspolitik Anastasios’ förderte die Städte, das von Konstantinos I. eingeführte chrysargyron („Gold und Silber“, d.h. eine Steuer, die in Geldform zunächst alle fünf Jahre, ab dem 5. Jahrhundert alle vier Jahre zur Bezahlung der Soldaten eingehoben wurde) wurde abgeschafft. Die Steuereinhebung wurde immer weniger von curiales, also den lokalen städtischen Honoratioren, durchgeführt, da sie mit ihrem eigenen Vermögen hafteten und sich dieser Verantwortung entziehen wollten. Anastasios stellte in manchen Städten vindices („Verwalter des Steuereinzuges“) gleichsam als Kommissare ein, die die Haushalte beobachten und die Kurialen unterstützen sollten. Diese Reform kam den städtischen Strukturen zugute, während die Landbevölkerung ihre fiskalischen Verpflichtungen (annona) nicht mehr in Naturalien, sondern auch in Geld abzuliefern hatte. Das ökonomische System stellte sich allmählich auf ein nahezu rein monetäres um, die Zentralverwaltung kontrollierte auch die Preisgestaltung. 494 erfolgte eine Münzreform zur Stabilisierung des täglichen Geldgebrauchs. Die einfachen Kupfergeldstücke (nummus/nummi) wurden erneuert (40, 20, 10, 5, 1 nummi, die auch durch griechische Zahlzeichen M, K, I, E, A gekennzeichnet wurden). All diese Maßnahmen führten dazu, dass am Ende der Regierung des Anastasios ein Überschuss von 320.000 Goldpfund in den Staatskassen lag.

Theoderich

Das Verhältnis zu Theoderich hatte Anastasios auf eine rechtliche Basis gestellt: Er schickte die Insignien (vestis regia) zu ihm, welche er schon 490 verlangt hatte. Von nun an trug er den Purpur. Das Herrschaftsverständnis Theoderichs stand in der römischen Tradition, zu dem auch sein Zug nach Rom anlässlich seiner Tricennalien gehörte. Die Politik Anastasios’ mit den westlichen Nachfolgreichen gestaltete sich friktionsfrei, da der byzantinische Kaiser den Verlust der Westprovinzen akzeptiert hatte und er dort als ranghöherer Herrscher anerkannt war. So ließ der Merowinger Chlodwig (482–511) Goldmünzen mit dem Konterfei des Anastasios prägen, die Burgunder fühlten sich als milites imperatoris, König Sigismund (516–523) wurde mit dem patricius-Titel ausgezeichnet. Theoderich griff aber zunehmend in oströmische Einflussgebiete ein. Nach dem Tod des Gepidenkönigs Thraustila besetzte er Sirmium und besiegte im folgenden Jahr die mit den Oströmern verbundenen Bulgaren. Anastasios schickte seine Flotte nach Unteritalien, Sirmium dürfte er 510 aufgegeben haben.

Die östlichen Grenzregionen rückten wieder verstärkt in das Visier der byzantinischen Außenpolitik, da der 498 von den Hunnen zurückgekehrte Kabades einen Krieg gegen den oströmischen Kaiser anzettelte. Seit beinahe 150 Jahren (Kaiser Iulianos) hatte es kaum nennenswerte Auseinandersetzungen mit den Sassaniden gegeben. Kabades unterwarf Armenien und nahm kampflos Theodosiopolis (Erzurum) 502 ein. Dann zog er weiter Richtung Süden durch die Grenzregion Chorzane und erreichte am 5. Oktober 502 Amida (Diyarbakir), welche Stadt Konstantios II. 349 befestigt hatte und stets ein Spielball zwischen Sassaniden und Oströmern gewesen war (359 ging sie an Šapur II., 363 eroberte sie Kaiser Iulianos zurück). Nach monatelanger Belagerung fiel die Stadt durch Verrat am 10. Januar 503. Anastasios ließ daraufhin Areobindos, den Urenkel Aspars, seinen Neffen Hypatios, Patrikios und den magister officiorum Keler ausrücken. Die Erfolge der Römer hielten sich in Grenzen, zu unkoordiniert ging man vor, der Versuch, den Krieg in persisches Gebiet zu tragen, scheiterte zunächst. Im September 503 stand Kabades vor der Stadt Edessa, es kam zu Verhandlungen mit Areobindus. Die Perser wagten nicht, durch die geöffneten Stadttore zu schreiten, da Edessa angeblich unter göttlichem Schutz stand.

Das Byzantinische Reich

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