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ОглавлениеLange Mauern Anastasios gilt als Initiator oder zumindest Erneuerer der „Langen Mauern“ um 500, welche etwa 65 km westlich von Konstantinopel (zwischen Marmarameer und Schwarzem Meer) liegend einen 56 km langen Sperrriegel gegen Einfälle aus dem Donau- und Balkanraum bilden sollten. Bereits 493 war ein Nomadenvolk aus dem nordwestlichen Schwarzmeerraum aufgetreten, besser bekannt als Bulgaren, die zusammen mit den slawischen Anten die oströmischen Truppen mehrmals überwinden konnten (493, 499 und 502). Auch für die Gegend um Nikomedeia (İzmit) sind Verteidigungsbauten am Baane-See (Sapanca Gölü) bekannt.
Religionspolitik
In seinem Glauben scheint Anastasios zunehmend ein Anhänger des Miaphysitismus – bestärkt auch durch die Erfolge in Syrien – geworden zu sein, wenngleich er vor seinem Amtsantritt seine Rechtgläubigkeit schriftlich bekräftigt hatte. Der Patriarch Euphemios (489–496) hielt das Dokument hartnäckig unter Verschluss, Anastasios ließ ihn durch eine Synode unter dem Vorwurf, er sei Nestorianer und kollaboriere mit isaurischen Usurpatoren, absetzen und nach Euchaita (Avkat) verbannen. Nachfolger wurde Makedonios II. (495–511), der die Beschlüsse von Chalkedon für gültig hielt und gegen das Henotikon war, welches Dokument in den östlichen Provinzen (Antiocheia, Alexandreia) anerkannt wurde. Auch Makedonios stellte die Orthodoxie von Anastasios infrage, dieser setzte nur mit großer Anstrengung den Patriarchen ab und den pro-miaphysitischen Timotheos I. (511–518) ein.
Konstantinopel wurde zum Zentrum ständiger Auseinandersetzungen, da dort wie in allen spätantiken Großstädten die Zirkusparteien (dēmoi/Demen) ihre uneingeschränkte Wirkung entfalteten (besonders ab der Mitte des 5. Jahrhunderts), polarisierten und auch manipuliert wurden.