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9. Januar

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Aus der Reihe Propheten im eigenen Land: »Wenn die Bundesrepublik Deutschland einen fundamentalen Richtungswandel in Richtung Rot-Grün vollziehen würde, dann wäre unsere Arbeit der letzten 40 Jahre umsonst gewesen. Das Schicksal der Lebenden wäre ungewiss, und das Leben der zukünftigen Generationen würde auf dem Spiele stehen. (…) Wir stehen vor der Entscheidung: Bleiben wir auf dem Boden trockener, spröder, notfalls langweiliger bürgerlicher Vernunft und ihrer Tugenden, oder steigen wir in das buntgeschmückte Narrenschiff ›Utopia‹ ein, in dem dann ein Grüner und zwei Rote die Rolle der Faschingskommandanten übernehmen würden?«

Also sprach Franz Josef Strauß am 7. Oktober 1986, nicht ahnend, dass seine CSU den Ersten Offizier auf der von einer CDU-Kanzlerin geführten und erstmals als FDJ-Sekretärin angeheuerten, über die Toppen rot-grün geflaggten ›Utopia‹ stellen werde.


»Antifa bleibt Handarbeit«, ermannt sich und ihre Leserinnen die Spiegel online-Autorin Margarete Stokowski in einer Kolumne namens »Linksfaschismus muss Alltag werden« – sie schrieb »Antifaschismus«, meinte aber den anderen –, womit sie couragiert in den Spuren meiner trotzdem unangefochtenen Spiegel-Lieblingstörin Sibylle Berg wandelte, die ebenfalls allwöchentlich ihre filigrane Faust gegen rechts schüttelt und in einer besonders schweren Stunde aus der Sicherheit des Schweizer Exils ins Vierte Reich drohte: »Vielleicht ist der Schwarze Block, die jungen Menschen der Antifa, die Faschisten mit dem einzigen Argument begegnen, das Rechte verstehen, die einzige Bewegung neben einem digital organisierten Widerstand, die eine Wirkung hat. Es wird nichts mehr von alleine gut. Die Regierung wird uns nicht retten. (…) Die Zeit des Redens ist vorbei.«

In der taz sekundierte nach dem Überfall auf den Bremer AfD-Bundestagsabgeordneten Frank Magnitz, der übrigens sechs Kinder und eine türkischstämmige Ehefrau hat, eine Schild- und Schwertmaid namens Veronika Kracher: »Dass #Magnitz zusammengelatzt wurde ist übrigens die konsequente Durchführung von #NazisRaus. Abhauen werden die nicht. Die werden sich bei der größten möglichen Bedrohungssituation aber zweimal überlegen, ob sie offen faschistische Politik machen. Deshalb: mit ALLEN Mitteln.« Aber wehe, die wehren sich!

Es fällt auf, dass es oft Mädels sind, die solche Gewaltphantasien entwickeln. Wie sicher sich unsere Linken dabei fühlen, ist ein verlässlicher Indikator für die Friedfertigkeit der angeblich so gefährlichen Opposition, gegen die sie sich gemeinsam mit der Regierung, allen etablierten Parteien, Kirchen, Gewerkschaften, Universitäten, Theatern, NGOs, Redaktionen, Schulen und Bordellen stemmen. Von den meisten Kämpfer*innen gegen »rechts« würde man nicht einmal die Nasenspitze sehen, wenn sie Nachteile davon hätten.


Aus Izmir, dem ehemaligen Smyrna (also einer Stadt, die den Namen einer Amazone trug), schreibt Hüseyin *** eine »kurze Anmerkung zu Bremen. Von linker Seite hört man jetzt Argumente wie: Gewalt gegen ›Nazis‹ die Hass schüren sei legitim oder wer Hass sät, wird Hass ernten oder ähnliches wie, eine andere Sprache verstünden diese Leute nicht usw. Jetzt also, wenn es in ihrem Sinn passt, dann ist Gewalt ok, richtig und legitim.

Aber, gehen wir mal davon aus, dass die Angreifer höchstwahrscheinlich männlich waren. Ist das dann am Ende nicht ein Eingeständnis, für das Grobe, für die Drecksarbeit auf Männer angewiesen zu sein? Ohne Männer kann also Kampf gegen ›rechts‹ in ihrem Sinne nicht stattfinden. Grüne, Feministen und Buntisten sind auf Männer, hinlangende, Brutalität anwendende Männer angewiesen. Wenn es ihren Zwecken dient, dann ist Gewalt von Männern wieder gut und nützlich.«

Die neuesten Streiche der Schuldbürger

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