Читать книгу Ist der Ruf erst ruiniert... - Ruth Broucq - Страница 10

Liebesglück

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Ich hatte fast den ganzen Tag verschlafen als ich am späten Nachmittag durch die Hausklingel geweckt wurde.

Mühevoll fand ich in die Gegenwart zurück und zwang mich aus dem Bett. Ich fühlte mich wie gerädert, wusste im ersten Moment nicht einmal warum, bis die Erinnerung zurück kehrte. Marius!

Verträumt lächelte ich vor mich hin als ich die Tür öffnete.

Rabea schaute mich mit sorgenvoller Miene an und maulte gleich: „Mama, du machst ja vielleicht Sachen! Kannst du nicht wenigstens ne kurze SMS schreiben, das alles in Ordnung ist? Dir muss doch klar sein, dass ich mir Gedanken mache, was mit dir los ist. Also wirklich, du bist doch sonst nicht so oberflächlich.“

„Was soll denn mit mir sein? Ich habe nach der OP geschlafen. Ich war einfach kaputt. Hab die Nacht kein Auge zugemacht.“ Bagatellisierte ich.

„Eben, darum! Nicht wegen heute morgen, sondern weil du gestern Nacht noch Besuch hattest. Woher weiß ich denn, dass dir nichts passiert ist? Also bitte, das kannst du doch nicht machen, mich einfach im unklaren lassen. Du musst mir wenigstens eben Bescheid geben. Demnächst ruf mich eben an oder schick ne SMS, damit ich beruhigt bin,“ verlangte meine Tochter.

Ich winkte ab: „Ach, was soll mir schon passieren. Ich bin doch schon groß!“

Sie überhörte meinen Gag, fragte ärgerlich: „Wieso machst du denn auch noch so spät Termine? Das ist doch viel zu riskant hier so alleine! Wer war das denn? War der schon mal hier? Kennst du den schon lange? Oder war das vielleicht gar kein Kunde, sondern der Darki?“ drängte sie mich zu einer Erklärung.

„Ist das jetzt ein Verhör, oder was?“ war meine abweisende Gegenfrage. „Ich hatte Besuch, basta. Geht dich nichts an. Aber der Darki war es nicht. So Schluss jetzt. Aber in einem hast du recht, ich werde dich demnächst eben informieren. Ist es damit gut?“ versuchte ich den Frieden wieder herzustellen und so weiteren Fragen auszuweichen. Ich wollte ihr nichts von meinem Ausrutscher erzählen. Ja, genau als das sah ich es, als einmaligen Ausrutscher. Rabea hätte dafür kein Verständnis, sie würde es als Irrsinn ansehen, mich für verrückt erklären. Eine ganze Nacht mit einem Fremden zu ficken und das noch ohne Bezahlung.

Ich sah es anders, Marius hatte mir mehr gegeben als Geld. Befriedigung und Glück und die Bestätigung noch eine begehrenswerte Frau zu sein. Noch nicht zu den Abgeschriebenen, Ausgemusterten zu gehören. Endlich konnte ich wieder über die Straße gehen in dem Selbstbewusstsein, von dem anderen Geschlecht wieder beachtet zu werden. Lange Zeit, ich wusste nicht zu sagen wie viele Jahre, war ich mir wie eine graue Maus vorgekommen, kein männlicher Blick hatte mich verfolgt oder auch nur gestreift, war ich Luft gewesen. Für eine selbstbewusste Frau, die im ganzen Leben immer beachtet, begehrt, bewundert, beneidet und Mittelpunkt war, eine demütigende Erfahrung. Das war seit der letzten Nacht anders, hatte sich ins Gegenteil gewendet. Schon vor einigen Stunden, als ich durch die Fußgängerzone gegangen war, sowie in der Arztpraxis, da hatte ich bereits festgestellt, dass mich ein paar Herren aufmerksam gemustert hatten. Frech hatte ich den Männern in die Augen gesehen und Einer hatte mir sogar zugezwinkert. Das hatte mir enormen Auftrieb gegeben. Ich war wieder da. War wieder Weib.

Das hatte ich Marius zu verdanken, denn vermutlich hätte ich gar nicht darauf geachtet, wäre weiterhin blind durch die Stadt gelaufen, wenn dieser seltsame Mann mich nicht derart begehrt hätte und mir nicht gesagt hätte, dass er sich in mich verliebt habe. Aber nun, fühlte ich mich wieder schön und jung genug, um noch einmal eine neue Liebe zu beginnen. Natürlich nicht mit Marius, der hatte seine Schuldigkeit getan. Aber wofür sollte Marius bezahlen?

Das Geld würde ich mir von den anderen holen, dass ich es konnte, das wusste ich ja nun.

Bereits am Abend hatte ich 2 Nachrichten von Marius. Um 15.54 hatte er geschrieben: „ es war schön mit dir- ich hoffe es geht dir gut? Lgma“

Vermutlich weil ich nicht geantwortet hatte dann zwei Stunden später noch einmal: „es ist doch alles in Ordnung? Mache mir sorgen. melde dich mal.

lgma“

Versonnen lächelte ich vor mich hin, freute mich über seine liebevolle Anteilnahme und obwohl ich sah, das er nicht online war, antwortete ich schnell: „Hallo Marius- danke der Nachfrage- ja es ist alles ok- habe sehr lange geschlafen- kein Wunder- ich war völlig geschafft- erst die schlaflose Nacht und dann die OP- aber nun geht es mir gut, habe kaum Schmerzen- Julia“

Ich hatte die Mail schon gesendet, da fiel mir ein, dass ich gar nicht darauf eingegangen war, ob mir die Nacht gefallen hatte. Wie egoistisch ich meine Antwort verfasst hatte, seine Bemühungen der letzten Nacht und die Offenbarung seiner Gefühle hatte ich mit keinem Wort erwähnt. Beschämend. Also holte ich das umgehend nach in dem ich eine zweite Mail schrieb: „es ist sehr lieb von dir- dass du dir Gedanken machst- und ich denke auch gerne an die letzte Nacht- es hat mir sehr gut gefallen- danke- bussi julia“

Das sah doch sicher schon besser aus.

Ob er sich wohl wieder melden würde? Klar, er war doch verliebt. Krass. So ein Blödsinn, doch nicht nach dem ersten Mal. Dazu brauchte man doch länger, musste man den Anderen doch erst einmal besser kennen lernen. Oder? Dachte ich skeptisch.

Quatsch, was für ein Unfug! Wie war das denn mit Ramsi, meine Liebe? Ich musste mir eingestehen, dass ich mit zwei verschiedenen Maßen zu Werke ging. Mir war es doch mit Ramsi noch schneller passiert, als es Marius mit mir ging. Ich hatte keinen Sex, nicht einmal eine Berührung gebraucht um mich Hals über Kopf in Ramsi zu verlieben. Das konnte ich doch nicht vergessen haben. Damals waren Rabea- Marina und ich in einem kleinen Souveniershop in Hurghada und wühlten uns durch einen Berg von Galabeas, als Ramsi rein kam um mit seinem Freund, dem Ladenbesitzer, zu reden. Ich hatte den hübschen dunkelhäutigen Ägypter nur ganz kurz angesehen und war wie vom Blitz getroffen. Wie ich später erfuhr war es bei Ramsi keine Liebe auf den ersten sondern eher auf den zweiten oder gar dritten Blick gewesen. Falls es überhaupt von seiner Seite jemals Liebe war, was ich mittlerweile sehr bezweifelte. Vermutlich war es nur Überlebenstaktik, denn durch eine Europäerin öffnet sich für einen klugen Ägypter die Tür zu einer besseren Welt, mit viel Glück vielleicht sogar zu Reichtum und Wohlstand. Und Ramsi war klug.

An diesem Abend hatte ich mich spät aus dem Internet ausgeloggt, denn ich hatte eine endlose Hin und Her Mailerei mit einem Tom aus der Schweiz. Als frisch umgesiedelter Ruhrpottjunge klagte er über die hohen Kosten in der Schweiz und dass er leider keine Hundert Euro ausgeben könne. Aber nur noch einen Tag in Deutschland sei, er mich sehr gerne noch besuchen wolle, bevor er endgültig in die Schweiz abreise. Ich ließ mich bequatschen und vereinbarte eine halbe Stunde für Sechzig. Ich hatte ihm erklärt, dass ich ein wenig behindert sei, die linke Hand nicht benutzen könne, das störte ihn nicht, deshalb fand ich die Preisreduzierung in Ordnung. Besser als nichts verdienen. Er wollte am übernächsten Tag um 12 Uhr kommen.

Anschließend ging ich zu Bett, lag aber sehr lange wach weil ich den ganzen Tag geschlafen hatte.

Nach einer unruhigen Nacht mit wilden Träumen, an deren genaue Inhalte ich mich zwar nicht erinnerte, die aber kein angenehmes Gefühl bei mir hinterlassen hatten, wurde ich schon früh wach. Überrascht stellte ich fest, dass ich die OP nur noch spürte, wenn ich die Operationsnaht berührte. Gut, dann konnte ich wenigstens mit ein wenig Vorsicht arbeiten.

Es war schon fast eine Sucht, denn ich sah noch vor dem Anziehen nach meinem Nachrichteneingang in mein Profil bei vögeln.de.

Tatsächlich, als ob ich es gewusst hätte, war eine Antwort von Marius eingegangen.

Um 5.23 Uhr? Der Junge hatte es aber dringend nötig, dass der sich so oft mitten in der Nacht, vermutlich nach seiner Arbeit, noch hinsetzte um mir eine Mail zu schreiben. Donnerwetter, war der geil.

Er schrieb: „schön das es dir gefallen hat. Geht es dir schon besser damit wir die Nacht bald wiederholen können? Freue mich schon darauf. Lgma“

Ein warmes Gefühl durchrann meinen Körper und zauberte ein Lächeln auf mein Gesicht. Er wollte mich wiedersehen, die Nacht wiederholen. Ja, das war klar. Wo kriegt man eine so heiße Sexnacht umsonst? Sicher nirgendwo. Nur ich war so blöd- ließ mich umsonst von ihm vögeln.

Nein, mein Mädchen, belüge dich nicht selbst, du warst nicht blöd, nur notgeil und hattest in ihm den Richtigen gefunden. Aber wiederholen? Wieder umsonst? Schön war es schon, schöner als je zuvor. Und sein Schwanz war oberaffengeil. Hm, mal in Ruhe nachdenken. Soll ich oder soll ich nicht?

Nimm dir Zeit, liebe Ruth, halt ihn erst einmal hin.

Also schrieb ich zurück: „Hallo Marius- ich habe zwar keine Schmerzen- aber berühren darf ich die Naht noch nicht und die Hand ist auch noch dick verbunden- ein bissel mehr Zeit musst du mir schon geben. Bussi“

Meine morgendliche Restauration ging besser als ich vermutet hatte, denn ich hatte zum Duschen enge Gummihandschuhe angezogen damit der Verband nicht nass wurde. Zwar musste ich tatsächlich etwas vorsichtig hantieren, aber im Großen und Ganzen klappte alles wunderbar.

Den ganzen Tag verbrachte ich mit kleinen Ordnungsarbeiten, und zwischendurch ging ich in die City zum einkaufen. Auch mein geliebtes, sündhaft teures Parfüm „Paris“ holte ich ab, die 75 Euro taten mir weh.

Als ich mich am späten Nachmittag wieder in mein Profil einloggte, fiel mein erster Blick auf den Absender „hamiltonmercedes“. Marius hatte mir bereits 2 Emails geschrieben, war aber nicht mehr online.

Der Mann schien nicht viel Schlaf zu benötigen, denn schon um 11Uhr 22 Minuten hatte er die erste Mail abgesendet. „natürlich muss es dir erst wieder besser gehen. Ich wollte dich nicht drängen. Melde dich wenn du Lust hast meinen Schwanz und meine Zunge zu spüren. Grins. Lgma“

Ich schüttelte grinsend den Kopf, welch ein geiles kleines Ferkelchen. Süß! Er wollte mich heiß machen, das war mir klar.

Schaffte er auf Anhieb, denn bei der Vorstellung seinen Kopf zwischen meinen Schenkeln liegen zu haben und seine Zunge an meinem Kitzler zu fühlen, wurde mir ziemlich warm im Genitalbereich. So ein Strolch, kannte er mich schon so gut? Unmöglich!

Was schrieb er denn in der nächsten Mail, vier Stunden später? „keine Antwort? Kann ich dich anrufen? Hast du Festnetz? Lgma“

Aha, der Herr war sparsam, hatte sicher auch Flatrate. Das war gut, dann konnte ich mal wieder seine Stimme hören, denn ich mochte seinen leichten Dialekt gerne, diese Mischung zwischen Rheinisch und Niederländisch. Ich schrieb ihm umgehend meine Festnetznummer.

Zu meiner Enttäuschung hatte ich sonst keine interessanten Nachrichten bekommen, so dass ich mich entschloss das Fernsehprogramm zu genießen.

Aber von genießen konnte keine Rede sein, denn ich war in Gedanken immer wieder bei der Nacht mit Marius und meine Ohren waren wie Antennen auf das Telefon ausgerichtet, um bloß seinen Anruf nicht zu verpassen.

Niemand rief an. Ob er die Mail noch nicht gelesen hatte? Warum? Weil er arbeiten musste, oder kein Interesse mehr hatte? Quatsch. Sei nicht so ungeduldig, du heißes Frauenzimmer, musste ich mich selbst beruhigen. Er meldet sich sicher morgen. Zum Schluss ging ich frustriert früh zu Bett.

Bis zum nächsten Morgen hatte Marius zwar nicht angerufen, aber die erste Mail hatte er um 4 Uhr 11 geschrieben: „schön Schatzi. Ich rufe dich am Nachmittag mal an. Freue mich deine Stimme zu hören. Lgma“

Erleichtert atmete ich auf, also war alles in Ordnung. Er hatte nur keine Zeit gehabt. Erstaunlich wie sehr meine Stimmung bereits von ihm abhing.

Zufrieden schloss ich das Internet wieder und bereitete mich auf den Kunden vor.

Tom ähnelte Riese Rübezahl. Mächtig groß, 1,95 m und so breit wie hoch. Sein Lebendgewicht war sicher um die Zweieinhalb Zentner. Zu allem Überfluss war er auch noch behaart wie ein Bär, nicht nur auf dem Kopf und im Gesicht, mit Vollbart, auch am ganzen Körper, einschließlich Intimbereich, dichte, lange schwarze Haare. Ekelhaft.

Doch der liebe Gott hatte den imposanten Mann im Genitalbereich nicht so imposant ausgestattet. Eher bescheiden. So ein Pech für ihn und Glück für mich. Für die Sechzig hatte ich auch keine Lust auf einen Riesen-Penis. Es gab also doch so etwas wie Gerechtigkeit, dachte ich und musste mir ein hämisches Grinsen verkneifen.

Es war eine einfache Geschichte, er leckte ein wenig, natürlich an der falschen Stelle, ich gab mir Mühe auf ihm rum zu hoppeln, wobei ich sein Teil kaum spürte, weil er so breit war, dass sein Schniedelchen kaum in die Scheide kam, gut so, dann war er auch schon fertig, und siehe da, sogar zufrieden. Na fein. Feiner Junge, würde ich ihn loben, wenn er ein Hund wäre.

Als Tom sich verabschiedet hatte eilte ich wieder an meinen Computer. Gerade wollte ich mein Profil öffnen, als mein Telefon klingelte.

Ein Harry fragte nach einem Termin um 18.30.

„Warst du schon einmal hier oder woher hast du meine Nummer?“ fragte ich vorsichtig.

Er verneinte, er habe die Nummer von miete-mich.

„Von wo kommst du? Hier aus der Nähe?“ wollte ich sicher gehen nicht wieder einen Fast-Nachbarn vor mir zu haben.

Er verneinte wieder, er sei geschäftlich hier, käme aus Hessen. Das fand ich gut, deshalb gab ich ihm die Adresse.

Erst danach sah ich, dass auf dem Display meines Telefons ein Anruf in Abwesenheit angezeigt wurde. Unbekannte Nummer! Na Bravo! Das hasste ich. Dieses Gespräch hätte ich so wie so nicht angenommen. Leute die ihre Rufnummer nicht anzeigen wollten hatten was zu verbergen, mit denen wollte ich nicht sprechen.

Aber wenn Marius der Anrufer war? Vielleicht hatte er Gründe seine Nummer nicht zu zeigen? Wenn es so wäre, würde er mir das sicher erklären. Ich würde also bei diesen unbeliebten Anrufen erst einmal das Telefonat annehmen müssen, sonst liefe ich Gefahr, seinen Anruf zu verpassen. Nein, das wollte ich auf gar keinen Fall.

Sie haben mindestens eine neue Nachricht, wurde mir in der Informationsleiste von meinem vögeln-Profil angezeigt.

Es waren gleich neue 6 Emails, aber ich öffnete zuerst die von Marius, er hatte mir um 12.42 Uhr geschrieben. Also genau in der Zeit als ich mit dem Schweizer Rübezahl beschäftigt war. Vermutlich hatte er mich angerufen und weil er mich nicht erreicht hatte, dann die Email gesendet.

„hab angerufen, hattest du Kundschaft? Dann geht es dir sicher besser? Soll ich heute Nacht kommen, Dich lecken? Willst du meinen Schwanz spüren? Ich melde mich später. Bin geil auf dein Loch und auf dich. Lgma“

Ich starrte auf die Zeilen und wusste nicht ob ich lachen oder mich ärgern sollte, kalt oder warm war. Sollte ich mich freuen, dass er sich mehr auf mein Loch als auf mich freute? Oder sollte ich sauer sein, dass er mir so deutlich klar machte, dass ich nur ein Sex-Objekt für ihn war? War ich vielleicht zu empfindlich? Ich war ratlos, wurde mir meiner Gefühle nicht klar.

Nein, es war die Reihenfolge, erst das Teil, was er zur sexuellen Befriedigung benötigte und dann die Person, ich. War ich ungerecht? Hatte er vielleicht nur unüberlegt auf die Schnelle geschrieben? Warum machte ich mir über diese Nichtigkeiten solches Kopfzerbrechen? Blödsinn. Abhaken. Abwarten.

Dieser komische Kunde namens Harry kam nicht. Ich war versetzt worden.

Zwar war ich nicht traurig dass ich mich nicht verstellen musste, was ich automatisch bei jedem neuen Kunden machte, aber das Geld hätte ich schon gerne gehabt. Und weil ich mich umsonst vorbereitet hatte und so ein Arschloch dann einfach nicht kam, das ärgerte mich schon.

Erst am Abend rief Marius an. Trotzt der eindeutigen Fahrgeräusche seines LKWs hörte sich seine Stimme fröhlich und liebevoll an. „Hallo, wie geht es denn? Besser mit deiner Hand? Hast du schon gearbeitet, Schatzi? Bist du fit genug für die Fortsetzung heute Nacht ? Hast du Lust auf meinen Schwanz? Ich könnte gegen 4 oder 5 Uhr bei dir sein. Willst du?“ fragte er gut gelaunt.

Ohne lange zu überlegen stimmte ich sehr schnell zu: „Ja, komm, ich warte auf dich. Ich freue mich.“

„Gut Schatzi! Ich werde dich lecken bis du nicht mehr kannst. Ich freue mich auch auf deine geile Fotze. Soll ich dich anrufen wenn ich vor der Tür bin?“ vergewisserte er sich.

Doch ich bat ihn: „Nein, Marius, bitte nicht erst dann. Ruf mich bitte an wenn du dich auf den Weg machst. Wie lange brauchst du ungefähr von dir bis zu mir? Eine Stunde? Dann habe ich Zeit genug, wach zu werden und mich frisch zu machen. Ja? Bitte gib mir die Zeit, die brauche ich!“

„Wird gemacht, Schatzi. Ich ruf an wenn ich losfahre. Schlaf schön, damit du fit bist. Bis gleich.“ Konnte ich seine Vorfreude deutlich hören.

Obwohl es noch keine 22 Uhr war, ich noch mindestens sechs Stunden hätte schlafen können, machte ich vor Aufregung kein Auge zu. Ich wälzte mich im Bett von einer Seite auf die Andere, stand wieder auf, versuchte mich auf das Fernsehprogramm zu konzentrieren, vergebens. Also ging ich ins Internet. Aber die ganzen Freier schienen entweder zu schlafen oder ausgestorben zu sein. Ich hatte keine Mails und nur zwei meiner bisherigen Kandidaten waren online und offenbar mit anderen Damen im Chat. Sie zeigten kein Interesse. Ich versuchte neue Kontakte zu knüpfen, aber auch das klappte nicht, mir fehlte die Konzentration. Ich war nervös wie die Braut vor der Hochzeitsnacht.

Also legte ich mich wieder hin und ließ meinen Gedanken freien Lauf. Ich fragte mich, warum ich einer Fortsetzung zugestimmt hatte. Wieso ich mich auf eine Affäre einließ, denn das wäre es ja spätestens ab dem zweiten Sex-Date, wenn mir der Mann doch gar nicht gefiel? Nein, gefallen hatte Marius mir nicht, sicher nicht. Er war optisch absolut nicht mein Fall. Aber sexuell! Ja, das war es! Marius war für mich genauso ein Objekt meiner sexuellen Begierde wie ich für ihn. So, jetzt hatte ich mir endlich eingestanden, dass auch ich ihn aus reiner Geilheit wiedersehen wollte. Dass es mir lediglich um meine Befriedigung ging, dass ich seine Zunge, Hände und seinen Schwanz spüren wollte, mir das Aussehen des Mannes, völlig egal war. Ich machte ja sowieso die Augen zu! Jawohl, genau das war es doch. Welche Geschlechtsgenossin auch immer jemals behauptet hatte oder behaupten würde, Frauen bräuchten immer das Herz, die Liebe um sich einem Mann hinzugeben, die log, absichtlich oder unbewusst. Nein, ich brauchte nur den Körper des Mannes für meine sexuelle Befriedigung, denn den Mann sehe ich nicht, ich schließe beim Sex die Augen.

Um halb Vier riss mich das Klingeln meines Handys aus einem leichten Halbschlaf.

„Ja? Hallo?“ fragte ich verschlafen.

„Schatzi, ich fahre jetzt los. Bin in einer halben Stunde bei dir. Alles okay mit dir?“ klang Marius freudige Stimme aus dem Gerät.

„Ja, ja, alles bestens. Bis gleich.“ Beeilte ich mich zu bestätigen.

Schnell sprang ich aus dem Bett, unter die Dusche, machte mir einen großen Kaffee, stylte meine Haare mit dem Locki, schminkte mich und stand dann ratlos vor dem Kleiderschrank. Was anziehen? Irgendein sexy Outfit. Welches? So etwas hatte ich gar nicht. Bademantel? Nein, schrecklich steril. Jeans? Auch nicht, zu normal. Kleid? Die Auswahl war sehr bescheiden. Also ein tief dekolletiertes Long Shirt. Ja, das ging. Dazu halterlose schwarze Strümpfe mit Pumps und geile Unterwäsche. Welche? Hm die Slips waren ein wenig zu groß, Tangas hatte ich nicht, fand ich immer zu unbequem und auch unpassend für mich. In diesem Moment hätte ich gerne wenigstens einen Tanga gehabt. Was konnte ich nun machen? Keinen Slip anziehen. Ja, das mochte Marius, das war mir noch im Gedächtnis. Was hatte er letztens gesagt? „und zieh nichts an, damit ich dich gleich lecken kann“

Na bitte. Das Shirt reichte bis zur Mitte der Oberschenkel, gerade bis knapp über das Strumpfband. Man sah es nicht, dass ich keinen Schlüpfer trug, man konnte es nur fühlen. Perfekt.

Gott, was machte ich mir denn für Umstände wegen eines Stechers? War doch egal, sowieso nur noch das eine Mal.

Na ja, aber sexy wollte ich schon sein. Weiblich. Ihn reizen! Quatsch, würde ich ihn nicht reizen, käme er ja nicht.

Das Klingeln meines Handys unterbrach meine Überlegungen.

„Ich stehe vor deiner Tür!“ sagte Marius. „Ich wollte nicht klingeln, wegen deiner Freundin. Machst du mir auf?“

Flugs schaute ich noch nach ob alle Zimmertüren und Vorhänge geschlossen waren, ein letzter Blick in den Spiegel, dann stolzierte ich zur Haustür.

Marius blinzelte wieder in die Dielenlampe, grinste mich an und nahm sein Käppi ab. „Hallo, wie geht es denn? Gut siehst du aus, Schatzi. Hast du dich für mich so hübsch gemacht?“ fragte es fast zärtlich, dabei ging er in die Knie so dass er mit mir in Augenhöhe stand, legte die Arme um mich und küsste mich zart.

Ich musste über seine komische Haltung lachen, bot ihm an: „Stell dich doch gerade. Welch unbequeme Haltung, du kriegst ja Krämpfe in den Beinen wenn du so lange stehen, nein man kann eher sagen, hocken bleibst.“

Er schüttelte den Kopf, erklärte: „Nein, ist schon okay so, dann musst du dich nicht nach mir recken. Das ist angenehmer für dich. Klappt schon.“

Ein komischer Kauz, aber sehr lieb von ihm, dass er nicht wollte, dass ich mir den Hals verrenke. Lieber nahm er die gekrümmten Beine in Kauf. Sehr rücksichtsvoll. Ein Gentleman. Donnerwetter.

Seinen großen weichen Mund zog er viel zu schnell wieder zurück, er hatte meinen Appetit angeheizt und mir das Herz geöffnet. Als ich ihn ansah, fand ich seine, von der Kälte leicht gerötete Nase gar nicht mehr so groß und sein Lächeln ganz süß, der ganze Mann sah irgendwie anders aus. Der war doch nicht hässlich. Wo hatte ich nur in der ersten Nacht meine Augen gehabt? Ach ja, geschlossen. Vielleicht sollte ich doch manchmal gucken? Ich schmunzelte vor mich hin.

Wie selbstverständlich ging Marius ins Bizarr-Zimmer.

Ich beobachtete ihn genau, als er sich auszog. Zuerst legte er Autoschlüssel, Handy und Portemonnaie auf der Fensterbank ab, weil es in dem kleinen Raum wenig Möglichkeiten gab, dann entledigte er sich seiner Kleidung. Dabei fragte er liebevoll lächelnd: „Und was hast du die Tage alles gemacht? Geht es schon so viel besser mit deiner Hand, dass du schon arbeiten kannst? Ach ja, zum ficken braucht man nicht unbedingt die Hände.“ Lachte er über seinen eigenen Gag.

Ich suchte vergeblich den Witz, war eher etwas angestoßen. Deshalb kritisierte ich ihn scharf: „Lustig! Nein, dazu braucht man keine Hände, aber ich ficke nicht dauernd, sondern massiere meistens die ehemaligen Stammkunden. Und ich hatte auch keinen Kunden, denn dazu brauche ich meine Hände, und zwar beide.“

Marius lenkt sofort ein: „Tschuldige, Schatzi, war nicht so gemeint. Komm mal her, ich will dich nicht ärgern, sondern glücklich machen. Ich habe mich so auf dein leckeres Fötzchen gefreut, du dich auch auf meinen Schwanz? Komm, lass mich mal erst lecken.“ Damit setzte er sich auf das Bett und ich konnte sehen, dass sein mächtiger Penis selbst im noch schlaffen Zustand beeindruckend war. Marius zog mich ganz nah an sich. Seine Hände griffen unter mein Shirt, er fühlte meinen nackten Po und stöhnte: „Ah wie schön, du hast daran gedacht nichts drunter zu ziehen, das ist gut!“

Ich fühlte seine Hände unter meinem Shirt hoch gleiten, geschickt löste er meinen BH, streifte mir die lästige Kleidung über den Kopf und legte mich auf das Bett, so dass meine Füße noch den Boden berührten.

Er ging mit den Knien auf den Laminat, drückte meine Beine auseinander und seine Zunge suchte sich den Weg von meinen Innenschenkeln hoch bis zu meiner Klitoris.

Ich stöhnte laut auf: „Ja, ja, das ist gut. Darauf habe ich gewartet. Ach ja, das brauche ich. Ich brauche dich. Du bist gut, sehr gut! Ja, so ist es gut!“

Marius antwortete nicht, er war intensiv damit beschäftigt meinen Kitzler zu lecken, dabei schlichen sich seine Hände langsam bis zu meinem Busen, bis er meine Warzen erreicht hatte. Er kniff mich so fest hinein, dass ich laut aufschrie: „Au! Nicht so fest! Du tust mir weh!“

Statt einer Antwort oder gar einer Entschuldigung, änderte er seine Lage, hob meine Beine auf das Bett, schob mich mehr in die Mitte und kroch hinterher.

Schnell und hart stieß er mir den Schwanz in die Scheide.

Wieder schrie ich auf, aber vor Glück: „Ja! Komm! Tief und fest. Oh ja, darauf habe ich mich den ganzen Tag gefreut. Mein Gott, bist du gut! Hast du einen geilen dicken Schwanz. Den brauche ich, ja ich brauche dich, Marius!“

„Ja, schrei. Laut, ich liebe es. Du bist gut, du bist die Beste. Ich will dich immer ficken, dein geiles Loch. Ja, komm, schrei!“ keuchte er und bewegte sich schneller und wilder.

In gewohnter Art hatte Marius wieder meine Beine geschultert um besser in mich eindringen zu können. Plötzlich ließ er meine Beine runter gleiten und er senkte sich auf meinen Körper herab. Sein Mund suchte den Meinen, und sein Kuss wechselte zwischen heiß - leidenschaftlich zu sanft und zärtlich, und war von langer Dauer. Ich trank seinen Speichel mit Genuss, hoffte der Kuss werde niemals enden und gab mich selig seiner Führung hin.

Nach endlos langem Geschlechtsakt zog er sich aus mir zurück und legte sich neben mich. Obwohl Marius wieder die gleiche Stellung bevorzugt hatte, sich auch kein Wechsel ankündigte, fand ich das gar nicht eintönig. Er hatte mich erneut zu mehreren Höhepunkten gebracht und mich völlig atemlos gemacht. Er war ein sehr einfühlsamer Lover. Der Beste den ich je kennen gelernt hatte.

Ich wusste was nun kam und schmiegte mich so nah wie möglich an seinen heißen schlanken Körper. Das Gefühl zu Hause zu sein ergriff mich auch bei diesem zweiten Mal des Zusammenseins. Das war sehr schön.

Marius massiert seinen Schwanz, küsste mich und stammelte abwechselnd: „Ich liebe deine geile Fotze. Du hast das geilste Fickloch was ich kenne. Du bist die beste Nuttenfotze. Komm, küss mich. Komm, saug meinen Schwanz aus. Warum schluckst du denn nicht? Das ist so geil.“

Nach einem langen leidenschaftlichen Kuss, stöhnte er: „Gleich komm ich. Sag dass du meine geile Nutte bist. Sag es, bitte. Willst du nicht meinen Saft probieren? Sag ja, bitte. Ich komme jetzt.“

„Ja, komm, spritz! Ja, ja ich will deinen Saft. Ich brauche das!“ wollte ich ihm nur Hilfestellung leisten, deshalb zuckte ich erschrocken zusammen, weil er meine Zustimmung wörtlich nahm.

Bei seinem heftigen Orgasmus hatte Marius eine kräftige Ladung Sperma auf seinen Bauch und etwas auch auf seine Hand gespritzt. Danach schob er mir plötzlich seinen Spermafinger in den Mund und bei einem anschließenden Kuss seine Zunge hinterher.

Ich war so verdattert von diesem Überraschungsangriff, dass ich tatsächlich den Geschmack testete, in dem ich schluckte und mir nach dem Kuss über die Lippen leckte.

Als mir bewusst wurde, was da eben passiert war, sagte ich erbost: „Bah, pfui, das mag ich nicht. Mach das nie wieder!“ drehte mich von ihm weg, griff zur Wasserflasche und spülte den Rest runter.

Marius grinste und fragte mit Unschuldsmiene: „Aber das wolltest du doch. Oder habe ich dich falsch verstanden?“ dabei nahm er die Papierrolle und riss sich ein Stück ab.

Ich schüttelte wortlos den Kopf und blieb ihm die Antwort schuldig. Er wusste sie sowieso.

„Aber Schatzi, hast du denn noch nie geschluckt? Das macht doch die Vereinigung noch intensiver. Das ist normal wenn man zusammen gehört!“

erklärte er ernsthaft in liebevollem Ton. Ich wandte mich Kopfschüttelnd ab, blieb aber stumm.

Freiwillig ging Marius ins Bad um sich zu säubern und ich zum Gäste WC für eine Kaltwasser- Kurzreinigung.

Gleichzeitig trafen wir uns wieder an der Zimmertür. Er nahm mich wortlos in seine Arme und flüsterte mir ins Ohr. „Ich bin verliebt. Du bist eine tolle Frau. Ich hoffe das ist heute nicht das letzte Mal sondern das wird mit uns eine längere Beziehung? Das fände ich sehr schön. Ich möchte gerne mit dir zusammen bleiben. Und du, was denkst du darüber?“

Ich nickte nur, wusste nicht was ich sagen sollte. Ja, ich war frei und ungebunden, klar. Zwei Monate erst, oder schon? Wie sollte, konnte ich das sehen? Den endgültigen Schlussstrich hatte ich im Dezember gezogen, aber zu Ende war meine letzte Beziehung doch schon viel, viel länger. Seit wann vermochte ich gar nicht zu sagen. Hatte der Anfang vom Ende nicht schon zu dem Zeitpunkt angefangen, als ich meinen Wohnsitz in Hurghada verlassen und mich wieder dauerhaft in Deutschland aufgehalten hatte? Doch sicher, aber weder Ramsi noch ich hatten das so gesehen. Er weil es für ihn vorteilhafter war, dass ich mich an ihn gebunden fühlte. Und ich, weil ich nichts Besseres fand, obwohl ich sicher nicht gesucht hatte. Faulheit? Nein. Lustlosigkeit? Vielleicht. Nein, es war Gleichgültigkeit. Dem Mann, der Beziehung, sowie der Sexualität gegenüber. Ich war zu bequem, fand es exotisch und ungewöhnlich sagen zu können: ich habe noch eine Wohnung in Ägypten und einen Mann der darin auf mich wartet und derweil auf die Möbel aufpasst. Ja, so war das wohl.

Eigentlich suchte ich keine neue Beziehung, oder doch? Keine Ahnung. Ich wusste wohl derzeit selbst nicht was ich suchte. Alles? Nichts? Egal. Ich würde es einfach auf mich zukommen lassen. Schließlich hatte ich auf niemanden Rücksicht zu nehmen oder Rechenschaft abzulegen.

Marius wartete die Antwort nicht ab, ließ sich auf dem Bett nieder und fragte weiter: „Sagst du mir denn jetzt wie alt du wirklich bist?“

Leicht genervt, damit er endlich dieses Thema abhakte, antwortete ich: „Also okay, damit du deine Ruhe hast, es stimmt, ich bin schon 55. Zufrieden?“

Er lachte auf, sagte spöttisch: „Du kannst mir nichts erzählen. Nee, das stimmt auch noch nicht. Du bist älter! Ich weiß zwar nicht, warum du mir dein wahres Alter nicht sagen willst, noch dazu wo ich doch mal mit einer Sechzigjährigen zusammen war, aber ist egal. Sagst du mir schon irgendwann.“ War er sich sicher.

Nachdem Marius ein zweites Mal begann meinen Körper zu erkunden und mich liebevoll zu verwöhnen, er anschließend seinen Höhepunkt auf seine ihm eigene Art vollendet hatte, war ich irgendwann in seinen Armen eingeschlafen.

Genau so, in Marius Armen, wurde ich kurz vor Mittag wach. Verwundert schlug ich die Augen auf und sah in das Gesicht des schlafenden Mannes neben mir. Ich betrachtete den Schlafenden, erforschte seinen friedlichen Gesichtsausdruck und konnte nicht mehr verstehen, warum er mir anfangs nicht gefallen hatte. Als ob er meinen Blick gefühlt hätte, öffnete er die Augen und sah mich mit einem jungenhaften - zärtlichen Lächeln an. Die Liebe leuchtete mir aus seinen blau-grünen Augen entgegen, dass ich nicht anders konnte, als ihm einen scheuen Kuss auf die Stirn zu hauchen.

Sofort bot er mir seinen Mund zum Kuss an und drückte mich an sich, danach sagte er: „Guten Morgen, schöne Frau. Gut geschlafen? Ah, ja, danke der Nachfrage, ich habe sehr gut geschlafen. Es ist schön bei dir!“ rekelte und streckte er sich wohlig.

„Guten Morgen, ja, ich habe auch gut geschlafen. Es ist ein bissel eng hier, das schmale Bett, aber es war trotzdem eine gute Nacht.“ Stellte ich leicht erstaunt fest, denn bisher hätte ich dieses Einmeterzwanziger Bett mit niemand geteilt. Es wunderte mich dass Marius meinen Schlaf nicht gestört hatte. Normalerweise hasste ich es, im Schlaf eingeengt, oder gar festgehalten zu werden. Auch dass ich mich ehrlich gefreut hatte, beim Aufwachen in das Gesicht dieses Mannes zu sehen, war eine ganz neue Erfahrung für mich. Eigentlich war ich ein absoluter Morgenmuffel, konnte beim wach werden niemanden neben mir ertragen, musste mir immer erst mit zwei großen Kaffees die Laune aufhellen.

Vorsichtig schnupperte ich während er sprach, aber ich konnte keinen unangenehmen Mundgeruch wahrnehmen. Seltsam, es gab nichts was mich störte, der Mann war in seiner ganzen Art und Ausstrahlung ein angenehmer Bettgenosse. Ich wunderte mich über meinen Anpassungswillen.

Das war wohl der Moment, in dem ich meine Ablehnung völlig aufgab, mich plötzlich enorm zu ihm hingezogen fühlte, mir wünschte, er möge bei mir bleiben.

„Stört es deine Freundin auch nicht, das ich noch hier bin? Ich will dir keine Schwierigkeiten machen. Ich bin gleich weg!“ fragte Marius besorgt.

Ich winkte lachend ab: „Nein, keine Sorge. Die ist schon lange weg. Die muss um 9 Uhr anfangen, dann macht das Cafe auf. Also lass dir ruhig Zeit. Aber sag mal, kannst du einfach über Nacht wegbleiben? Bekommst du keinen Ärger? Wartet niemand auf dich?“ kam mir plötzlich der Gedanke, dass ich gar nichts von ihm wusste. In seinem Profil stand zwar Single, aber ob das stimmte? Er hatte selbst gesagt, dass in diesem Forum viel gelogen wird. Machte ich zwar auch, unter anderem hatte ich meine Freundin als Mitbewohnerin erfunden, aber nur zu meinem Selbstschutz, na ja und eben das Alter. Aber er? Vielleicht hatte er Familie und ich war nur der Seitensprung? Eine Abwechslung von der langweilig gewordenen Ehefrau?

Marius lachte laut auf, erwiderte verächtlich: „Du meinst eine Frau? Nee, ich war noch niemals verlobt und schon gar nicht verheiratet. Ich bin ledig, habe keine Kinder und lebe im Haus meiner Eltern. Ich kann machen was ich will!“

„Okay,“ war ich sichtlich erleichtert, „dann mach ich jetzt mal erst einen Kaffee für uns. Wie trinkst du deinen Kaffee? Mit Milch und Zucker? Oder?“

Aber Marius schüttelte den Kopf und lehnte ab: „Nein, lass mal. Ich muss mich beeilen, habe heute noch jede Menge zu tun. Zum Kaffee trinken habe ich leider keine Zeit mehr. Holen wir nach. Ja? Nicht böse sein.“ Bat er.

Irgendwie fand ich diesen abrupten Aufbruch zwar blöd, andrerseits kam es mir auch entgegen, denn ich fürchtete das Rabea und Rubina jeden Moment auftauchen könnten um mich zum gemeinsamen Einkauf abzuholen. Es wäre mir nicht recht gewesen, wenn meine Tochter meinen neuen Liebhaber getroffen hätte.

Was hatte ich eben gedacht? Meinen Liebhaber? War Marius das? Sicher! Was sonst? Ein zahlender Kunde war er nicht, also hatte ich jetzt einen Lover. Im Rentenalter, nach Jahren eine neue Liebe? Ein neues Glück? Ja, tatsächlich, Marius gab mir ein ganz neues, wirklich befriedigendes Liebesglück. Über diesen Gedanken schmunzelte ich noch als der Mann schon lange weg war.

Ist der Ruf erst ruiniert...

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