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VI
ОглавлениеZakunthi, Phallokratie Terkonnia, 1.Juli 2.325, 8. Stunde
„Schwertbruder.“
„Es tut gut, Dich zu sehen, Turon, mein Clansherr.“
„Hier bin ich allein Dein Frateer Gladion, Degron.“
„Als Clansherr jedoch muss ich Dich sprechen.“
„Lass zunächst die Schwerter sprechen. Wir haben viel zu lange nicht die Klingen gekreuzt.“
„Wohl gesprochen.“
Hochgewachsen, muskulös, selbstsicher waren die beiden Männer, der Blonde und der Dunkelhaarige. Sie schritten durch die breiten Gänge des Palastes, vorbei an farbigen Wandbehängen, in denen Rot- und Schwarztöne dominierten, und die Szenen der Jagd und des Krieges zeigten, Jagd auf die Echsenmonster der Wildnis wie die Frauen der Weibergefilde, Krieg gegen Weiber und fremde Recken. Wachen salutierten vor den Beiden, sie nickten jedem Krieger ernst zu und sahen ihm in die Augen, wie es die Ehre gebot.
Lumas – die schönen, verführerischen Sklavinnen - huschten eilfertig durch die Gänge, gingen sogleich vor ihnen in die Knie. Sie, im Gegensatz zu den Wachen, wurden vollständig ignoriert. Eine Freie Frau kreuzte der Schwertbrüder Weg, tief verschleiert, respektvoll knicksend. Die Männer nickten ihr knapp zu, beiläufig, immerhin mehr, als die Sklavenschlampen erwarten durften.
Es war entschieden, bevor die drängenden Themen für Clan und Reich besprochen wurden, würden zuerst die Klingen sich im Übungskampfe kreuzen. Und so fiel kein Wort mehr zwischen beiden Hünen, bis sie das Gymnasion erreicht hatten.
Andere Männer, nackt bis auf kurze Lederschürze, übten dort, Ringen, Boxen, die tödliche Kante, den Tanz von Klingen und Stäben. Sie alle hielten inne, als der Clansherr und sein Schwertbruder eintraten, salutierten, die geballte Faust gegen rechte Schulter schlagend.
„Haitor, Maastor Clansur!“ erscholl es aus tiefen Kehlen, die nach einem kühlen Eehjl lechzten, doch niemals das Training verfrüht abgebrochen hätten, um die trockenen Gaumen zu netzen.
Clansherr und Schwertbruder erwiderten den Gruß.
„Haitor, Krosus tor Tarl tor Zakunthi!“
Alle Streiter hier waren Zakunthier, und alle dienten der Familie Tarl, dem Haus des Clansherren.
Turon und Degron legten ihre schwarze Lederkleidung und die Schnürstiefel ab, bis auch sie lediglich Lendenschurze trugen. Ihr Brustkorb wie die Arme zeigten kein Körperhaar, im Clan Zakunthi war es üblich, die Körperbehaarung zu entfernen, anders als bei den Hinterwäldlern aus Blektron – Lorn möge sie alle erschlagen – oder Mesapontia – Stiwe Horkink möge Hirn vom Himmel werfen.
Die beiden Zakunthier schritten zu einem der Waffenständer an den Wänden der Halle, wählten zwei gewöhnliche Langschwerter – die Gladion – aus und begaben sich in die Hallenmitte. Respektvoll rückten die Krieger beiseite, hatten ansonsten ihr Training aber wieder aufgenommen.
„Aufs erste Blut.“
Degron nickte zu des Dunkelhaarigen Worten und setzte hinzu:
„Der Unterlegene zahlt das Eejhl.“
Turon lachte kurz auf. Selbstverständlich mussten weder Clansherr noch sein zugeschworener Schwertbruder im Palast der Familie Tarl für das Eejhl zahlen.
Noch einmal nickten sie einander zu, hoben dann die Klingen, verharrten reglos, sich belauernd.
Der Clansherr war der bessere Fechter, doch seine Pflicht ließ ihm wenig Zeit zum Üben. Degron, in jüngster Zeit zumeist in Gromien an der unruhigen Grenze zu den Schlampen aus Fenlora weilend, hatte frischere Schwielen an der Klingenhand. Jedoch war er gewöhnt, die Übungen mit kleineren, schmächtigeren Kriegern zu vollziehen, ein allgemein üblicher Trick an der Front, der helfen sollte, sich besser auf die weiblichen Gegnerinnen, die ebenfalls in der Regel kleiner und schwächer, aber oft flinker waren, einzustellen.
Plötzlich zuckte Turons Klinge vor, Eröffnungszug eines gnadenlosen Angriffs, dem ersten Stoß folgte Schlag auf Schlag. Degron, sogleich in der Defensive, ließ den Schwertbruder kommen, wehrte nur ab. Typisch, dass der Clansherr die schnelle Entscheidung suchte. Hatte er so nicht, Lordcenturion des Reiches, vor zwei Jahren in Gromien den Sieg über die Legionen der Schlampen errungen, Fundament des Waffenstillstandes, der immer noch hielt?
Doch nun war ein anderer Lordcenturion, und Sorge erfüllte Degron bei dem Gedanken. Diese Sorge hatte ihn vom Posten im Osten hergezogen an die Seite Turons.
Abgelenkt, hätte Degron fast das erste Blut gegeben, doch gerade noch parierte er den schnellen Hieb des Dunkelhaarigen. Der Tradition war Genüge getan, sie mußten reden. Degron erspähte die Lücke in den Kombinationen seines Clansherren und stieß zu. Turon parierte, doch nun lag die Initiative beim Blonden.
Drei-, viermal noch klirrte Stahl auf Stahl, dann netzte Blut Degrons Klinge.
Beide traten zurück und nickten sich zu. Turon zeigte ein schmales Lächeln und besah sich kurz den Schnitt an seiner rechten Schulter. Blut sickerte über seine bloße Brust.
„Du musst mehr üben.“
Degron grinste breit.
Des Clansherren Antlitz verdüsterte sich kurz. Er verlor nicht gerne, welcher Krieger Lorns tat derlei schon gerne?
„Du sprichst wahr, Degron. Allein, mir fehlt die Zeit. Doch ich sollte sie mir nehmen. Ein Clansherr, der das Gladion nicht zu führen versteht, versteht auch den Clan nicht zu führen.“
„Oder das Reich.“
Turon sagte nichts darauf, reichte dem Blonden sein Gladion, wandte sich ab und schritt zu einer der Wände, wo er aus einem Regal einen Tiegel mit Heilsalbe und ein Tuch hervorholte. Degron folgte ihm hinüber, stellte kurz die Klingen zurück in den Ständer. Einer der Buben in Ausbildung würde sie später reinigen und schärfen.
Während der Dunkelhaarige seine Wunde versorgte, musterte Degron ihn offen. Eine Welle der Liebe und des Stolzes, Turons Klingenbruder zu sein, stieg im Blonden auf. Turon, mit Mitte Zwanzig bereits Clansherr, bald darauf Lordcenturion, Sieger von Trokko-Enpp, nun auf dem Weg zum Diodarchor, dem Herrscher aller terkonnischen Clans, war die Hoffnung seines Volkes. Nun Anfang Dreißig, strotzend vor Kraft und Entschlossenheit, ein zupackender Kämpfer, ein kühler Rechner, ein Reformator für ein Land, das dringend der Reformen bedurfte, das eines Führers bedurfte, der die Weiber aus Fenlora zu stoppen verstand. Und kein bärtiger, stinkender Sadist aus den lornverlassenen Bergen Blektrons würde das verhindern können. Durfte das verhindern. Turon musste Diodarchor werden, für Terkonnia, ja ganz Terklora.
Turon legte sein Gewand wieder an, griff nach den wadenhohen Stiefeln. Degron erwachte aus seiner Erstarrung und tat es ihm gleich.
Der Clansherr Zakunthis, des edelsten Clans Terkonnias, straffte sich und knurrte:
„Gehen wir, unser Eejhl wartet. Ich zahle.“
Die Luma war sehr schön, groß und schlank, mit vollem Busen, vom seidenen Brusttuch geschickt betont, ihr Haar lang und golden. Anmutig balancierte sie das Tablett, setzte die Eejhlkrüge vor den beiden Männern ab, kniete nieder, den Kopf demütig gesenkt.
Wohlgefällig ruhte Degrons Blick auf der Blonden.
„Sie gefällt Dir, Schwertbruder?“
„Ein schönes Stück Weib, fürwahr.“
„Diese Nacht sei sie Dein. Luma, melde Dich zur 20.Stunde in des Domimaastors Büro und lasse Dir Maastor Degrons Gemach zeigen. Du gehörst diese Nacht ihm.“
„Ja, Maastor.“
Die Sklavin wagte einen Blick hoch zu dem Blonden. Wohl gefiel ihr der mächtige Recke, seine Muskeln, sein männliches Gesicht.
Die Männer lachten.
„Die Luma scheint zufrieden mit ihrem Auftrag, Degron.“
„Das wohl, bei Lorn. Ich werde sie nicht enttäuschen.“
„Geh nun, Luma.“
Tief beugte die Schöne den Kopf, sprang dann auf und glitt mit wiegenden Hüften davon. Kurz noch ruhte Degrons Blick sinnend auf ihrer Kehrseite, bevor er sich dem Eeehjl widmete. Die Zakunthier tranken, schwiegen eine Weile.
Dann hob der Clansherr an:
„Was gibt es nun Neues in Gromien? Die Front ist ruhig, meldet man mir. Gar zu ruhig?“
„Ebendies, will mir scheinen. Es geht etwas vor bei den Schlampen, Spione und Späher melden Bewegungen, neue Einheiten, Vorratslager. Allein, ob defensiv oder offensiv der Weiber Absichten, ist uns noch nicht klar. Schwer getroffen hast Du sie, Bruder, und immer noch lecken sie ihre Wunden.
Anderes macht mir mehr Sorgen. Der Lordcenturion verbringt mehr Zeit in der Kigowoll bei der Spinnenjagd und, schlimmer noch, an des Blektroners pleckverseuchter Tafel als in seinem Hauptquartier.“
„Nie hätte der Megalloner das Amt erhalten dürfen. Eher hätte ich erneut antreten sollen.“
„Und des Kampfes um das Diadem des Diodarchors entsagen sollen? Nein, Turon, recht gehandelt hast Du. Der Megalloner mag nicht viel nützen, doch bist Du erst auf dem Thron zu Kalantia, wird er bedeutungslos sein.“
„Was tut sein Stellvertreter, der Ammikmander zu Troko-Enpp?“
„Nicht, was er sollte. Bastet und säuft, und lässt Paraden abhalten. Auch ist er sehr beschäftigt, seinen Clienten Konzessionen und Güter zu verschaffen. Unpolitisch ist er, den Blektroner schätzt er nicht, allein Fondsons Gier bestimmt sein Handeln und die Launen seiner Eier.“
„Ich spüre Dorns Hand auch hier. Der Megalloner ist Dorns Mann bis ins Mark, und er hat den Kmander ernannt. Geben wir, das kein neuer Krieg zunichte macht, was auf den Felder Troko-Enpps mit Blut unserer Recken gewonnen.“
„Ein neuer Waffengang wäre fatal. Zwölf Regimenter hat der Megalloner abgezogen und heimgeschickt. Die Kosten für der Gromier Wirtschaft zu senken, deren Ertrag zu steigern, so sein Argument. Gut an kommt dies bei Quart Hashtern wie Nedrionern, wie man hört.“
„Gestritten hab ich im Rat, Degron, geredet wie ein Weib, bis meine Zunge fransig war. Sie wollten nicht hören. Ich brauche beider Clans Stimme, so war ich zum Nachgeben gezwungen, als sie eisern blieben.“
„Kurzsichtig ist die Politik der Clans, und jeder tut, was ihm gefällt. So wird Fenlora uns überrennen, sobald die blonde Slatt auf dem Zarijathron ihre Vorbereitungen abgeschlossen hat.“
„Ja, ändern muss sich des Reiches Verfassung, und rasch. Sollte ich den Thron erringen, werde ich dafür streiten, so heiß und entschlossen wie auf Troko-Enpps blutigen Auen.“
„Ai, dessen bin ich gewiss, Clansherr und Schwertbruder. Doch wird es nicht zu spät sein? Wie viel Zeit wirst Du haben? Die Zarija hat ihr neues Wehrgesetz letzten Monat verabschiedet. Das gibt ihr ab nächstem Sommer 36 neue stehende Legionen, und Du kannst wetten, in Gromien werden sie disloziert, nicht an des Zylevers Wüstengrenze oder den Bergen Rayatshas. Alura bereitet ihn vor, den großen Schlag, mit aller Macht.“
„Die blonde Slatt hat ihre eigenen Probleme. Der Weiber Kauffrauen Begeisterung für einen totalen Krieg hält sich sehr in Grenzen. Mächtig sind sie geworden in den letzten Jahrzehnten. Andere Orden tanzen nach ihrer Pfeife, hoch verschuldet bei Ihnen.“
„Und doch, schmerzen muss es die Shakeshas, die reichen Minen Mittelgromiens in unserer Hand zu wissen. Die Preise für magische Kristalle, und damit auch Artefakte im Zarijat sind gestiegen, Inflation erhebt das garstge Haupt.“
„Die Zarija sucht bereits nach anderen Quellen für die Steine der Kraft. Neue Minen hoch im Norden gibt es, die Vorräte dort schier unerschöpflich.“
„Indes, die Infrastruktur fehlt in den eisigen Weiten. Gromien hat sie, direkt vor ihrer Nase, bewacht nur von wenigen Regimentern, deren Training eingeschränkt, deren Kampfeswille geschwächt.
Auch kommt mir weiteres in den Sinn, die Kauffrauen der Slatts betreffend. Das Wachstum ihrer Sklavenwirtschaft hält an. Groß der Bedarf an Arbeitern, billig und stark. Wenn sie den Norden erschließen wollen, müssen Strassen, Brücken, Festungen her, Arbeiter für die Minen. Kräftige Sklaven müssen es sein, keine verzärtelten Mieps eigener Züchtung. Kriegsgefangene Terkonnier, errungen in neuen Schlachten an der Front.“
„Ich stimme Dir zu, Degron, all dies will bedacht werden. Angesichts der Versäumnisse an der Front, bin ich froh, dass Du im Hauptquartier des Dosdremers weilst, ihm auf die Finger zu sehen.“
„Beobachter unseres Clans nur bin ich, keine Befehlsgewalt steht mir zu.“
„Du bist Mejdshor der Ingaguntos. Das Regiment ist noch am gleichen Standort, direkt beim Hauptquartier?“
„Ja, der Idiot aus Dosdremi lässt ein ganzes Battlon täglich durch die Strassen paradieren. Die Einwohner machen sich schon lustig über unsere stolzen Recken.“
„Gromier … kein Mark in den Knochen. Fleißige Arbeiter und Händler sind sie, die Frauen schön wie Lorns Lumas selbst, doch eher wird sich die Zarija mir freiwillig als Luma darbieten, als dass ein Gromier ein rechter Krieger wird.“
„Eines Tages wird sie gebunden und in einen Knebel wimmernd vor Dir sich winden, diese Zarija.“
„Lorn gebe es. Ich sann schon oft darüber nach, ob sie zu entführen nicht vieles einfacher machen würde. Fähig und entschlossen ist sie, ein starkes Weib, zu gefährlich als Gegnerin, um ruhig zu schlafen. Nimm dazu ihren Hass…“
„Es heißt, ihre Eltern wären entführt worden, als sie noch klein war, von Terkonniern.“
„Ja, von Fängern aus dem Haus Porst zu Quart Hashta.“
„Ach, deren Anwesen vor drei Jahren abgebrannt, alle Männer des Hauses gemeuchelt von den SET, möge Lorn sie alle verschnüren?“
„Mich überrascht, dass Du den Zusammenhang jetzt erst siehst.“
„Ich wusste nicht von der Verbindung. So hat sie also ihre Rache vollzogen?“
„Hüte Dich vor der Rache wie der Zunge einer Frau.“
„Sorge dafür, das ihre Fesseln stramm und ihr Knebel dick sind,“ zitierte Degron automatisch die traditionelle Antwort.
„Ist sie nicht damals im Waisenhaus aufgewachsen?“
„Geflohen von dort ist sie mit elf Jahren, lebte in der Gosse, von Diebereien und dem Abfall der Wohlhabenden.“
„Eine solche als Zarija… groß muss der Dünkel der Ordensräte sein.“
„Allen Vorurteilen zum Trotz können die Slatts recht pragmatisch sein. Eine fähige Herrscherin ist sie, stabil das Zarijat unter ihren Händen. Die niederen Orden lieben sie, gilt sie doch als eine der Ihren.“
„Ein Mädchen aus der Gosse, adoptiert von ihrer Vorgängerin auf dem Thron. Wie hat diese in Alura nur die Herrscherin erkannt?“
„Einsam und hart ist das Leben ganz unten. Nicht anders als auf dem Gipfel.“
Degron nickte, trank vom Eejhl. Einsam war der Clansherr, Degron wusste es wohl. Vorbei die unbeschwerten Tage, da sie von der Zukunft als große Krieger geträumt und durch die Strassen Zakunthis gestreunt waren, um Lumas unter die kurzen Kleidchen zu blicken.
Die Nähe, die früher zwischen ihnen war, war einem distanziertem Respekt gewichen.
Aber so musste es wohl sein, Clansherr war der Freund jetzt, Diodarchor würde er werden, so alles gut ging. Hieß es nicht, auf dem Gipfel ist es immer einsam?
Merkwürdig, am Ende hatte Turon mit der blonden Schlampe auf der Weiber Thron mehr gemein als mit seinem zugeschworenen Schwertbruder.
„Sag, wie stehen die Dinge im Rat? Wird Raliras abtreten, den Weg für eine neue Wahl freimachen?“
„Es ist nicht verkündet, jedoch bereits beschlossen.“
„Die Mehrheitsverhältnisse?“
„Wäre morgen Wahl, dürftest Du mich Diodarchor nennen. Allein, es ist die Rede von einem Kompromiss, die widerstreitenden Parteien zu einen. Der Quart Hashter hat Jasperas von Galveka ins Spiel gebracht.“
„Jasperas? Besser als Dorn, aber wer wäre das nicht? Dennoch, das darf nicht geschehen. Alles beim Alten belassen würde der Meister der Khakumons, auf Ausgleich und die alten Wege ist er bedacht.“
„Manche meiner Verbündeten könnten ihn favorisieren. Ich gelte als allzu begierig auf Veränderungen, die jedem Clan Einschnitte in seine Privilegien bringen würden. Der Quart Hashter verzeiht mir nicht, dass er mir bei der Wahl des Lordcenturions unterlegen war. Deshalb würde er noch lange nicht zu Dorn überlaufen, wahnsinnig ist er nicht, doch Jasperas ist seine Idee, und er wird andere Clansherren überzeugen. Eine flinke Zunge hat er.“
„Er ist Quart Hashter, Eierdiebe allesamt.“
Degron spielte auf Quart Hashtas Wappentier, den Gasgyptosaurier – Eierdieb auf Terkonnisch – an. Turon nickte nur knapp, als hätte der Schwertbruder geäußert, alle Frauen sehnten sich heimlich nach Sklaverei – wovon nahezu jeder Terkonnier überzeugt war.
„Ich muss sehen, ob ich den Galveker überzeugen kann, zu verzichten. Er liebt sein Reittiere und Stallungen mehr als die Politik. Wer will es ihm verdenken. Ein Gelage, gutes Eejhl, ein saftiges Kriegerschnitzel, schöne Lumas, ein Ausritt unter den Sternen – ich werde etwas plaudern von der Last der Verantwortung, den Schwierigkeiten des Reiches, der Mühsal der Politik. Vielleicht überlegt er es sich dann noch einmal.“
„Ich laufe Gefahr, Dich tödlich zu beleidigen, doch Du bist verschlagen wie ein Weib.“
„In meinem Metier ist das leider ein Kompliment, bester Degron, und als solches nehme ich es, wenngleich ich Dich lieber mit dem Gladion bezwungen hätte. Der offene Kampf erfreut des Streiters Herz, nicht die Intrigen der Machtkämpfe. Doch es muss getan werden. Ich habe die Lage geprüft, die Optionen gewogen, und meinen Entschluss gefällt. Ich nehme die Herausforderung an.“
„Für Terkonnia.“
„Für Terkonnia. Darauf noch ein Eejihl. Luma!“