Читать книгу Das magische Buch 1 - Verzwickte Liebespuppen - Anne-Marie Donslund - Страница 12
Das T-Shirt
Оглавление„Wie siehst du denn aus?“ Helena zieht mich ins Haus. Ich bin durchnässt vom Regen. In dem Augenblick, in dem ich aus der Tür war, begann es wie aus Eimern zu gießen.
Der Eingangsbereich bei Helena ist weiß mit weißen Möbeln und weißen Gemälden. Weiß wie Helenas Zähne, weiß wie ihre Nägel. Ihre Haut aber ist schon sehr gebräunt, bestimmt Selbstbräuner, so viel hat die Sonne auch noch nicht geschienen.
Ich tropfe nasse Spuren durch das ganze Haus, bis Helena ein paar Handtücher für mich findet. Aber das macht nichts, sagt sie, dafür hätten sie ja das Au-pair. Und zum Kusmi-Tee und Erdbeeren servieren.
„Waren die Jungs da?“, fragt Julie und schlürft aus der dampfenden Tasse. Sie meint, ob ich sie gesehen habe, als ich am Skaterpark vorbeigefahren bin. Der liegt auf meinem Weg. „Im Regen?“ Helena zieht die Augenbrauen hoch. „Man kann nicht auf nassen Rampen skaten. Das hat Kasper selbst gesagt.“
Kasper, Kasper, Kasper. Ich will nichts von ihrem Kasper hören, wenn ich selber nicht so von ihm reden darf…
„Apropos“, grinst Julie. „Wir haben schon ein Vor-Geburtstagsgeschenk für dich.“
Helena klatscht sich in die Hände. Julie nimmt einen großen weißen Beutel hervor und zieht das Päckchen raus. Wir haben ein Schummelpäckchen gepackt; also das wirkliche Geschenk ist noch in einem anderen Geschenkkarton eingepackt. Vielleicht ist das kindisch, aber es ist auch sehr lustig.
„Nein, was kann das nur sein? Was ist es?“ Helena reißt das Papier ab. Sie hat rote Flecken am Hals und beißt sich auf die Zunge, so aufgeregt ist sie. Im Inneren ist ein weiteres Päckchen.
„Oh, ihr seid gemeine Schummler, da ist bestimmt gar nichts drin.“
„Doch, ein paar Bonbons“, sagt Julie.
„So eklige, wie die, die sie am letzten Schultag immer umherschmeißen“, sage ich.
„Verdammt, was ist denn das?“ Helena ist an das Innere des letzten Päckchens gekommen. Es ist noch in Zeitungspapier gewickelt, in den Sportteil. „Ihr seid doch verrückt, ich liebe euch!“, sagt sie, obwohl sie noch gar nicht weiß, was es ist.
„Wir lieben dich auch“, sagt Julie. „Nicht wahr, Cille?“
„Ja, klar“, sage ich und meine es auch. Helena ist zusammen mit Julie meine beste Freundin. Aber trotzdem kann es halt manchmal kompliziert sein.
Helena zieht das grüne T-Shirt aus dem Papier und runzelt die Stirn.
„Häh?“
Das T-Shirt ist ganz schön zerknittert, aber es kommt ihr schon irgendwie bekannt vor. Auf dem Rücken steht „Celtics“ und ganz groß die Nummer fünf. Jetzt geht ihr ein Licht auf. Sofort breitet sich eine rote Färbung über ihrem ganzen Gesicht aus und sie muss erstmal schlucken. Ihre Augen strahlen.
„Das habt ihr nicht getan!?“, flüstert sie und riecht am Shirt.
Julie lacht über’s ganze Gesicht. Ich versuche, mit zu lachen.
„Es riecht nach ihm. Riech mal“, flüstert Helena und streckt mir das T-Shirt entgegen. Ich halte meine Nase an den Stoff und selbst wenn es auch ein wenig nach Schweiß riecht, ist da ein Geruch, den nur Kasper hat. Alle anderen Jungs stinken nach alten Socken, aber Kasper duftet. Er riecht so unglaublich gut, ich muss direkt an das Meer, an blaue Wellen und weiße Strände mit Palmen denken. Nicht, dass ich jemals an so einem Ort gewesen wäre…
Julie holt eine Schere.
„Jetzt müssen wir einfach ein Stück abschneiden und in deine Puppe stecken.“
„Nee, wir können es doch nicht kaputt machen“, sagt Helena. „Er liebt dieses Shirt.“
„Wie willst du es denn sonst in die Puppe hineinbekommen?“
„Vielleicht…“ Helena krempelt das Innere des Shirts nach außen. „Hm, es sind keine Pflegehinweise drin… Aber vielleicht können wir was vom Rand abschneiden, da wo der Stoff umgenäht ist.“
„Ist es nicht ganz egal?“, fragt Julie. „Er bekommt es ja doch nicht wieder.“
Das macht Helena schrecklich wütend. Sie findet, Kasper soll sein T-Shirt wiederhaben, wenn er es doch so mag. Und so fangen Julie und sie richtig an, zu streiten.