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Basketball

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Wir spielen Basketball im Sportunterricht. Natürlich macht Helena bei den Mädchen die meisten Körbe, während es Kasper bei den Jungs ist. Ich selber treffe den Korb kein einziges Mal. Auch weil ich so müde bin. Die ganze Nacht musste ich an Julies Idee denken. Wenn Helena Kaspers T-Shirt in ihre Liebespuppe tun kann, will ich das auch. Alles andere wäre total unfair. Nur weil sie laut gesagt hat, dass sie auf ihn steht, hat sie doch nicht mehr Anspruch auf ihn als ich, oder?

Jetzt sitzen wir mit nassen Haaren im Biologieunterricht bei Hinkeheiner alias Herr Hain. Er fabelt wie gewöhnlich über das wilde Tierreich in Deutschland und macht dabei auch vor dem kleinsten Insekt nicht halt. Er will uns schon wieder klar machen, dass unsere Natur genauso beeindruckend und wild ist, wie die Afrikas, auch wenn wir keine Elefanten und Löwen haben – wir müssen nur einzoomen. Gerade geht es um die Feldmaus.

Helena, Julie und ich machen gleichzeitig unsere Mathehausaufgaben. Heimlich. Dann brauchen wir uns darum am Wochenende nicht mehr kümmern. Obwohl Julie irgendwie nicht die Aufgaben macht. Sie malt T-Shirts in mein Matheheft.

„Was ist das denn?“, flüstert Helena. Sie glaubt, wir haben ihr ein T-Shirt gekauft und hört gar nicht mehr auf damit, Marken zu raten. Sie ist unerträglich neugierig.

„Abercrombie&Fitch, Esprit, Dolce & Gabana, oder eins aus dem Skateladen in der Stadt?“

„Können sich die Damen vielleicht dazu bewegen, zuzuhören?“, meckert Hinkeheiner.

Wir sitzen in der einen Ecke der U-Anordnung der Tische. Auf der anderen Seite sitzen Kasper und die anderen Jungs und machen Blödsinn. Ab und an streift uns sein Blick, dann lacht er und wirft mit Radiergummies und Kreide. Mir ist aufgefallen, dass Helena sich den Kram in die Tasche steckt. Sie sammelt ihn, um ihn in ihre Liebespuppe zu tun, da bin ich mir ganz sicher. Ich konnte nur ein einziges Stückchen einstecken.

„Die Herren sind natürlich auch herzlich eingeladen, mitzumachen“, sagt Hinkeheiner. „Kasper, kannst du uns vielleicht sagen, was du über die Feldmaus weißt?“

„Äh“, sagt Kasper. „Naja, es ist die gewöhnlichste Maus bei uns, aber ganz harmlos. Und die können ganz viele Jungen kriegen. Ich glaube, so sieben Würfe im Jahr, mit jeweils ungefähr fünf Jungen.“

Hannes klopft Kasper auf den Rücken, lacht laut und macht das Sex-Zeichen mit den Fingern.

Fast alle fangen an zu lachen. Kaspers Wangen werden etwas rot. Es steht ihm.

„Ja, die müssen sich ranhalten“, sagt Hinkeheiner.

„Was ist eigentlich ihr Lieblingstier, Herr Hein?“ unterbricht ihn Helena. Das ist so eine Taktik, die sie hat, um die Lehrer dazu zu kriegen, über andere Sachen zu reden.

„Meins? Ja, also ich war schon immer schwer vom Zaunkönig fasziniert. Er ist eigentlich ein recht unscheinbarer kleiner Vogel, aber doch irgendwie sehr besonders. Er singt ganz herrlich und baut beeindruckende Nester. Ja, wir ihr wisst, habe ich meine Abschlussarbeit über ihn geschrieben und…“

Ich merke Julies Mund an meinem Ohr und lege eine Hand über mein Heft. Ich saß da und habe Herzen und Skateboards gezeichnet, ohne es richtig zu bemerken.

„Guck mal, Kaspers Sportsachen…“ Sie nickt rüber zu Kaspers ReWe-Beutel auf dem Boden. Er sieht dreckig und schon recht mitgenommen aus und Kaspers Basketballsachen fallen fast schon raus. „Wenn du Helena in der Pause ablenkst, dann schnappe ich sein T-Shirt.“

Ich klappe mein Heft zu und seufze. Sie will es tatsächlich stehlen?

„Oder andersherum?“, flüstert Julie. „Du kümmerst dich um das T-Shirt und ich mich um Helena.“

„Nee, ist schon ok“, sage ich schnell. Ich werde auf keinen Fall etwas klauen, erst recht nicht, um es dann Helena zu geben! Soll ich denn die Drecksarbeit für sie machen, nur damit sie es noch leichter hat, als einzige bei Kasper zu landen? Nein danke, da habe ich keine Lust drauf.

Und nicht auszudenken, wenn ich mit dem T-Shirt in der Hand erwischt werden würde. Das wäre unendlich peinlich. Ich verstehe nicht, wie Julie sich das nur traut.

Es klingelt schrill zur Pause.

„Ach, Mensch, jetzt haben wir nicht geschafft, den Lebenszyklus der Feldmaus durchzugehen. Ihr müsst bis zum nächsten Mal dann selbst von Seite 40 bis 53 lesen!“, schreit Hinkeheiner gegen den Lärm der Klasse, die sich in die Pause stürzt.

„Mission erfüllt“, sagt Helena und gibt mir einen High Five. „Da brauchten wir nicht mehr über die Vermehrung dieser Maus reden. Kommt ihr mit zur Rampe?“

Julie zeigt nach unten, reibt die Knie aneinander und formt mit den Lippen das Wort „Pinkeln“.

„Wir warten dort auf dich“, sagt Helena und zieht mit mir von dannen. Ich schaffe es gerade noch, einen Blick auf Julie zu werfen, die mir geheimnisvoll zuzwinkert.

Das magische Buch 1 - Verzwickte Liebespuppen

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