Читать книгу Das magische Buch 1 - Verzwickte Liebespuppen - Anne-Marie Donslund - Страница 8
Julies Idee
ОглавлениеJulie streckt auch noch ein Softeis vor. So etwas essen wir nicht, wenn Helena dabei ist. Nicht wegen dem Geld, sondern weil Helena solche Sachen nur zu bestimmten Anlässen isst. Sie achtet auf ihre Figur, sagt sie. Besonders seitdem sie diese Modellbilder hat machen lassen.
„Uh, mir kommt gerade die weltbeste Idee überhaupt“, sagt Julie mit dem Mund voller Eis.
„Mmm. Was denn?“ Ich denke immer noch an das Buch aus dem Kult und höre nicht richtig zu. Wenn wir nur etwas mehr Zeit gehabt hätten, es anzusehen, also das Buch. Es sah unglaublich spannend aus. Wenn ich doch nur genug Geld hätte, es für mich selbst zu kaufen. Aber das ist undenkbar. 70 Euro habe ich überhaupt nicht und das nächste Taschengeld schulde ich jetzt schon Julie.
Auf eine Art bin ich ganz froh, dass Helena das Buch nicht von uns bekommt. Dann hätte sie nur schon wieder eine supercoole Sache mehr, die ich nicht haben kann.
„Hey, hör mir doch mal zu!“ Julie zupft an meinem Ärmel. „Cecilie?“
„Ja, ja, ich höre zu.“
„Es ist einfach eine grandiose Idee! Wir klauen Klamotten von Kasper und packen sie für Helena ein. Für ihre Liebespuppe!“ Julies Augen strahlen vor Begeisterung über ihren eigenen Erfindungsgeist. Mir rutscht das Eis beinahe in den falschen Hals.
„Wie bitte? Das können wir doch nicht machen.“
„Doch, und wie wir das können“, sagt Julie. Sie kann gar nicht mehr still stehen und tanzt ein paar eigenartige Schritte hin und her. „Das ist ein mordsmässiges Geschenk! Verstehst du das nicht?! Helena traut sich ja nicht, selbst etwas zu klauen. Aber wenn wir das für sie machen und es ihr als Geburtstagsgeschenk geben, dann kann sie es in ihre Liebespuppen tun. Und dann kann sie bei der Party sehen, ob es klappt.“
„Dann hätten wir 32,90 Euro sparen können“, murre ich.
„Hör auf, so geizig zu sein. Helena kauft immer riesige Geschenke für uns.“
Sie hat ja recht. Aber das ist es ja gerade, was es so verflixt mit Helena macht. Eigentlich ist sie super lieb und deshalb kann man nicht wirklich sauer auf sie sein. Aber sie bekommt halt immer alles und nun sollen wir ihr obendrein auch noch dabei helfen, Kasper zu kriegen.
„Wir haben morgen Sport. In der großen Pause, wenn die Jungs an der Rampe sind, stibitzen wir Kaspers benutztes T-Shirt“, fährt Julie fort.
„Dann ist es auch voller Kasper-Schweiß“, flüstere ich so leise, dass ich es fast selbst nicht hören kann. „Dann klappt es bestimmt noch viel besser.“
„Ich bin einfach genial, wenn ich mir nur etwas Mühe gebe“, feiert sich Julie selbst und tanzt noch ein paar weitere bizarre Ballettschritte in Richtung H&M.
„Kommst du mit rein? Ich will nur mal gucken, ob sie noch diese silberne Bluse haben, die ich mir wünsche.“