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Liebespuppen

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Ich hatte letzten Monat Geburtstag und habe natürlich nur mit den Mädchen gefeiert. Nachmittags. Ich glaube, an einem Mittwoch. Und es hat geregnet. Dabei hatte ich mir extra viel Mühe mit allem gegeben. Aber verglichen mit all dem, was Helena veranstaltet, ist mir schon klar, dass es in Wirklichkeit nichts Besonderes war.

Meine Einladungen, zum Beispiel, waren offensichtlich so last year. Kurz bevor ich sie austeilte, hat Helena erzählt, dass sie ihre pinke Tasche aussortiert und eine graue gekauft hat, weil Pink jetzt einfach total out ist.

Meine Einladungen waren natürlich pink. Ich hatte sie selbst gemacht und mit dem neuen Drucker auf Papas Arbeit ausgedruckt.

Aber das war nicht das Schlimmste. Das Schlimmste, wenn man das so nennen kann, war, dass ich von Helena und Julie genau das bekam, was ich mir gewünscht hatte. Dadurch kam nämlich erst die ganze Sache mit Kasper ans Licht.

Ich hatte mir ein paar Liebespuppen gewünscht aus einem Laden, der Kult heißt. Das ist der abgefahrenste Hokus-Pokus-Laden überhaupt und wir, Helena, Julie und ich, lieben ihn. Manchmal, nach der Schule, stöbern wir stundenlang dort herum und glotzen Pendel, magische Zeichen und ausgefallene Tücher an und stellen uns vor, dass wir einem richtigen Hexenkult angehören, der bei Vollmond zaubert und allerhand Kräuter über einem Feuer zusammenbraut.

An so einem Tag entdeckten wir auch die Liebespuppen. Sie waren ganz schlicht aus Filz und ohne Gesicht. In die eine sollte man etwas von seinen eigenen Klamotten tun. Und in die andere sollte man etwas Kleidung von demjenigen, in den man verliebt ist, stopfen. Aber Julie und Helena lachten nur und fanden es eine sinnlose Idee, zumal ich ja noch nicht mal in jemanden verliebt wäre. Das war meine erste Gelegenheit, ihnen das mit Kasper zu sagen, aber die habe ich verpasst.

An meinem Geburtstag zogen mich Helena und Julie dann mit ins Bad. Die anderen Mädchen spielten „Wahrheit oder Pflicht“ im Wohnzimmer.

Wir saßen zum Geschenke auspacken auf dem Boden. Es waren Sterne auf dem Papier und ein Duft von Lavendel, den ich aus dem KULT-Laden wiedererkannte.

„Ich liebe euer Badezimmer“, sagte Helena. „Diese Fliesen sind jetzt wieder der letzte Schrei. Und es ist immer so schön sauber hier. Unser Au-pair ist einfach zu faul. Das meint meine Mutter auch. Bist du nicht total gespannt?“

Noch bevor ich das Papier ganz abhatte, holten die beiden ihre eigenen Puppen hervor. So saßen wir also da mit sechs flachen Stoffpuppen, die darauf warteten, gefüllt zu werden.

„Jetzt müssen wir sagen, in wen wir verliebt sind“, sagte Helena und wurde so knallrot im Gesicht, dass Julie und ich zu lachen anfingen. Helena war sonst nichts peinlich, sie musste richtig verliebt sein.

Das war ich auch. Jedes Mal, wenn ich Kasper ansah, schlug mein Herz höher und in meinem Bauch kribbelte es ganz irrsinnig. Seine leuchtend grünen Augen und das zerzauste Haar, wenn er mit dem Skateboard unter dem Arm von der Pause hereinkam - das hatte schon was.

„Also ich finde, Sophus und Cille passen gut zusammen“, lenkte Helena ab. „Ihr seid beide so lieb und fröhlich mit euren Locken und den braunen Augen.“

„Er ist aber überhaupt nicht mein Typ“, sagte ich. Und das ist er auch nicht.

Sophus ist schon nett, aber zum verlieben? Forget it!

„Ok, aber Julie und Hannes passen gut zueinander. Er ist schon ziemlich süß, nicht, Julchen?“, machte Helena einfach weiter.

„Nee, überhaupt nicht“, sagte Julie und zupfte etwas an ihren Puppen rum. „Aber du stehst so was von auf Kasper, Helena!“ rief sie dann und lachte ganz laut und ich lachte mit. Aber nicht richtig, mein Lachen war falsch und meine Zunge fing plötzlich an zu jucken. Helena versteckte ihr Gesicht hinter ihren Puppen, weil sie so extrem rot geworden war, aber sie nickte und kicherte.

„Oh nein. Fällt das wirklich so dolle auf?“, quietschte sie dann und ließ sich auf den Rücken fallen, beinahe mit dem Kopf gegen die Kloschüssel.

Es fühlte sich so an, als hätte ich Juckpulver im Hals und als Helena und Julie wieder zu den anderen gingen, blieb ich noch im Bad, um ganz viel Wasser zu trinken.

Ich hatte es also nicht fertig gebracht, ihnen zu sagen, dass ich auch in Kasper verliebt bin und das, obwohl wir sonst nie Geheimnisse voreinander haben. Aber es ist auch ganz egal; ich kann ihn genauso gut vergessen. Ich hätte niemals eine Chance, weil alle doch wissen, dass Helena eine ganz andere Liga ist. Sie bekommt immer, was sie will und es wäre einfach nur lächerlich, wenn ich, nachdem sie es gesagt hat, sagen würde, dass ich auch verrückt nach ihm bin.

Aber so leicht ist das nicht, ihn zu vergessen. Ich sehe ihn ja jeden Tag in der Schule und ich kann überhaupt nicht aufhören, an ihn zu denken.

Deshalb ist es eben auch nicht so toll für mich, wenn die Jungs auch bei Helenas Geburtstag dabei sind. Sie wird garantiert versuchen, auf der Party mit ihm zusammen zu kommen. Und das wird sicherlich ein leichtes Spiel für sie.

Das magische Buch 1 - Verzwickte Liebespuppen

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