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Funktionelle Anatomie des M. psoas
ОглавлениеDieser Abschnitt befasst sich mit dem PMj und PMn als den beiden Bestandteilen des Psoas-Komplexes. Da der PMj bei Fehlen des PMn den oberen Schambeinast mit Muskelfasern versorgt (Stecco 2015, Myers 2014), werden in diesem Abschnitt die kombinierten Aktivitäten dieser Muskeln erklärt. Von da an wird auf den M. psoas major und den M. psoas minor gemeinsam einfach als auf den M. psoas oder Psoas Bezug genommen. >Wegen seiner Lokalisierung tief in der Bauchhöhle gibt es nur begrenzte in vivo-Studien (am lebenden Körper) über diesen Muskel. Die meisten allgemein anerkannten Erkenntnisse über die Funktionen des M. psoas wurden aus Studien an Leichen gewonnen, was diese Funktionen folglich darauf beschränkt, was geschieht, wenn das distale Ende des Muskels (Muskelansatz) näher an das proximale Ende des Muskels (Ursprung) gebracht wird oder umgekehrt.
Die meiste Literatur zeigt daher die folgenden, allgemein anerkannten Aufgaben des M. psoas auf:
•Hüftflexion und Rotation nach außen als Open-Chain-Bewegung, d.h. die Bewegung des Femur um das feststehende Becken.
•Wirbelsäulenflexion als Closed-Chain-Bewegung, d.h. die Bewegung des Beckens über die Hüftköpfe bei feststehenden Beinen.
Es wurde auch geäußert, dass der Psoas als Teil des »Iliopsoas-Komplexes« der einzige Muskel sei, der die Hüfte bis ans Ende des Bewegungsumfangs der Hüftflexion beugen kann (Sahrmann 2002).
Gemeinhin wurde gelehrt, dass der Psoas der Muskel ist, der primär zu einer Beckenkippung nach vorne und zu einer erhöhten Lumballordose beiträgt. Der Einfluss des Psoas auf die Stellung des Beckens und der Lendenwirbelsäule wird weiter unten untersucht.