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2.3 Makroniveau

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Das Bewusstsein für eine Kontingenzsteigerung auf Makroniveau ist in den letzten Jahren deutlich angestiegen. Als Reaktionen auf Wirtschaftskrise, atomaren GAU, Klimaerwärmung und verschiedene militärische Krisenherde nehmen Menschen ihre Verantwortung für Solidarität, Frieden und Gerechtigkeit sowie für die Wahrung sozialer und natürlicher Ressourcen auf der Erde in der Öffentlichkeit wahr. Der gesellschaftliche und weltpolitische Konflikt entsteht aus der kontingenten Tragik, einerseits die Notwendigkeit zu sehen, sich für eigene Machtansprüche, Wirtschaftsinteressen und ethische und politische Grundprinzipien einsetzen zu müssen (Öl, Wirtschaftskrise, Menschenrechte etc.), und andererseits die Unmöglichkeit zu akzeptieren, sich für diesen notwendigen Einsatz nicht ohne Waffengewalt in anderen Ländern engagieren zu können. Der atomare GAU 2011 in Japan zeigte sogar die Notwendigkeit auf, der schrecklichen Möglichkeit der Erwartung entgegentreten zu müssen, dass es jenseits kontingenten menschlichen Handelns (zukünftige Energieerzeugung mit Kernenergie) keinen kontingenten Handlungsbereich menschlichen Denkens und Handelns mehr geben kann.

Nimmt man das Kontingenztheorem ernst, kann ihre spätmoderne Ausprägung nicht vor dem Wissenschaftsbetrieb Halt machen. Kontingenz als Handlungs- und Zufallsbereich muss auch epistemologisch als fester Bestandteil jeder wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit menschlichem Handeln fungieren. Jede wissenschaftliche Abhandlung sollte in einem selbstreflexiven Teil die Brüchigkeit und Perspektivität des eigenen Ansatzes und Blickwinkels berücksichtigen.

Praktische Theologie in der Spätmoderne

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