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Das aber, was im Anfange des Psalmes steht, paßt durchaus nicht auf seine Person und zu seiner Würde; und diese unvorsichtige Leichtfertigkeit, mit welcher jenes behauptet wird, widerlegen eben jene Worte, welche in dem Psalme enthalten sind. Denn da es heißt: „Und welcher an dem Gesetze des Herrn seine Lust hat,“ wie kann, da das Gesetz durch den Sohn Gottes gegeben ist, auf ihn darum die Seligkeit bezogen werden, weil er an dem Gesetze des Herrn seine Lust hat, da er selbst der Herr des Gesetzes ist? Daß aber das Gesetz von ihm sey, hat er im sieben und siebenzigsten Psalm selbst bezeugt, mit den Worten:24 „Habet Acht, mein Volk, aus mein Gesetz; neiget euere Ohren zu den Worten meines Mundes. Ich will aufthun in Gleichnissen meinen Mund.“ Und daß dieses von ihm selbst gesagt wurde, bestätiget der Evangelist Matthäus, indem er sagt:25 „Darum redete er in Gleichnissen, auf daß erfüllt wurde, was gesagt ist: Ich will aufthun in Gleichnissen meinen Mund.“ Somit hat der Herr seine Weissagung wirklich erfüllt. Denn er hat in den Gleichnissen, in welchen er zu reden versprochen hatte, geredet. Hinsichtlich dessen aber, daß er sagt: „Und er wird seyn wie ein Baum, welcher an dem Laufe der Gewässer gepflanzt ist;“ (hierin wird nämlich vergleichungsweise die fortschreitende Erhöhung der Seligkeit angezeigt), entsteht die Frage: Wie wird man dieses seiner Person anpassen können, daß ein gepflanzter Baum seliger wäre, als der Sohn Gottes, so daß er deßwegen selig wäre, weil er einmal durch die Zunahme der Seligkeit die Gleichheit mit demselben erreichen würde? Da er ferners nach dem Ausspruche der Weisheit und des Apostels vor den Jahrhunderten und vor ewigen Zeiten ist, und der Erstgeborne der ganzen Schöpfung, und da in ihm und durch ihn alles geschaffen ist; wie ist er denn, wenn er den Dingen, die von ihm gemacht worden sind, gleich werden wird, glückselig? da weder die Natur des Schöpfers zur Vollkommenheit ihrer Seligkeit der Vergleichung mit einem Geschöpfe bedarf, noch das Alter des Erstgebornen darin, daß er wie ein Baum seyn wird, die Zeit der verkehrten Vergleichung zuläßt. Denn von dem, was erst in einer zu erwartenden Zeit seyn wird, kann man nicht annehmen, daß es entweder gewesen, oder schon in der Natur vorhanden sey. Was aber bereits ist, das bedarf keines Aufschubes der Zeit, um zu dem, was es seyn wird, den Anfang zu machen, weil es durch das hohe Alter seines Beginnes schon fortwährend besteht.

Abhandlungen über die Psalmen, Band 1

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