Читать книгу Abhandlungen über die Psalmen, Band 1 - Hilarius von Poitiers - Страница 44
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ОглавлениеDiesem Baume also wird jener selige Mann ähnlich werden, wenn er, wie der in das Paradies eingeführte Mörder, an dem Laufe der Gewässer gepflanzt, und wenn jene selige neue Pflanzung, welche nicht wird ausgerottet werden, vorgenommen wird, jene Pflanzung, welche der Herr in den Evangelien andeutet, wo er sich über die fremde Pflanzung beklagt, mit den Worten:34 „Jede Pflanze, welche nicht mein himmlischer Vater gepflanzet hat, wird von der Wurzel ausgerottet werden.“ Dieser Baum also wird seine Früchte geben. Ueberall aber, wo das göttliche Wort etwas über die Früchte der Bäume erwähnt, sagt es, daß diese vielmehr Früchte bringen (facere), als geben (dare) indem es heißt:35 „Ein guter Baum kann nicht schlechte Früchte bringen,“ und wo nach dem Isaias über den Weinstock geklagt wird, spricht er:36 „Ich habe erwartet, daß er Trauben hervor bringen werde, er aber brachte Dörner hervor.“ Dieser Baum also wird seine Früchte geben, und sich im Geben nach Beurtheilung und Vernunft richten. Denn er wird sie zu seiner Zeit geben. Und zu was denn für einer Zeit? Nämlich in der, von welcher der heilige Apostel spricht:37 „Damit er euch das Geheimniß seines Willens kund thun möchte, was er nach seinem Wohlgefallen durch ihn zu thun bei sich beschlossen hat, bei dem Eintritte des bestimmten Vollalters der Zeiten.“ Dieses nun ist die Zeit der Anordnung, wo die gehörige Zeit zum Empfangen und zum Geben richtig gewählt wird, indem es seine Zeit seyn wird, daß die empfangen, denen er geben wird. Die Verzögerung der Zeit aber hängt von dem Vollalter der Zeiten ab. Denn die Austheilung der Frucht, welche gegeben werden soll, wird dem Vollalter der Zeiten vorbehalten. Und was wird dann dieses für eine Frucht seyn, welche ausgetheilt werden soll? Nämlich diejenige, von welcher derselbe Apostel Meldung macht, wenn er spricht:38 „Und er wird unsern niedrigen Leib umgestalten, und seinem verherrlichten Leibe ähnlich machen.“ Diese seine Früchte also wird er uns geben, welche er schon in dem Menschen, den er angenommen hat, und welcher durch den Baum bezeichnet wird, vollendet hat, in dem Menschen, welchen er mit der Natur seiner Unsterblichkeit, nach der Vertilgung der Sterblichkeit, verbunden hat. Wie dieser Baum also wird jener selige Mann seyn, wenn er in der Herrlichkeit Gottes seinem Herrn ähnlich gestaltet erscheinen wird.