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TOM

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Ich stehe in meiner Küche und mariniere das Grillfleisch für heute Abend, als Ella an meinem Haus vorbeifährt und in ihrer Auffahrt parkt. Als ich fertig bin, stelle ich das Fleisch abgedeckt in den Kühlschrank und schnappe mir Joker. Ich nehme ihn an die Leine und gehe mit ihm noch eine Runde spazieren - unsere große Runde durch den Wald. Heute ist wieder so ein toller Sommertag, perfekt zum Grillen. Der Sommer ist mir wirklich die liebste Jahreszeit, denn dann kann man die meiste Zeit in der Natur verbringen. Wir schlendern nach einer guten Dreiviertelstunde den Waldweg, der ganz in der Nähe unseres Hauses entlangführt, zurück. Dabei kommt mir der Gedanke, dass ich den Grill schon mal auf die Terrasse stellen und bei Ella klopfen könnte, um ihr den Zwerg zu überreichen. Nachdem ich Joker frisches Wasser in seinen Napf gefüllt habe und sein Trockenfutter auch wieder vorrätig ist, rolle ich meinen Gasgrill aus der Garage, dann den Weg hinunter in den Garten.

Ich gehe noch einmal in die Garage zurück, um schließlich den bayrisch wirkenden Gartenzwerg zu holen. Sogar eine große Schleife habe ich ihm noch drumgebunden und so mache ich mich mit meinem Geschenk auf den Weg zu Ella. Zögerlich betrete ich ihre Seite des Grundstückes. Da ihre Terrassentür offen steht und ich laute Musik höre, trete ich näher.

Ich stelle den Zwerg auf den kleinen Tisch, der vor den Strandkörben steht und klopfe an die geöffnete Glastür. Eigentlich ist es mir klar, dass sie bei der Lautstärke der Musik nichts hören kann, doch ihr Anblick fesselt mich. Von der Terrassentür aus sieht man in die offene Wohnküche. Ella steht mir - den Rücken zugewandt - an ihrer Küchenzeile. Ich sehe den kleinen Fernseher, der ein Musikvideo abspielt. Ella tanzt im Takt und singt, was das Zeug hält, während sie ihre Küchenarbeit erledigt. Sie singt so schief, dass ich lachen muss. Mit ihrem knackigen Po, der heute in einer sehr kurzen Hose steckt, wackelt sie zu ‚Baby One More Time‘. Ich muss heftig schlucken, denn ihre Beine sind echt gut trainiert und die Pobacken knackig und fest. Sie sieht echt hammermäßig aus. Absolut gut gebaut, das muss ich zugeben. Einfach ein Traum. Wie mache ich mich jetzt am besten bemerkbar, ohne sie dabei zu erschrecken?, rast es durch meine Gedanken und lässt mich erneut schwer schlucken. In diesem Moment dreht sich Ella - in voller Aktion - um ihre eigene Achse, hält die Spülbürste als Mikrofon vor ihren Mund, und schaut mir direkt in die Augen. Dabei schreit sie vor Schreck so laut auf, dass es auch mir einen Ruck versetzt.

Sie verliert das Gleichgewicht, stolpert und landet auf ihrem Po. Ihrem Gesichtsausdruck nach zu urteilen, müssen die Fliesen echt hart sein. Schnell laufe ich zu ihr, reiche ihr meine beiden Hände, die sie zum Glück erfasst, und helfe ihr auf. Mit schmerzverzerrtem Gesicht reibt sie sich über ihre Pobacken. Als ich die Fernbedienung auf ihrer Arbeitsplatte sehe, greife ich danach und schalte den Fernseher aus, um mit ihr reden zu können. »O Gott, Ella, es tut mir so leid, ich wollte dich nicht erschrecken. Du hattest nicht auf mein Klopfen reagiert und dann habe ich deine wunderbare Tanzeinlage gesehen.« Peinlich berührt fällt mir Ella ins Wort und hält sich die Hände vor ihr Gesicht.

»O nein, du hast mein ganzes Rumgehampel mit angesehen? Das ist ja soooo peinlich!« Mir geht die ganze Szene noch mal durch den Kopf. »Keine Sorge, Britney, ich sag es niemanden«, entgegne ich ihr mit einem verschmitzten Schmunzeln. Jetzt muss ich aus vollem Halse lachen, da mir Ellas Gesichtsausdruck, als sie ihre Hände sinken lässt und zu mir aufschaut, den Rest gibt. Als meine Antwort bei ihr angekommen zu sein scheint, muss auch Ella laut lachen. »Du Blödmann«, gibt sie gespielt beleidigt zurück und haut mir auf meine Brust. Reflexartig fasse ich nach ihrer Hand. Sie hat so schöne Hände und eine so weiche Haut, stelle ich in Gedanken fest. Als sie realisiert, dass ich ihre Hand in meiner halte, hört sie auf zu lachen und schaut mich mit ihren großen braunen Kulleraugen schüchtern an. Ella geht mir bis zu meinem Kinn. Mein Blick wandert von ihren Augen über ihre Nase und zu ihrem Mund. Ihre weichen Lippen sehen so einladend aus. Ich merke, wie auch Ella meine Lippen anschaut. Der ganze Raum scheint in diesem Moment wie elektrisch aufgeladen zu knistern. »Ich habe etwas für dich«, platzt es schnell aus mir heraus, da ich zu feige bin, sie hier und jetzt einfach zu küssen. Ella schaut mir in die Augen und zieht fragend eine ihrer perfekt geschwungenen Augenbrauen nach oben. »So? Was denn?« Ich ziehe sie hinter mir her in Richtung Garten, ohne dabei ihre Hand loszulassen. Als wir auf die Terrasse treten, bleiben wir stehen. »Ich habe Herbert-Ersatz beschafft, als Wiedergutmachung sozusagen!« Jetzt ist es Ella, die sich vor Lachen nicht mehr einkriegt. »Du bist ja der Hammer, aber ich muss dich enttäuschen«, sagt sie dann in einem todernsten Tonfall zu mir. Perplex schaue ich sie an. »Wieso, was stimmt denn nicht?« »Ja, bist du denn blind? Herbert, der Name passt ja wohl gar nicht, der hier mit seiner Lederhose muss ja mindestens Sepp oder Alois heißen.« Als ich checke, was sie meint, atme ich erleichtert aus und muss schmunzeln. »Ja, da hast du wohl recht.« Ella dreht sich mir ganz zu und ein schüchternes »Danke, für Alois!« kommt über ihre Lippen. Ich schaue tief in ihre Augen, die den dunklen Ton von Kakao angenommen haben, und sage: »Gerne.« Mit meiner rechten Hand streiche ich ihr eine lose Strähne hinters Ohr, die sich bei ihrer Tanzeinlage aus ihrem Zopf gelöst haben muss.

Gartenzwerge küsst man nicht

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