Читать книгу Superpower für die Wechseljahre - Maisie Hill - Страница 24
Eierstöcke
ОглавлениеDie Eierstöcke sind zwei perlfarbene Drüsen, die sich an beiden Seiten der Gebärmutter befinden, unmittelbar unter den Enden der Eileiter. Sie werden durch Bänder, die mit der Gebärmutter und der Beckenwand verbunden sind, an Ort und Stelle gehalten. Die Eierstöcke erfüllen zwei Funktionen: In jedem Menstruationszyklus erzeugen sie ein reifes Ei, das beim Eisprung freigesetzt wird, und sie erzeugen Hormone wie Östradiol (die Form des Östrogens, die wir am besten kennen), Testosteron, Progesteron und Inhibin, die alle eine Rolle beim Tanz der Hormone im Menstruationszyklus spielen und zudem für Ihre Gesundheit und Ihr Wohlbefinden wichtig sind.
Im Gegensatz zu Spermien, die von der Pubertät an regelmäßig produziert werden, ist die Anzahl an Follikeln begrenzt. Sie werden bereits mit der vollen Anzahl an Eizellen geboren, die Sie jemals besitzen werden. Mit abnehmender Anzahl an Follikeln sinkt auch die Fähigkeit Ihrer Zellen, Östrogen (Östradiol), Progesteron, Testosteron und einen Teil des „Mutterhormons“ DHEA zu produzieren, aus dem einige andere Hormone hergestellt werden. Das Progesteron sinkt häufig schneller ab als die anderen Hormone, weil seine Produktion davon abhängt, dass ein Eisprung stattfindet. Mit zunehmendem Alter nimmt die Anzahl der Zyklen ohne Eisprung zu, in denen dann natürlich auch kein Progesteron gebildet wird.
Es ist zudem wahrscheinlich, dass die Follikelzellen im Alter weniger aufnahmebereit für die Signale der HHO-Hormonachse (Hypothalamus-Hypophyse-Ovar, engl. auch HPO für Hypothalamic-Pituitary-Ovarian) werden. Neben der nachlassenden Eierstockfunktion spielt also auch das zentrale Nervensystem eine Rolle oder, anders gesagt, Ihr famoses Gehirn.
Die Eierstöcke schrumpfen im Übrigen auch. Vor der Menopause haben sie in etwa die Größe von ungeschälten Mandeln (3–4 Zentimeter). Nach der Menopause bewegen wir uns eher im Blaubeerbereich (0,5–1 Zentimeter). Je älter Sie werden, umso kleiner werden Ihre Eierstöcke – was natürlich nicht heißt, dass sie sich irgendwann komplett auflösen. Auch erfüllen sie nach Ausbleiben eines Eisprungs durchaus noch eine Funktion. Während der Menopause geben Ihre Eierstöcke weiterhin Testosteron und Androstendion ab, die beide in Östrogene umgewandelt werden können. Ihre Eierstöcke produzieren nach der Menopause noch etwa 10 Jahre lang Androgene. Wenn es also keinen eindeutigen medizinischen Grund gibt, sie zu entfernen, dann sollten Sie sie besser behalten.16
Und als wäre all das noch nicht genug, können die Muskeln, die Ihren Beckenboden bilden, ebenfalls an Tonus verlieren, sodass Vagina, Uterus oder Blase aus ihrer gewohnten Position fallen, was man dann als Senkung oder Prolaps bezeichnet. Ich weiß, das klingt ganz schön hart, aber ich kann Ihnen gleichzeitig versichern, dass man eine Menge tun kann, um die unangenehmen Symptome zu verbessern; mehr dazu finden Sie in den jeweiligen Kapiteln. Nachdem wir uns nun angesehen haben, was anatomisch so passiert, schauen wir uns als Nächstes bei den Hormonen um.