Читать книгу Mut zum Genuss - Marlies Gruber - Страница 5
VORWORT
ОглавлениеSich mit Genuss zu beschäftigen, finde ich genussvoll. Und ich beschäftige mich schon einige Jahre mit dem Thema. Anfänglich war ich skeptisch, ob Genuss denn etwas gar Oberflächliches ist. Bei der Durchführung und der Sichtung der Ergebnisse des Ersten Österreichischen Genussbarometers, einer Umfrage mit 2000 Personen zu ihrem Genussverständnis und den wesentlichen Faktoren für das Genießen, wurde schnell klar: Genießen ist nicht nur Spaß, Genießen kann eine ernste Sache sein. Wissenschaftliche Untersuchungen zu dem Thema häufen sich. Das war 2010 auch Anlass, den ersten Genuss-Kongress zu organisieren: Wenn es sonst beim Thema Essen vorrangig um das WAS geht, stand hier das WIE zur Diskussion – nicht die Hard Facts, sondern die Soft Skills. Wie sehr Soft Skills das Leben glätten können, kennen wir aus vielen anderen Bereichen. Genießen zu können, hat großes Potenzial: Es lässt einen gelassener, optimistischer, froher, kreativer, ausgeglichener und schließlich auch gesünder durchs Leben gehen.
Der Großteil der Befragten gibt an, ein Genussmensch zu sein. Schaut man genau hin, zeigt sich, dass sieben von zehn zwar gerne genießen, aber das nicht völlig genießen können. Das schlechte Gewissen macht ihnen einen Strich durch die Rechnung. Oftmals gründet es auf falschen Annahmen über »gesund« und »ungesund«, oft in tief verankerten Selbstrestriktionen, gesellschaftlichen Geboten und Verboten oder auf unmündigen Entscheidungen. Es ist definitiv nicht leicht. Genießen zu lernen gleicht dem Erlernen einer Lebenskunst. Selbst wer schon gut unterwegs ist, kann immer noch ein we nig nachlegen, Neues entdecken, Neues erfahren. Es gibt also immer Luft nach oben.
Dabei kann sich Genießen über zahlreiche Lebensbereiche erstrecken. Entscheidend dafür, ob wir etwas als genussvoll wahrnehmen, sind in erster Linie unsere grundlegende Haltung und Einstellung, unser Denken, unsere Erwartungen, auch unsere Aufmerksamkeit und Wahrnehmung über unsere Sinne. Wie unterscheidet sich Genuss von Lust, von Gier, von Sucht? Viele Basics in dem Buch sind allgemein gehalten und lassen sich auf etliche Erfahrungswelten umlegen. Der Haupttenor liegt jedoch beim Essen und Trinken – aus zwei Gründen: Zum einen, weil das die Themen sind, mit denen ich mein Brot verdiene. Zum anderen bildet Kulinarik eine fantastische Ressource für das Genießen. Und das tagtäglich.
Tauchen Sie ein in eine lukullische Welt!