Читать книгу Die Katze – 360 Grad - Monika Weßeling - Страница 17
Rasseporträt »Siamkatze« Was unterscheidet die Siamkatze von anderen Katzenrassen?
ОглавлениеDie Siamkatze gehört zu den am meisten verbreiteten und bekannten Rassekatzen. Der thailändische Name bedeutet „Monddiamant“. Die Vorfahren der Siamkatze stammen aus dem südostasiatischen Siam, dem heutigen Thailand.
Die Siamkatze gehört neben der Perserkatze zu den ältesten Katzenrassen der Welt. Sie stammt wahrscheinlich aus dem 14. Jahrhundert und wurde bereits damals als wertvolles Tier geschätzt. Sie wohnte in Klöstern und hatte ihr Zuhause beim Adel. Sie soll dem Glauben nach fähig gewesen sein, die Seelen verstorbener Menschen in sich aufzunehmen. 1871 kamen die ersten Siamkatzen nach England und etwa ab 1890 wurde mit der Zucht begonnen.
Die ersten Rassestandards beinhalteten noch den Knickschwanz und das Schielen, das ist heute jedoch ein schwerer Fehler. Eine Rassekatze, die einen Knickschwanz hat, kann keinen Titel bekommen und ist nicht zur Zucht zugelassen. Der Sage nach kam das Schielen deshalb zustande, weil die Siamkatze den Tempelschatz aus allen Richtungen bewachen und daher mit den Augen überall dabei sein musste. Der Knickschwanz hingegen diente dazu, Schmuck, also Armreifen u. ä., aufzunehmen.
Schielen kommt bei den Siamkatzen jedoch noch heute gelegentlich vor, ebenso wie bei anderen Pointkatzen. Dies hängt damit zusammen, dass die Siamkatze ein Teilalbino ist.
In den 80er und 90er Jahren kam es zu der Unterscheidung des „modernen Typs“ der Siamkatze und dem „traditionellen Typ“, der Thaikatze. Die Thaikatze ist etwas rundlicher, sowohl vom Körperbau als auch vom Kopf her.
Die Siamkatze hat einen langen, schlanken, muskulösen und eleganten Körper und leuchtend blaue, sehr intensive Augen. Die Ohren sind groß und haben eine spitze Form. Besonders bei den jungen Kätzchen wirken die Ohren im Gegensatz zu dem Rest des Körpers riesig. Das Fell ist kurz, seidig und glänzend. Sie hat keine Unterwolle, daher braucht sie diesbezüglich kaum Pflege und muss nur selten gebürstet werden.
Das Fell weist Abzeichen (Points) auf. Points bedeuten, dass die „Maske“ (Gesicht), die Ohren, die Beine, die Füße und der Schwanz eine andere, dunklere Farbe haben als der Rest des Körpers. Die Lilac-Point-Siamkatze hat als Körperfarbe ein gebrochenes Weiß, die Abzeichen sind hellgrau, die Nasen- und Pfotenfarbe ist blasslila/-grau.
Die Standardfarben teilen sich in viele Farb- und Musterungsvarianten. Es gibt Tortie- und Tabby-Musterungen. Die „Torties“ sind bekannt als besonders heikle und pingelige Katzen, die recht zickig und eigen sein können. Sie sind schnell beleidigt. Der Spitzname für sie ist „Torte“.
Je jünger die Siamkatze ist, desto heller ist das Fell. Die Abzeichen und Farben bilden sich erst nach und nach, etwa bis zum ersten Lebensjahr, aus. Danach dunkeln die Katzen noch nach, meistens am Rücken. Der Schwanz ist lang und dünn. Die Pfoten sind klein und zart.
Die weiblichen Katzen wiegen etwa zwischen drei und vier Kilogramm. Es kann noch schmalere Vertreterinnen geben. Die Kater wiegen zwischen vier und fünf Kilogramm.
Die Siamkatze gilt als sehr menschenbezogen, hochintelligent und als sehr dickköpfig. Sie kann sehr dominant und fordernd sein. Sie hat, oft bis ins hohe Alter, einen hohen Spieltrieb und eine recht laute Stimme. Sie erzählt sehr viel, sie ist äußerst kommunikativ. Sie kann eine richtige Plaudertasche sein, das begleitet das Heranschleppen von Spielzeug. Siamkatzen apportieren häufig und gurren dabei. Sie folgen ihrem Menschen auf Schritt und Tritt und kuscheln sehr gerne.
Die Siamkatze will überall dabei sein und braucht Beschäftigung. Der Großteil dieser Katzen ist für das Clickertraining zu begeistern. Beschäftigungs- und Intelligenzspielzeug begreifen die Tiere äußerst schnell und lieben diese Möglichkeiten.
Siamkatzen können einen Menschen auf eine besondere Art und Weise für sich erobern. Vielleicht liegt es an ihrem tiefgründigen und intelligenten Blick aus den strahlend blauen Augen, dass viele Menschen ihrem Charme sofort erliegen.
Sie sollten nicht als Einzelkatze gehalten werden, sie sind absolut sozial veranlagt. Sie spielen gerne mit ihren Artgenossen und lieben es, sich gegenseitig zu putzen. Oft sind Siamkatzen auf „einem Haufen“ zu finden. Sie sind es von klein auf gewohnt, von Artgenossen umgeben zu sein, mit denen sie ihren Spiel- und Jagdtrieb ausleben können. Nur Orientalen zeigen dieses Gruppenverhalten. Das ähnelt einem Löwenrudel.
Das ausgeprägte Sozialverhalten erklärt sich auch durch die hohen Wurfzahlen. Siamkatzen gebären durchschnittlich vier bis sechs Katzen. Es können gelegentlich deutlich mehr sein. Diese werden gemeinsam in der Katzen-Familie großgezogen.
Siamkatzen gelten als Hunde unter den Rassekatzen. Viele lassen sich bereitwillig an der Leine ausführen. Sie brauchen viel Bewegung.
Vor dem Einzug sollten sich potenzielle Tierhalter genau überlegen, ob sie Katzen Freigang oder zumindest einen gesicherten Balkon oder gesicherten Garten bieten können.
Viele Siamkatzen lieben es, zu klettern und im Freien ihren Beobachtungen nachzugehen.
Im Rahmen der tiergestützten Therapie wird die Siamkatze sehr gerne eingesetzt, um das Leben von behinderten Kindern zu verbessern. Dazu zählen besonders hyperaktive oder autistische Kinder. Durch ihre Lebhaftigkeit werden die Kinder durch die Siamkatzen animiert.
Laut Untersuchungen leiden viele Siamkatzen am Pica-Syndrom.
Meistens gilt: Einmal Siamkatze, immer Siamkatze.