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Kapitel 6

Zähne

Katzen werden ohne Zähne geboren. Erst in der dritten bis achten Lebenswoche entwickeln sich die Milchzähne in dem zarten kleinen Kiefer. Milchzähne haben Wurzeln. Meistens haben Katzen im Alter von drei bis vier Monaten bereits ihr Milchgebiss aus 26 Zähnen.

Zwischen dem vierten und sechsten Lebensmonat fallen die Milchzähne aus. Die bleibenden Zähne kommen jetzt nach und nach durch.

Meistens bemerkt der Halter den Zahnwechsel nicht, da Katzen ihre Milchzähne oft verschlucken, ausspucken oder beim Fressen im Futter verlieren.

Die Katze kaut jetzt gerne auf etwas herum. Damit das nicht die Schuhe des Besitzers oder splitternde Holzmöbel sind, können der Katze spezielle Zahn-Spielzeuge angeboten werden. Kausnacks bieten sich ebenfalls an. Am besten eignen sich getrocknete Fleischstreifen oder auch rohes Fleisch.

Während des Zahnwechsels hat die Katze fast immer Schmerzen. Sie frisst weniger oder speichelt. Durchfall oder Fieber können hinzukommen. Katzen sind oft schlechter Laune und miauen oft. Sie riechen häufig aus dem Mäulchen, weil das Zahnfleisch entzündet ist. Naturheilkundliche Mittel, die individuell analysiert werden, können helfen.

Wenn die Katze unter starken Schmerzen leidet, sollte sie unbedingt einem Tierarzt vorgestellt werden. Zu empfehlen sind diesbezüglich auf Zahnheilkunde spezialisierte Tierärzte. Der Spezialist setzt die schonende Intubationsnarkose ein und verfügt über ein digitales Dentalröntgengerät, welches eine korrekte Zahnbefundung ermöglicht.

Wenn ein Milchzahn nicht ausfallen will, muss dieser vom Tierarzt gezogen werden. Ansonsten kann es später zu Fehlstellungen des Kiefers kommen.

Im Normalfall verläuft der Zahnwechsel bei Katzen problemlos. In den meisten Fällen hat die Katze mit sieben Monaten ihr bleibendes Gebiss, das insgesamt aus 30 Zähnen besteht.

In jeder Kieferhälfte (= ein Viertel des Gebisses) hat sie:

 3 Schneidezähne

 1 Eckzahn

 im Oberkiefer 3 vordere Backenzähne

 im Unterkiefer jedoch nur 2 vordere Backenzähne

 1 hinteren Backenzahn

Dieses Gebiss braucht die Katze zum Überleben, vor allem, wenn sie draußen lebt. Sie fängt damit ihre Beute, tötet diese und frisst sie anschließend.

Mit den Eckzähnen setzt die Katze den Todesbiss an. Mit den Backenzähnen wird das Fressen in Stücke geschnitten und dann heruntergeschluckt – gekaut wird dabei kaum. Die kleinen Schneidezähne kommen zum Einsatz, um Vögeln die Federn auszurupfen.

Das Gebiss der Katze ist nicht zum Kauen ausgelegt. Sie zerteilt das Fleisch und schluckt größere Stücke.

Wie kann die Zahngesundheit lange erhalten bleiben?

Am optimalsten ist es, der Katze bereits in jungen Jahren rohes Fleisch anzubieten, zu Beginn gewolft. Danach sollten es immer größere Stücke werden, etwa in Gulasch-Größe.

Viele Katzen mögen sehr gerne Hühnerherzen in roher Form. Rohe Geflügelknochen eignen sich für die Säuberung der Zähne. Es dürfen jedoch nur rohe Knochen sein, keine gekochten! Letztere können splittern und gefährliche Verletzungen verursachen! Gute Bio-Qualität ist zu empfehlen. Das Fleisch sollte schnellstens verfüttert werden, um die Keimbelastung so gering wie möglich zu halten.

Weiterhin können bereits junge Katzen an das Zähneputzen gewöhnt werden. Dafür muss in kleinen Schritten vorgegangen werden. Zum Start eignet sich ein sogenannter Fingerling, der über den Zeigefinger gestülpt wird. Dieser besteht aus weichem Material (meistens Mikrofaser). Die Katze darf zunächst den Fingerling beschnuppern. Danach mehrere Tage hintereinander damit über die Lippen der Katze streichen. Danach wird eine Oberlippe der Katze vorsichtig angehoben und ganz leicht ein Zahn geputzt. Anschließend wird die Katze ausgiebig gelobt. Egal, ob mit einem Spiel, einem Leckerchen oder mit Bürsten – die Katze sollte das Zähneputzen mit etwas Angenehmem verbinden. Jetzt kann Tag für Tag die Dauer des Zähneputzens verlängert und die Anzahl der geputzten Zähne erweitert werden. Später kann eine für Katzen geeignete Zahncreme verwendet werden. Es gibt hier mittlerweile viele wohlschmeckende Pasten mit unterschiedlichen Geschmacksrichtungen im Handel. Auf keinen Fall sollte Zahncreme für Menschen genutzt werden, da diese für Katzen giftig ist.

Alternativ kann eine weiche Baby-Zahnbürste oder eine spezielle Doppelkopf-Zahnbürste aus sehr weichem Material für Katzen ausprobiert werden. Es gibt eine Ultraschall-Bürste für Tiere. Hier wird nur der Kopf der Zahnbürste an die Zähne der Katze gehalten. Sie verursacht keine Geräusche. Sie reinigt mit Ultraschall und einer dafür passenden Zahncreme.

Die Anstrengungen lohnen sich auf jeden Fall. Von Vorteil ist tägliches Zähneputzen. Wenn es mehrfach in der Woche gelingt, ist dies bereits ein großer Erfolg.

Leider hat heute jede dritte Katze, die älter als fünf Jahre ist, Zahnprobleme beziehungsweise Krankheiten in der Maulhöhle.

Besonders bekannt ist die Zahnkrankheit FORL, Abkürzung für „Feline Odontoklastische Resorptive Läsionen“. Bis heute konnte nicht genau festgestellt werden, wodurch diese Erkrankung verursacht wird. Mögliche Ursachen können in der Störung des Kalziumhaushaltes liegen, auch Viren oder Entzündungen können dafür verantwortlich sein. Zuerst werden Anteile der Zahnwurzel aufgelöst, danach die Zahnhartsubstanz.

FORL verursacht sehr starke Schmerzen. Oft brechen Zähne ab. Die Zahnerkrankung ist nur auf dentalen Röntgenaufnahmen erkennbar! Die Entfernung der betroffenen Zähne inklusive ihrer Wurzeln ist schwierig und sollte einem Spezialisten vorbehalten sein. FORL ist nicht heilbar.

Hinweise auf FORL können abgebrochene Zähne und Löcher in den Zähnen sein. Aber: Manchmal sehen von FORL befallene Zähne hervorragend aus und sind blitzend weiß. Die Erkrankung selbst beziehungsweise das Ausmaß der Schädigungen werden erst auf dem Dentalröntgenbild ersichtlich.

Die Katze kann ohne Zähne fressen. Sie hat keine Schmerzen mehr und lebt häufig auf. Viele Halter berichten von einem glücklicheren Gesichtsausdruck ihrer Katze, nachdem die Zähne gezogen wurden.

Wie können Zahnschmerzen erkannt werden?

Dies ist auf den ersten Blick schwierig. Katzen sind Meister im Verbergen von Schmerzen.

Aber einige Symptome können auf eine Zahnerkrankung hindeuten:

 vermehrtes Speicheln

 gerötetes Zahnfleisch, evtl. blutend

 Mundgeruch

 weniger fressen oder gar nicht mehr fressen

 Futterbrocken aufnehmen und fallen lassen

 nur auf einer Seite mit geneigtem Kopf fressen

Viele Katzen leiden an akuten und oft chronisch werdenden und immer wiederkehrenden Zahnfleischentzündungen. Sie können einen roten Saum am Zahnfleisch erkennen. Oftmals speichelt die Katze sehr, manchmal blutet das Zahnfleisch. Hier führt eventuell eine gewisse Veranlagung (Genetik) dazu oder Stress trägt dazu bei. Die beste Vorbeugung ist das Zähneputzen. Besitzer merken meistens an einem fauligen Mundgeruch der Katze, dass etwas nicht stimmt. Verstärkt wird die Zahnfleischentzündung durch Zahnstein.

Hier schafft der Besuch bei einem Tier-Zahnarzt Abhilfe. In der Narkose wird der Zahnstein vollständig entfernt und die Zahnfleischtaschen werden sorgfältig gereinigt.

Ohne Narkose ist nur eine oberflächliche Reinigung möglich. Oftmals wird dabei der Zahnschmelz zerstört. Eine eventuelle Schädigung der Zahnwurzeln (siehe FORL) ist dabei nicht erkennbar. Aus den genannten Gründen ist diese Form der Zahnreinigung nicht zu empfehlen. Bei Zahnfleischentzündungen bieten sich die Homöopathie oder Vitalpilze als Alternative zum Antibiotikum an.

Zur Narkose

Mit jeder Narkose ist ein Risiko verbunden. Natürlich hängt das auch vom Befinden des Patienten ab. Eine Intubationsnarkose ist in jedem Fall schonender für die Katze. Diese wird jedoch bisher nur in wenigen Tierarztpraxen verwendet.

Die Intubationsnarkose hat den großen Vorteil, dass die Tiefe der Narkose genau gesteuert werden kann. Die Katze wacht nach der Narkose viel schneller auf und ist bereits nach kurzer Zeit wieder auf den Beinen. Stundenlanges Taumeln und unsicheres Gehen entfallen.

Die Intubationsnarkose ist etwas teurer als die noch häufig verwendete Injektionsnarkose. Bei dieser erhält der Patient direkt eine Spritze in die Vene oder in die Muskulatur. Die Wirkung tritt schnell ein. Der Aufwachvorgang kann hingegen mehrere Stunden dauern. Die Tiere sind oft noch Tage danach geschwächt.

Die Injektionsnarkose wird auch „Billignarkose“ genannt. Sie belastet Nieren, Leber und andere Organe, die an der Verstoffwechselung der Narkosemittel beteiligt sind. Besonders bei bereits chronisch kranken Katzen kann sich das sehr schädlich auswirken.

Noch ein Tipp für die Narkose

Besonders bei älteren oder chronisch kranken Katzen empfiehlt sich, vor, während und nach der Narkose zusätzlich eine intravenöse Infusion. Diese durchspült die Nieren und senkt das gesundheitliche Risiko, gerade für nierenkranke und ältere Katzen.

Vor einer Narkose ist eine Blutuntersuchung immer sinnvoll, um eventuelle Auffälligkeiten festzustellen. Die Katze muss vorher ebenfalls untersucht werden.

Die Katze – 360 Grad

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