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Kapitel 3

Anatomie der Katze – in Kürze

Der Körper der Katze wird in einen passiven und einen aktiven Bewegungsapparat eingeteilt. Dabei bildet das Skelett den passiven Bewegungsapparat, er bewegt sich nicht von alleine. Erst die Muskeln und Hilfsorgane, der aktive Bewegungsapparat, ermöglichen die Fortbewegung.

Das Skelett der Katze besteht, je nach Anzahl der Schwanzwirbel, aus etwa 230 bis 240 Knochen. Im Vergleich dazu: Der erwachsene Mensch verfügt über ein Knochengerüst von etwa 206 bis 214 Knochen.

Das Skelett ermöglicht der Katze ihre schnelle Reaktion. Katzen, die in heißen Temperaturzonen leben, sind kleiner. Sie bleiben dadurch kühler.

Die Wirbelsäule besteht aus:

7 Halswirbeln,

13 Brustwirbeln,

7 Lendenwirbeln,

3 Kreuzbeinwirbeln (miteinander verwachsen),

20–23 Schwanzwirbeln.

Da die Knochen leicht und stabil sind, kann die Katze auf die Jagd gehen und wirkt dabei gleichzeitig elegant.

Durch die Flexibilität der Wirbelsäule, der Muskeln und ihrer beweglichen Schulter kann sich die Katze in der Luft um 180 Grad drehen.

Das Schlüsselbein der Katze ist, im Gegensatz zu anderen Tieren, nicht oder nur als ganz kleiner Rest vorhanden. Dadurch ist es der Katze möglich, auch in kleinsten Löchern zu verschwinden.

Die Katze ist wie der Hund ein Zehengänger, das bedeutet ihr Gewicht wird von Zehen und Zehenballen getragen. Sie macht große und leise Schritte. Jeder Katzenhalter weiß, wie lautlos sich eine Katze anschleichen kann.

Die Katze ist der geborene Jäger. Ihre Organe sind nicht auf Ausdauer ausgelegt (wie beim Hund), sondern auf schnellen Tatendrang und Aktivität.

Da die Katze sehr muskulös ist, ist sie ein guter Kletterer. Deshalb klettern viele Katzen auf Bäume. Unerfahrene Katzen trauen sich anschließend oft nicht wieder hinunter, weil sie es zunächst vorwärts probieren. Ein sicherer Abstieg ist allerdings nur rückwärts möglich.

Der Schädel der Katze ist kurz und robust gebaut. Das Milchgebiss der Katze hat 26 Zähne, das bleibende Gebiss hat 30 Zähne. Mit den Reißzähnen zerkleinert die Katze ihre Beute. Die Eckzähne werden benötigt, um die Beute zu fangen und festzuhalten. Der Kiefer der Katze ist sehr klein und zart, trotzdem packt sie kraftvoll zu und tötet ihre Beute.

Ihre Zunge ist mit kleinen Stacheln, so genannten Papillen, besetzt. Jeder Katzenhalter hat dies bestimmt schon selbst gespürt, wenn die Katze ihn geputzt hat. Die Katzenzunge fühlt sich sehr rau und wie eine Reibe an. Diese Besonderheit hilft der Katze nicht nur beim Putzen ihres Fells, sondern auch beim Trinken und Fressen. Sie kann dadurch die letzten Reste von Knochen abschaben.

Der Magen-Darm-Trakt der Katze ist relativ einfach aufgebaut, da sie ein Fleischfresser ist. Ihr Darm ist wesentlich kürzer als der eines Pflanzenfressers und der Blinddarm ist nur ein kleiner Anhang. Futter wird innerhalb von 24 Stunden gefressen und verdaut.

Das größte Organ der Katze ist die Haut. Die Haare bestehen zum größten Teil aus Keratin. Katzen können nicht schwitzen. Sie belecken sich, um sich abzukühlen. Hecheln kann ein Zeichen dafür sein, dass der Katze zu warm ist, bringt jedoch kaum den gewünschten Kühleffekt.

Die Katze hat ein gutes räumliches Sehvermögen und ist in der Lage, Entfernungen einzuschätzen. Eine reflektierende Zellschicht hinter der Netzhaut (Tapetum lucidum) ermöglicht es der Katze, auch in der Dunkelheit gut zu sehen. Das einfallende Licht wird wie bei einem Reflektor zurückgeworfen. Deshalb leuchten Katzenaugen im Dunkeln. Die Katze kann in der Dämmerung noch gut sehen, um der Jagd nachzugehen. Bei völliger Dunkelheit erkennt die Katze nichts mehr.

In der Zeit der Hexenverfolgung waren den Menschen die „glühenden“ Augen in der Dunkelheit unheimlich und sie verbanden sie mit Teufeln und dem Bösen. Das war einer der Gründe für die Verfolgung der Katzen, vor allem der schwarzen.

Katzen haben drei Augenlider. Das obere und untere Augenlid ist mit Fell bedeckt. In den inneren Augenwinkeln erkennt man die Nickhaut, das dritte Augenlid. Die Nickhaut dient zum Schutz vor Verletzungen und kann bei Krankheiten hervortreten.

Es gibt verschiedene Augenfarben, von Blau über Gelb und Grün. Zur Welt kommen Katzenbabys mit blauen Augen.

Der Geruchssinn der Katze ist nicht so gut wie der des Hundes, jedoch besser als der des Menschen. Katzen verfügen über etwa 60 Millionen Geruchszellen, der Mensch maximal über 20 Millionen. Katzen erkennen einander am Körpergeruch. Das Abschnüffeln des Hinterteils bedeutet daher Sozialkontakt.

Das Gehör der Katze zählt zu den besten unter den Säugetieren. Es erreicht eine Wahrnehmung von bis zu 65.000 Hertz im Ultraschallbereich. Schrille und hohe Töne mag die Katze gar nicht. Sie nimmt nicht nur die Lautstärke, sondern auch die Stimmung wahr. Die Ohren werden immer in Richtung der Geräusche gerichtet.

Wenn die Katze angreifen will, zeigt der Ohrrücken nach oben. Ist sie völlig entspannt, sind die Ohren leicht nach vorn gerichtet. In ängstlicher Stimmung legt sie die Ohren eng am Kopf an.

Das Katzenohr ist ein kleines Wunder. Jedes Ohr hat 30 Muskeln, das menschliche Ohr hingegen nur sechs Muskeln. Besonders die orientalischen Katzen haben riesige Ohren im Gegensatz zu ihrer zarten Statur.

Der Gleichgewichtssinn der Katze ist sehr gut, sie ist schwindelfrei in großen Höhen. Sie ist hierbei dem Menschen weit überlegen. Sie balanciert auf sehr schmalen Wegen, ohne zu stürzen.

Der Tastsinn der Katze ist hochentwickelt. Dabei helfen ihr die über den Körper verteilten Sinushaare (Vibrissen), die auch als Schnurrhaare bezeichnet werden. Mittels der Sinushaare kann eine Katze erkennen, durch welche Öffnung sie problemlos passt.

Die Körpertemperatur der Katze beträgt 38 bis 39 Grad. Wenn die Temperatur darüber hinaus ansteigt, kann das auf Fieber oder Stress hindeuten.

Die Atemfrequenz beträgt 20 bis 40 Atemzüge pro Minute. Katzen haben eine Bauch-Zwerchfell-Flankenatmung. Die Atemfrequenz darf nur im Ruhezustand gemessen werden, da sich ansonsten höhere Werte durch Belastung oder hohe sommerliche Temperaturen ergeben können.

Der Puls beträgt 80 bis 140 Schläge pro Minute im Ruhezustand. Er wird bei der Katze an der Innenseite der Hintergliedmaße gemessen. Der Puls kann durch Aufregung erhöht sein, ebenso bei kleinen oder trächtigen Katzen.

Weibliche Katzen werden zwischen dem vierten und zwölften Lebensmonat geschlechtsreif und zum ersten Mal rollig. Wenn sie nicht kastriert werden, können Katzen mehrmals im Jahr rollig werden. Der Begriff rollig kommt daher, weil sich die Katze auf dem Boden rollt und dabei maunzt, das können wahre Arien sein. Sie wartet auf die Begattung durch den Kater. Beim Streicheln drückt sie den Rücken durch und erhebt das Hinterteil.

Nicht kastrierte Kater fangen oft im Alter von mehreren Monaten an zu markieren. Eine allgemeingültige Aussage lässt sich zu diesem Thema nicht treffen. Kastrierte Kater können diese Gewohnheit beibehalten.

Zu den Frühentwicklern gehören die Siamkatzen. Langhaarkatzen werden später geschlechtsreif.

Die Tragezeit dauert bei Katzen 60 Tage. Bei der ersten Geburt wirft die Katze etwa zwei bis drei Junge. Bei späteren Würfen erhöht sich diese Zahl meistens. Die Geburt ist fast immer problemlos. Es kann jedoch auch zu Totgeburten kommen. Nach der Geburt setzt der Milchfluss ein. Mehrere Tage nach der Geburt trägt die Mutter die kleinen Kätzchen einzeln in ein aus ihrer Sicht sicheres Nest.

Heute werden Katzen in vielen Fällen wesentlich älter als in der Vergangenheit. 15 oder 20 Jahre sind keine Seltenheit. Besonders Orientalen werden oft uralt. Gründe, die dazu führen, könnten die bessere Diagnostik und die medizinische Versorgung sein.

Wie alle Säugetiere verlieren Katzen im Alter einen Teil ihrer Gehirnzellen. Das kann zu Demenz, Altersstarrsinn und Orientierungslosigkeit führen.

Die wichtigsten physiologischen Werte der Katze

Atmung (pro Minute) 20 – 40

Temperatur (Grad Celsius) 38 – 39 Grad

Puls (pro Min.) 80 – 140

Riechzellen (Millionen) 200

Gehör (Hz) 55.000 – 79.000

Tragezeit (Tage) 60

Die Katze – 360 Grad

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