Читать книгу Einfach harte Arbeit - Rainer Jäckle - Страница 38

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Heinrich, der Lehrling und ich gingen zur Schwester Gruseles, Schreiner Andreas Rosenfelders Frau. Dieses Haus war auch sehr in Gefahr. Die Kirche war auch in vollem Brande. Zwischen der Kirche und dem Haus der Schwester stand eine große Linde. Diese hat die Hitze etwas abgehalten, sie ist aber auch ganz verkohlt. Das Haus wurde durch große Mühe und Anstrengung gerettet. Sie hatten im Hause einen Pumpbrunnen und als dieser leer wurde, nahmen sie die vorrätige Milch und später die Dungjauche zum Löschen. Am Nachmittag so gegen vier Uhr hörte der Brand auf. Die Feuerwehren der ganzen Umgebung waren gekommen. Desgleichen auch die Hilfsmannschaften. Allein es fehlte das Wasser.

Der Sommer und der Herbst 1865 waren sehr heiß, und man hatte hier bloß die sogenannte Dorfquelle beim Glasermann in der Türkei, die bereits versiegt war. Die sogenannten Feuerwetten bei Nagelschmied Haas, der Krone und beim Löwen konnten vor Hitze bald nicht mehr benutzt werden. Die Feuerwehr Vöhrenbach hat dann mit einer Abprotzspritze das Wasser vom Weiher in einen kleinen Behälter, Kronenwirts Weierle im Schmiedegrund, gepumpt. Von da aus der Wehr „Furtwangen“ mit einer Spritze bei B. Kayser, Schlosser Bartle. Dieses Haus und das vom Krämersepple, Joseph Weisser, sind stehengeblieben.

Es sind also abgebrannt: In der Mauer, das ist in Klosters-Vorhof, die Häuser von: Wirth, Sattlers Rieger, Kommisbube, Haas, Müllers, Totengräber Wössner, Mussebeck und Scheerer Weiss. Diese Häuser sind mit ihren Giebeln gegen die Straße gestanden, und es war zwischen jedem Haus ein kleines Gässchen. Unser Haus war unten an der Straße gegen Süden. An der Westseite bildete das Haus von Mussebeck das Eckhaus und dort war ganz früher ein Tor, wo man in den Vorhof des Klosters kam.

An dieser West- und Nordfront hatten die Häuser früher nur ganz kleine Fenster und keinen Ausgang. Die Mauern waren bis zu einem Meter dick, also als Ringmauer ausgebildet. Neben dem Mussebeck kam ein schmales Haus, das dem Flaschner Staiger gehörte, neben diesem das sogenannte Schmiedlis Haus, das dem Bäcker Brunnenkannt gehörte.

Es war das Elternhaus vom Schmiedle Bäcker, Christian Rosenfelder. Der Schmiedle war also ein Schmied aber keine Leuchte und kein Geschäftsmann. Er kam in Konkurs. Mein Großvater, der Nagelschmied Christoph Haas, hatte zugleich noch einen Eisenhandel. Er hatte ziemlich viel zu fordern an den Schmiedle Rosenfelder für Eisen, und so erwarb er dieses Haus samt Acker an der Straße nach Brigach ob dem Klosterweiher. Meine Mutter bekam dieses Haus und den halben Acker als Muttergut, als ihre Mutter, die eine Zuckerbauern-Tochter aus Langenschiltach war, gestorben ist. Soviel ich mich erinnere, wurde ihr das Haus um 1200 Gulden angerechnet. Bäcker Brunnenkant nahm eine Schwester von meiner Mutter zur Frau und kaufte meinem Vater dann dieses Haus ab. Mein Vater hatte ja schon im Jahre 1837 das jetzige Haus meiner Heimat gebaut. Neben diesem Schmiedlehaus kam das Haus vom sogenannten Nesthansele. Dieses wurde schon Ende der 40-iger Jahre von der Gemeinde abgerissen, schon damals wegen der zu großen Feuersgefahr.


So sah der Klosterhof im 19. Jahrhundert aus. Im Vordergrund die mächtige Klosterlinde und dahinter der „Kasten“.

Es war also zwischen dem Haus von Bäcker Brunnenkant und Vogelschnieder Kaufmann Christian Maier ein freier Platz. Das Haus von diesem hatte seine Hauptfront ebenfalls nach Süden unten, hatte aber wie die anderen Häuser auch, einen Eingang von der Krone her.

Der Laden war also unten und die Wohnung im oberen Stock. Wir, die bösen Buben, schellten ab und zu, und wenn dann die Frau Maier herunterkam, war kein Käufer da und es wurde natürlich geschimpft.

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