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1.8Die Kunst der konstruktiven Haltung

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Der Aufbau einer konstruktiven Beziehung zwischen Klient und Berater ist die Grundlage für positive Veränderungen. Von besonderer Bedeutung ist die Einstellung gegenüber Klienten, denn sie ist die Grundlage für die Beziehung, für die gebildeten Hypothesen zu den Problemen der Klienten und für die Auswahl der Interventionen. Für ein Prüfungscoaching ist es entscheidend, wie sehr die Berater in der Lage sind, Ressourcen und Kompetenzen zur persönlichen Entwicklung in den Klienten zu sehen. In einer berühmt gewordenen Studie wurde genau diese Wirkung untersucht: Die Forscher Robert Rosenthal und Lenore F. Jacobson (1971) führten an einer Schule mit den Schülern einen Test durch. Sie teilten Lehrkräften mit, dass mit diesem Test das aktuelle kognitive Leistungsvermögen und die zukünftige Leistungsentwicklung feststellt werde. Die Lehrer erhielten die Information, dass 20 % ihrer Schüler unmittelbar vor einem wichtigen Leistungssprung stehen würden, sie dürften diesen Schülern jedoch nichts von dem Testergebnis mitteilen und sollten sich auch sonst wie üblich verhalten. Diese Information war jedoch nur Fake. Tatsächlich konnte mit dem Test nur der IQ gemessen werden, die 20 % angeblich besonders entwicklungsfähigen Schüler wurden zufällig ausgewählt. Als acht Monate später der Test wiederholt wurde, konnte bei den 20 % zufällig ausgewählten Schülern jedoch eine überdurchschnittlich IQ-Steigerung festgestellt werden.

Wie kam es dazu?

Aufgrund der Information, die die Lehrer erhielten, interpretierten sie die Beteiligung der jeweiligen Schüler am Unterricht als Hinweis auf deren versteckte Kompetenz. Sie signalisierten nonverbal ein hohes Interesse an den Unterrichtsbeiträgen und unterstellten ihnen eine hohe Lernfähigkeit. Dadurch verstärkten sie das Lernverhalten dieser Schüler derart, dass diese sich im Vergleich objektiv messbar stärker verbesserten, als die Schüler, denen keine Leistungssteigerung prognostiziert wurde. Zugleich ist anzunehmen, dass diese Kompetenzunterstellung auch von den Schülern übernommen und internalisiert wurde.

Wenn man in der Beratung die Wahl hat, in seinen Klienten eher mehr oder eher weniger Kompetenz und Veränderungsfähigkeit zu sehen, als sie selbst in sich sehen, dann trägt man mit einer auf die Kompetenzen gerichteten Sicht eher zu einer positiven Progression bei.

Blackout, Bauchweh und kein' Bock

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