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1.14Affirmationen als Integrationsmittel für Veränderungen

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Affirmationen sind Aussagen, in denen sich eine Haltung, eine Erkenntnis, eine Absicht o. Ä. ausdrückt. Man setzt sie ein, um emotionale Veränderungen oder neue Sichtweisen auf anstehende Herausforderungen zu festigen, damit diese im Alltag wirksam bleiben. Affirmationen können täglich als Teil eines Rituals wiederholt ausgesprochen werden, sie lassen sich aber auch als »Notfall-Pille« bei Bedarf einsetzen.

Die Entwicklung einer Affirmation bildet meist den Abschluss einer Sitzung. Zu den Veränderungen, Stärkungen und neuen Sichtweisen werden passende Sätze laut ausgesprochen und vom Klienten laut wiederholt, um zu prüfen, ob sich die Affirmation stimmig anfühlt. Eine passende Affirmation erkennen Klienten vor allem an der körperlichen Reaktion beim Aussprechen. Affirmationen werden häufig missverstanden als Power-Sätze, die man ganz oft wiederholen und sich einreden muss, um sie schließlich zu glauben.

Hier werden Affirmationen gänzlich anders verwendet: Eine Affirmation soll nichts voranbringen oder verbessern, sondern mit der in der Sitzung erreichten Veränderung oder dem aktuellen Erleben übereinstimmen und dieses in passenden Worten auf den Punkt bringen. Affirmationen sollen sich sofort richtig und stimmig anfühlen und müssen nicht geübt werden.

Eine passende Affirmation zu finden ist ein kreativer Prozess. Manchmal ist die passende Formulierung sofort da, manchmal braucht es etwas Zeit. In Affirmationen können verschiedene psychologische Motive gleichzeitig angesprochen werden. Häufig finden sich die Motive:

•Akzeptanz

•Stärkung

•(Selbst-)Erlaubnis

•Differenzierung in Beziehungen (s. S. 205).

Diese Motive sind oft gemischt enthalten. Beispiel:

•Ab jetzt erlaube ich mir, so gut zu sein, wie ich wirklich bin.

•Ich stehe dazu, dass ich das nicht mehr will, auch wenn ich noch nicht sagen kann, was ich wirklich will.

•Auch wenn es wirklich sein kann, dass ich morgen durchfalle, darf ich an mich glauben und stehe zu mir.

•Scheißegal, was die anderen denken: Ich mache das jetzt!

•Ich erlaube mir, aus vollem Herzen meine Meinung zu sagen.

•Auch wenn mir nicht egal ist, was die anderen von mir denken, darf ich so sein, wie ich bin.

•Ich gehe das Risiko ein, weil ich weiß, wofür es sich lohnt.

•Auch wenn es sein kann, dass ich die Prüfung nicht bestehe, werde ich stolz sein, weil ich es gewagt habe.

•Auch ich darf richtig scheiße sein!

Die entwickelte Affirmation schreibe ich auf und gebe sie den Klienten mit. Die Wirkung steigt enorm, wenn man dafür ein echtes Privatrezept verwendet, weil dies erstens überraschend ist (Überraschungen bleiben in Erinnerung) und zweitens eine Aufwertung der Affirmation darstellt. Einen Rezeptblock (s. Abb. 4) darf sich jeder drucken lassen, er darf nur nicht missbräuchlich genutzt werden.

Abb. 4: Rezeptblock für Affirmationen

Blackout, Bauchweh und kein' Bock

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